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Energetische Sanierung des Hallenbades "Rödenbad"

Durch Isolation, Austausch der Fenster und Türen und Einsatz modernster Technologie werden beträchtliche Mengen an Energie und Betriebsstoffen wie Chlor gespart.

Projektträger: Stadtwerke Rödental

Projektstandort

Rödental

Rödental_georeferenzierung

Kontakt

Stadtwerke Rödental
Michael Eckardt
Werkleiter, Geschäftsführer
Bürgerplatz 3
96472 Rödental
Tel: (09563) 9651
michael.eckardt[at]stadtwerke-roedental.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Sanierungsmaßnahmen führten zu einer Wärmeeinsparung von 60 % (Vergleich 2009 und 2012).

Einsparungen: Energieeinsparung: 60 % Wärmeeinsparung im Vergleich zu vorher
  Kosteneinsparung: 100.000 € / Jahr

Nutzen: Die Energieeinsparung bezieht sich auf den Zeitraum 2009 und 2012 (vor und nach der Sanierung). Es gab außerdem viel Lob von den Besuchern für die bis dato unbekannte Wasserqualität.

Kosten: Gesamtkosten: 4 Mio. Euro

Förderung: Fördergeber: Bund und Freistaat Bayern mit Mitteln aus der Förderung von Maßnahmen zur energetischen Modernisierung der sozialen Infrastruktur in Gemeinden (EnModIn) und aus dem Finanzausgleichsgesetz (FAG)

Beschreibung

Auslöser
Das Hallenbad stammt aus dem Jahr der Olympiade in München, 1972, und hat in Rödental große Bedeutung. Neben dem öffentlichen Schwimmen, dem Vereinssport und den Kursen hat jedes Rödentaler Schulkind seither schwimmen gelernt.

Eine lange Diskussion im Stadtrat der Stadt Rödental hatte zum Inhalt, ob man sich ein mit Verlusten behaftetes Bad weiterhin leisten wolle. Diese Diskussion ging positiv für das Bad aus. Der Stadtrat war der Meinung, dass ein solches Bad zur Lebensqualität eines Mittelzentrums dazugehöre.

Dann ging alles sehr schnell. Die Lehman-Bank brach zusammen. Die Bundesregierung setzte den Investitionspakt (EnModIn) auf, um einem wirtschaftlichen Abschwung mit der Durchführung von Energiesparmaßnahmen entgegenzuwirken. Dies war der Auslöser für das Projekt. Neben dem EnModIn trug die Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) zur Finanzierung des Projektes bei. 2011 wurde das sanierte Bad wieder in Betrieb genommen.
Durchführung
Vom alten Bad blieben nur der Rohbau und die Keramik stehen. Alle anderen Analgenteile wurden zurückgebaut und dann erneuert.
Um Wärmeverluste über die Außenhülle des Gebäudes zu minimieren, wurden die Fassade und das Dach isoliert und die alten Fenster und Türen ausgetauscht. Eine moderne Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für Einsparung an Heizenergie und darüber hinaus für bessere Luftqualität. Zusätzlich wurden einige Bereiche der Haustechnik für optimale Energienutzung (Kalt- und Warmwasserbereitung, Heizverteilung, Elektro- und Leittechnik, etc.) mit neuen Systemen versehen, damit zukünftigen Ausfällen vorgebeugt wird.

Zunächst sollte der Badewasserfilter nicht ersetzt werden. Ende 2010 gab es dann zwei Überraschungen: Zum einen veröffentlichte das Umweltbundesamt eine Studie, wonach die Zerfallsprodukte von Chlor im Badewasser im Verdacht stünden, bei Säuglingen und Kleinkindern Allergien und Asthma auszulösen. Zum anderen kam zeitgleich eine heimische Firma für High-Tech-Keramik auf uns zu, dass man einen Badewasserfilter entwickelt habe, der – ähnlich wie der Dieselpartikelfilter im Auto – die Schadstoffe, auch kleinste Partikel, sicher aus dem Badewasser filtern könne.

Neben den energetischen Sanierungsmaßnahmen wurde demnach ein neuer High-Tech-Keramik-Filter eingebaut. Dieser filtert durch seine Mikro-Poren beim ersten Filtergang alle Stoffe aus dem Wasser, die im Badewasser unerwünscht sind (Hautschuppen, Haare, Bakterien, etc.). Das gesamte Badewasser wird in nur zwei Stunden "erneuert", der Einsatz von Chlor im Badewasser wird deutlich reduziert. Die Reaktionsprodukte von dem dennoch notwendigen Chlor werden umgehend abgefiltert (kein Schwimmbadgeruch mehr) und mit UV-Licht zerlegt. Dieser neue High-Tech-Filter aus Sinterkeramik spart Energie, Betriebsstoffe und Wartung und stammt zu über 80 % von heimischen Firmen.
Zitate
"Was gibt´s schöneres: Mit dem Schwimmen tut man sich selbst etwas Gutes. Und die Menschen und die Umwelt werden geschont, weil das Bad weniger Chlor braucht als sonst und dabei noch Energie spart." (Wilhelm Wenning, Präsident der Regierung von Oberfranken bei der Einweihung)
"Nach dem Schwimmtraining bei Euch brennen meine Augen gar nicht mehr. Wenn ich woanders auf Wettkampf bin, juckt alles. Jetzt weiß ich: Das liegt am Filter!" (Lukas, 12 Jahre, Vereinsschwimmer)
"Wenn ich bei Euch im Bad war, fühlt sich meine Haut so weich an. Nach dem Baden muss ich mich gar nicht mehr duschen. Nichts riecht mehr nach Chlor." (Besucherin)
Tipps
  • Werden Sie sich als Kommune klar, ob Sie auch in Zukunft ein Bad haben wollen und bereit und in der Lage sind, eventuelle finanzielle Verluste zu tragen.
  • Suchen Sie als Architekten und Ingenieure nur Könner mit Erfahrungen im Bäderbau.
  • Beauftragen Sie nur leistungsfähige Lieferanten, die Sie nach der Inbetriebnahme nicht alleine lassen.
  • Haben Sie Mut, die neue Filtertechnik einzusetzen. Sie bestimmen in der Ausschreibung, was Sie wollen. Ihre Besucher werden es Ihnen danken.
Stolpersteine
  • Lassen Sie sich nicht von der Investitionssumme abschrecken! Wenn Sie im Betrieb sparen, behalten Sie Liquidität. Abschreibungen verschlechtern Ihr Ergebnis nur als Buchwert. Voraussetzung ist aber eine nachhaltige Finanzierung Ihrer Sanierung.
  • Unser Produkt ist Gesundheit. So gut wie jeder kommt gesünder aus dem Bad, als er reingestiegen ist.

Beispiel gemeldet:11/2014 

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