Abstandsfläche

Handelt es sich bei einer Anlage zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien um eine sog. bauliche Anlage, unterliegt diese dem Bauordnungsrecht. Gemäß der jeweiligen Landesbauordnung muss dann ein bestimmter Bereich im Umfeld der Anlage von sonstiger Bebauung frei gehalten werden. Bei der Genehmigung der Anlage werden die Abstände zu Siedlungen gemäß dem Immissionsschutzrecht (TA-Lärm) geprüft.

Abwärme

Insbesondere Wärme, die beim Betrieb von technischen Geräten sowie Produktions- und Energieumwandlungsanlagen anfällt und als überschüssige Energie ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird. In der Nutzung dieser Energie, der sog. Abwärmenutzung, liegt ein großes Potenzial für Effizienzsteigerungen. Im Energie-Atlas Bayern wurde deshalb eine Abwärmeinformationsbörse eingerichtet, damit sich potenzielle Anbieter und Nachfrager von Abwärme austauschen können.

Akkumulator

Ein Akkumulator ist eine wieder aufladbare "Batterie", also ein sogenanntes Speichermedium, welches mehrfach elektrische Energie in Form von chemischer Energie speichern und diese wieder als elektrische Energie abgeben kann.

Amortisationszeit, energetische

Als energetische Amortisationszeit wird die Betriebsdauer einer energieerzeugenden Anlage oder einer Investition in Energieeffizienz bezeichnet, die benötigt wird, um den entstandenen konventionellen Energieverbrauch aus Produktion, Transport, Auf- und Abbau sowie der Entsorgung einer Anlage oder einer Effizienzmaßnahme durch die Erzeugung Erneuerbarer Energie oder die Energieeinsparung auszugleichen.

Anreizregulierung

Die Anreizregulierung ist ein behördliches Regulierungsinstrument, das Kostensenkungen, Effizienzsteigerungen und mehr Wettbewerb beim Betrieb der Strom- und Gasnetze bewirken soll, um dadurch sinkende Preise für Verbraucher zu realisieren. Seit dem Jahr 2009 regelt die Anreizregulierung die Festsetzung der Netznutzungsentgelte. In Deutschland sind die Bundesnetzagentur (BNetzA) und die Regulierungskammern der Länder für die Umsetzung der Anreizregulierung zuständig.

Arbeit, physikalische

Arbeit ist physikalisch das Produkt aus Leistung und Zeit (Arbeit = Leistung x Zeit), z. B. kWh = kW*h

Arbeitspreis

Bei Energielieferungen bezieht sich der Arbeitspreis auf die abgenommene Energiemenge (meist in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) oder Euro pro Megawattstunde (€/MWh)). Er spiegelt in der Regel die verbrauchsgebundenen Kosten der Energieerzeugung wider und steht damit im Gegensatz zum Leistungspreis.

Atomausstieg

umgangssprachlich für: Kernenergieausstieg

Ausgleichsenergie

Ausgleichsenergie bezeichnet die Differenz zwischen dem prognostizierten Verbrauch und dem tatsächlichen Verbrauch an elektrischer Arbeit innerhalb eines Bilanzkreises.

Ausschlussgebiet

Ausschlussgebiete sind ein Instrument der Regionalplanung, mit dem für festgelegte Flächen einzelne Nutzungsformen von Erneuerbaren Energien, z. B. der raumrelevanten Erzeugung von Windenergie, untersagt werden können. Üblicherweise sind Wasser- und Deichflächen, Schwerpunktgebiete für Erholung und Tourismus, Siedlungsachsen und Siedlungsschwerpunkte, Natur-, Landschafts-, Vogel- und FFH-Schutzgebiete als Ausschlussgebiete für Windenergieanlagen ausgewiesen.

A/V-Verhältnis

Das A/V-Verhältnis, auch Formfaktor genannt, beschreibt das Verhältnis von thermischer Gebäudehülle zum beheizten Volumen. Je kleiner der Faktor, desto kompakter ist das Gebäude und umso geringer sind die Wärmeverluste.

Batteriespeicher

Die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergieanlagen schwankt mit der Witterung. Deshalb ist es wichtig, mit Hilfe von Speichertechniken das Stromsystem stabil zu halten. Inzwischen gibt es eine Vielfalt von Batteriespeichersystemen von der kleinen Batterie (siehe auch Akkumulator) für die eigene Solaranlage bis hin zum Batteriekraftwerk (im MW-Bereich). In Zukunft wird es immer wichtiger sein, die Be- und Entladung der Batteriespeicher auf den Bedarf im Netz abzustimmen, um insbesondere die Verteilnetze zu entlasten und zur Netzstabilität beizutragen.

