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Gemeinsam Anpacken

Privathaushalte und Kleinverbraucher sind in Bayern etwa für die Hälfte des Energiebedarfs verantwortlich. Besonders wirkungsvoll ist es deshalb, wenn die Gemeinden die Bürger in ihre Klimaschutzpolitik mit einbeziehen und sie für ein klimafreundliches Handeln gewinnen. Klimaschutz lässt sich nicht "von oben" verordnen, sondern muss von allen akzeptiert und mitgetragen werden. Durch Öffentlichkeitsarbeit kann die Gemeinde die Bürger über den aktuellen Stand ihrer Aktivitäten zum Klimaschutz informieren und sie zur Mitarbeit motivieren.

Energie-3-Sprung – was tun?
Eine Aufgabe der Gemeinde ist es, Menschen vor Ort, die für den Klimaschutz etwas tun wollen, auf die "richtige" Reihenfolge der Aktivitäten im Sinne des Energie-3-Sprungs hinzuweisen. So kann z. B. durch Wärmedämmung einzelner Häuser in einem Wohngebiet und zukünftige Deckung des verringerten Wärmebedarfs mittels Solarkollektoren und Pelletheizungen ein besonders wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Außerdem sollte geprüft werden, ob durch gemeinsames Handeln eine größere Wirkung erzielt werden kann.

Ein Beispiel:
Die Umrüstung von kommunalen Liegenschaften, kirchlichen Einrichtungen und privaten sowie gewerblichen Gebäuden auf eine klimafreundlichere Wärmeversorgung kann zwar einen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten. Sofern aber diese Gebäude nicht weit voneinander entfernt sind und sich die Verlegung eines gemeinsamen Wärmenetzes lohnt, das zum Beispiel durch einen Nahwärmeverbund mit Abwärme eines Betriebes versorgt werden kann, ist die Umrüstung einzelner Gebäude womöglich hinderlich für die Verbundlösung.
Umgekehrt können aber auch gemeinsam organisierte Sanierungsaktionen oder dezentrale Mikro-Wärmenetze (5 Häuser – eine Heizung) energetisch sinnvoller sein als ein schlecht ausgelastetes Verbundnetz. Hier gilt es, sorgfältig abzuwägen und den optimalen Beitrag zum Klimaschutz auszuloten.

Wenn die Gemeinde z. B.
Energiebedarf und Energieangebot räumlich darstellt und
darüber gleichermaßen die Ortsgemeinschaft informiert und
zudem die Verknüpfung verschiedener Aktivitäten im Sinne des Energie-3-Sprungs propagiert
... dann können viele Aktivitäten in einem Konzept miteinander verbunden und für den Klimaschutz die größtmögliche Wirkung erzielt werden.
Vorteile / Nutzen – was bringt es?
Die Beteiligung möglichst vieler interessierter Bürger aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen erlaubt die Betrachtung des Klimaschutzes aus vielen verschiedenen Blickwinkeln und eröffnet unterschiedliche Lösungsansätze.

Jetzt gilt es diese miteinander zu vergleichen und zu bewerten. Der öffentliche Dialog trägt dazu bei, die unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe miteinander zu vergleichen und dabei auf neueste Erkenntnisse und Empfehlungen hinzuweisen.

Für eine erfolgreiche Verständigung zwischen diesen Möglichkeiten ist eine externe Moderation empfehlenswert, die ähnliche Interessen zusammenführt und Unstimmigkeiten auflöst.

Wenn alle am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen, dann wird am meisten für den Klimaschutz erreicht.
Daten / Fakten – wo stehen wir?
Wie ist der Ausbau-Stand der erneuerbaren Energien in den Kommunen und Landkreisen? Das Mischpult "Energiemix Bayern vor Ort" zeigt Ihnen den aktuellen Stand der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien an. Auf dieser Grundlage können Sie verschiedene Strommix-Szenarien aus erneuerbaren Energien für das ausgewählte Gebiet erproben und entwickeln.
Was passiert in Ihrer Kommune? Fast 900 Kommunen haben 2012 an einer Umfrage teilgenommen, um Maßnahmen und Initiativen vor Ort in Bayern zu ermitteln. Ausgewählte Ergebnisse finden Sie im Kartenteil des Energie-Atlas - über die Ortssuche erhalten Sie direkt die Informationen zu Ihrer Kommune. Alle Informationen finden Sie in der unten stehenden Tabelle "Umfrageergebnisse zu kommunalen Energieaktivitäten".
Viele Gemeinden haben mit dialog- und konsensorientierten Planungen vorzeigbare Klimaschutz-Projekte realisiert. Insbesondere sind die Erfahrungen aus kommunalen Agenda-21-, aus Dorferneuerungs- oder Städtebauförderungsprozessen zu nennen. Gerade die Preisträger bei den jüngsten Klimaschutzwettbewerben konnten immer auf ein erfolgreiches "Miteinander" in ihrer Gemeinde verweisen.
Bayern ist spitze! Beim bundesweiten Vergleich von Ausbau und Förderung erneuerbarer Energien belegt der Freistaat in der Sonderauswertung "Bürgerengagement" mit großem Abstand den ersten Platz. In die Sonderauswertung fließen diejenigen Erfolgsfaktoren ein, die maßgeblich die Beteiligung der Bürger an der Energieversorgung widerspiegeln (z. B. Anzahl der Ökostromkunden, Investitionen in eine Ökoheizung oder Photovoltaikanlage).

