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Teilnahme am European Energy Award (eea)

Verankerung der energiepolitischen Arbeit des Kreises in der Verwaltung und Initiierung einer alle Bereiche umfassenden Maßnahmenumsetzung.

Projektträger: Landkreis Günzburg

Projektstandort

Günzburg

 Günzburg_georeferenzierung

Kontakt

Landratsamt Günzburg
Oliver Tuschinski
Kreisklimaschutzmanager
An der Kapuzinermauer 1
89312 Günzburg
Tel: (08221) 95-773
O.Tuschinski[at]landkreis-guenzburg.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Im eea werden systematisch alle Handlungsfelder einer Kommune in Deutschland abgeprüft und bewertet. Dabei zeigen sich zahlreiche Handlungspotenziale. Diese werden mit einem breit aufgestellten Energieteam (aus Verwaltung und relevanten wichtigen Akteuren im Kreis) priorisiert, wodurch ein Maßnahmenplan entsteht, der ca. 10 - 20 Maßnahmen umfasst, die im Laufe eines Jahres umgesetzt werden. Die externe Kontrolle und inhaltlich intensive Begleitung durch den zuständigen eea-Berater von eza! mit regelmäßigen Sitzungen des Gremiums stellt eine produktive Maßnahmenumsetzung sicher. Jährlich wird der eea-Fortschrittsbericht im Kreistag vom externen Berater vorgestellt. Dieses Vorgehen beschleunigt und systematisiert die energiepolitische Arbeit des Landkreises und deckt alle Bereiche von der Mobilität bis zu Kommunikation und Kooperation mit den kreisangehörigen Gemeinden ab.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 1.000 Tonnen
  Energieeinsparung: ca. 2 % in zwei Jahren

Nutzen: Neben konkreten Maßnahmen im Bereich der Gebäudesanierung und Optimierung sowie PV-Ausbau und EE-Wärmenutzung, wurden zahlreiche bewusstseinsbildende Maßnahmen umgesetzt. Diese zeigen indirekt mittel- und langfristig deutliche Wirkung, können aber schwer quantifiziert werden (z. B. Bildungsprojekte).

Kosten: Gesamtkosten: 60.000 Euro
  Weitere Angaben: Dies umfasst das Budget für die gesamte Klimaschutzarbeit des Kreises (Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Bildungsprojekte, Kosten für die eea-Begleitung, Konzepte etc.)

Förderung: Zuschuss: 20.691 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR"

Beschreibung

Auslöser
Bei der Frage, wie die Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes sichergestellt werden kann und der Klimaschutzmanager eine sinnvolle fachliche und inhaltliche Unterstützung bekommen kann, wurde der European Energy Award als Controlling und Zertifizierungssystem ausgewählt. Ausschlaggebend war aber letztendlich auch die dauerhafte Sicherstellung der bereits sehr gut etablierten Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), welches den Landkreis mit einem eea-Berater unterstützt.
Durchführung
Die Teilnahme am eea hat dem Landkreis Günzburg einen Rahmen für die energiepolitische Arbeit gegeben und zur konsequenten Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes geführt. Im Rahmen des eea werden sämtliche Handlungsoptionen, die eine Kommune in Deutschland hat, betrachtet und geprüft, ob es ein sinnvolles Handlungspotenzial für die Kommune gibt.

Die Maßnahmen untergliedern sich in sechs große Bereiche. Dies sind:
1. Entwicklungsplanung und Raumordnung,
2. Kommunale Gebäude und Anlagen,
3. Versorgung und Entsorgung,
4. Mobilität,
5. interne Organisation (Verwaltung),
6. Kommunikation und Kooperation.

Der systematische Ansatz, gepaart mit dem regelmäßigen fachlichen Input vom eea-Berater und dem regelmäßigen (viermal im Jahr) stattfindenden und von eza! organisierten Erfahrungsaustausch der eea-Kommunen liefert ausreichend Impulse, um das Aktivitätenprogramm (den Maßnahmenplan) kontinuierlich sinnvoll zu aktualisieren und pragmatisch umzusetzen. Das Rad muss so nicht immer neu erfunden werden.

Im Landkreis Günzburg gibt es im Rahmen des eea die Besonderheit einer sehr intensiven Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Kommunen im Rahmen des "Energiepakt Günzburg". Die Bürgermeister selbst haben den Energiepakt im Rahmen eines zweitägigen Bürgermeisterseminares entwickelt und in die Umsetzung gebracht. Der Kreis liefert den Gemeinden Unterstützung (z. B. eine Energie- und CO2-Bilanz, Erfahrungsaustausch, Exkursionen, fachlichen Input zu Themen, die von den Bürgermeistern selbst bestimmt werden, Marketing und kreisweite Aktionen). Auf der anderen Seite verpflichten sich die Gemeinden drei von sechs Kriterien zu erfüllen. Dies sind:
  • einen Ansprechpartner für Energie und Klimaschutz zu benennen (verpflichtend),
  • am Erfahrungsaustausch teilzunehmen,
  • eine Verbrauchserfassung für kommunale Gebäude einzuführen,
  • Energieberatung für Bürger anzubieten,
  • Kommunales Energiemanagement einzuführen und
  • Schul- sowie Kindergartenprojekte umzusetzen.

Auf diese Weise hat der Klimaschutzmanager eine Ebene, auf der effektiv mit den Gemeinden kommuniziert und Energieprojekte angestoßen werden können.
Zitate
"Etwas unterzeichnen ist das eine, den Worten aber Taten folgen zu lassen, darauf kommt es nun an. Und an der Stelle hilft uns der eea." (Bürgermeister Karl Oberschmid (Winterbach), Sprecher der Bürgermeister im Energiepakt).
Tipps
  • Der eea-Berater ist neben einem funktionierenden Energieteam in der Verwaltung der Schlüssel zum Erfolg.
  • Der Amtsleiter sollte Teil des Energieteams sein. Zusätzlich empfiehlt es sich Vertreter der Politik und relevanter Organisationen und Strukturen im Gremium dabei zu haben (ein Vertreter jeder Fraktion, Energieversorger, Amt für ländliche Entwicklung, Forst etc.).
  • Die Bürgermeister sollten unbedingt auf die eine oder andere Art und Weise mitgenommen werden.
  • Alles und jedes, was erfolgreich umgesetzt wird, muss in der Presse und in den Medien transportiert werden.
  • Unbedingt einen jährlichen Bericht im Gremium erstellen. Dies stärkt die Bedeutung des Klimaschutzes in der öffentlichen Wahrnehmung und in der Wahrnehmung der politischen Vertreter.
Stolpersteine
  • Öffentlichkeitsarbeit nicht unterschätzen - diese ist absolut wichtig für die Vermarktung der Klimaschutzthemen.
Auszeichnungen
  • 01/2017: European Energy Award (zertifiziert und ausgezeichnet)
    verliehen von: Bundesgeschäftsstelle des eea

Beispiel gemeldet:12/2017
zuletzt aktualisiert:11/2019

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