Anteil am Gesamtstromver-
brauch in Gemeinden

kleines bayern

Die Karte zeigt den Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch der Gemeinden in Bayern.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein.

Anteil am Gesamtstromver-
brauch in Landkreisen

kleines bayern

Die Karte zeigt den Anteil der Erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch der Landkreise in Bayern.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein.

Energieaktivitäten von Gemeinden

kleines bayern

Die Karte stellt Energie- und Klimaschutzaktivitäten auf kommunaler Ebene dar.

Geben Sie hier Ihren Ortsnamen ein, klicken Sie dann im Kartenteil auf Ihren Ort.

Links und Downloads

Stand der Energiewende vor Ort
Energie-Atlas Bayern:
Mischpult "Energiemix Bayern vor Ort"
Layer "Energieaktivitäten von Gemeinden" im Kartenteil
Umfrageergebnisse zu kommunalen Energieaktivitäten

Strategie der Bundesregierung
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi):
Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz

Energie- und Klimaschutzmanagement
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena):
Internetseite "Energie- und Klimaschutzmanagement der dena"
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR):
Broschüe "Anpassung an den Klimawandel in Stadt und Region - Forschungserkenntnisse und Werkzeuge zur Unterstützung von Kommunen"

Beratung und Öffentlichkeitsarbeit
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
CO2-Minderung in Kommunen – Beratung und Öffentlichkeitsarbeit
Anpassung an den Klimawandel
C.A.R.M.E.N. e. V. (Centrales Agrar-Rohstoff- Marketing- und Energie-Netzwerk e. V.):
Broschüre "Akzeptanz für Erneuerbare Energien"
(Kapitel 3: Handlungsmöglichkeiten zur Akzeptanzbildung, S. 10 ff.)
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.:
Wertschöpfungsrechner

Partizipation und prozessorientiertes Vorgehen
Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr (StMI):
Hinweise zu kommunalrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Erzeugung regenerativer Energien
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
Broschüre "Innovative Wärmekonzepte für Kommunen"
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU):
CO2-Minderung in Kommunen – Partizipation und prozessorientiertes Vorgehen
Rat für Nachhaltige Entwicklung:
Broschüre "Mit starken Kommunen die Energiewende zur Erfolgsstory machen"
Umweltbundesamt (UBA):
Broschüre "Klimaschutz in der räumlichen Planung"
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu):
Broschüre "Akteure in der Kommune informieren und beteiligen"
Bundeswettbewerb "Klimaaktive Kommune 2016"
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.:
Leitfaden "Argumente für die kommunale Wärmewende"
Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen:
Leitfaden “Windkraft in Bayern: Rückenwind geben – Potenziale maßvoll ausbauen – Menschen mitnehmen!“
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR):
Leitfaden "Wege zum Bioenergiedorf"
Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW):
Broschüre "Der Weg zum Klimabürger – Kommunale Unterstützungsmöglichkeiten, Strategien und Methoden"
Zentrum für Erneuerbare Energien (ZEE) an der Universität Freiburg:
Broschüre "Die Energiewende gemeinsam vor Ort gestalten"


Bürgerenergieanlagen
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi):
Broschüre "EnergieGewinner! Bürger-Energie: Vorteile, Potenziale und Gewinne."
Netzwerk Energiewende jetzt:
Übersicht der Energiegenossenschaften in Bayern
Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU):
Broschüre "Stadtwerke und Bürgerbeteiligung – Energieprojekte gemeinsam umsetzen"
Agentur für Erneuerbare Energien e. V./ DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.:
Broschüre “Energiegenossenschaften“
Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV):
Geschäftsmodelle von Energiegenossenschaften
Ansprechpartner zur Gründung einer Genossenschaft in Bayern
Broschüre "Erfolgsmodell Genossenschaft: die Energiewende gemeinsam gestalten"
Broschüre "Wie gründe ich eine Energie-Genossenschaft?"
Agentur für Erneuerbare Energien e.V.:
Broschüre "Bürgerbeteiligung - Die Energiewende gestalten"
EnergieAgentur.NRW:
Klimaschutz mit Bürgerenergieanlagen
Sächsische Energieagentur GmbH:
Broschüre "Bürgersolaranlagen in Sachsen – Informationen zum Vorgehen, Organisation und Finanzierung"