Bauteilaktivierung, thermische

Bei der thermischen Bauteilaktivierung werden massive Gebäudeteile zur Regulierung der Raumtemperatur oder auch zur Wärme- und Kältespeicherung genutzt. Dazu werden in die Mauern oder Decken Rohrleitungen verlegt, durch die Wasser zur Heizung oder Kühlung geleitet wird. Das gesamte Bauteil wird somit zur Wärmeübertragung und -speicherung genutzt. Bauteilaktivierungen eignen sich vor allem für Heiz- und Kühlsysteme mit niedrigen Temperaturspreizungen wie z. B. Wärmepumpen oder Grundwasserkühlung.

Bayerischer Windatlas

Der Bayerische Windatlas ist eine Planungs- und Orientierungshilfe für Kommunen, regionale Planungsverbände, Bürger, Energieversorgungsunternehmen und Investoren. Verschiedene Karten zeigen die Windgeschwindigkeit in 100 Metern, 130 Metern und 160 Metern Höhe über Grund. Der Bayerische Windatlas liefert mit seinen detaillierten Energieertragskarten einen regionalen Überblick über die Chancen der Windenergienutzung.

Bilanzkreis

Ein Bilanzkreis bezeichnet ein virtuelles Energiemengenkonto, in dem der Verbrauch der Entnahmestellen und die Einspeisung gegenübergestellt werden. Da i. d. R. Abweichungen auftreten, ist die Vorhaltung von Regelleistung erforderlich.

Biodiesel

Biodiesel ist ein Biokraftstoff, der durch die chemische Reaktion der Umesterung von pflanzlichen oder tierischen Ölen, z. B. Rapsöl, mit einwertigen Alkoholen wie Methanol, hergestellt wird. Biodiesel besitzt dem fossilen Diesel sehr ähnliche Eigenschaften und mischt sich mit diesem problemlos in beliebigen Verhältnissen. Biodiesel wird heute normgerecht (EN590) dem fossilen Diesel mit bis zu 7 % beigemischt, findet teilweise aber auch als Reinkraftstoff Verwendung.

Bioethanol

Ethanol gehört zur Stoffgruppe der Alkohole und trägt die Bezeichnung Bioethanol, wenn es durch die alkoholische Vergärung von Zucker oder Stärke hergestellt wird. Es eignet sich aufgrund der hohen Klopffestigkeit gut als Kraftstoff für Ottomotoren. Zumeist wird Ethanol deshalb in verschiedenen Anteilen Benzin beigemischt und als Biokraftstoff verwendet. (E5: 5 % Bioethanol, E10: 10 % Bioethanol, E85: 85 % Bioethanol). Da sich die chemischen Eigenschaften vom Benzin unterscheiden, ist ab einem bestimmten Anteil eine Anpassung der Fahrzeugmotoren erforderlich.

Biogas

Biogas entsteht in Biogasanlagen durch den anaeroben Abbau von feuchtem organischem Material (z. B. Pflanzen(-reste), tierische Exkremente und Abfälle) unter Licht- und Luftabschluss in einem Faulbehälter. Biogas enthält je nach Ausgangsstoffen und Prozessführung ca. 55 % Methan, 40 % CO2 (Kohlenstoffdioxid) sowie 5 % Wasserdampf und andere Spurengase.

Biokraftstoffe

Biokraftstoffe sind flüssige oder gasförmige Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden und zum Antrieb von Fahrzeugen oder in anderen Motoren (Blockheizkraftwerk) eingesetzt werden. Für die Herstellung von Biokraftstoffen dürfen in Deutschland nur solche Rohstoffe eingesetzt werden, die aus nachhaltigem Anbau stammen sowie bestimmte Rest- und Abfallstoffe. Zu den Biokraftstoffen zählen u. a. Pflanzenölkraftstoff, Biodiesel, Bioethanol und Biomethan.

Biomasse

Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen, Tiere, Pilze, Mikroorganismen und Menschen anfallende oder erzeugte organische Substanz. Für die Energieerzeugung bedeutsam sind Holz, Energiepflanzen, landwirtschaftliche Koppelprodukte und Reststoffe sowie sonstige biogene Rest- und Abfallstoffe. Biomasse gehört zu den Erneuerbaren Energieträgern und steuert einen bedeutenden Teil zur Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung bei.

Biomethan

Als Biomethan bezeichnet man Methan, das aus Biogas gewonnen wurde. Methan ist der Hauptbestandteil von Biogas. Vor einer Einspeisung ins Erdgasnetz muss Biogas zu Biomethan aufbereitet werden, indem es von den anderen Gasbestandteilen getrennt wird. Biomethan steht damit wie fossiles Erdgas für die Produktion von Elektrizität und Wärme in Kraftwerken, Industrie und Haushalten oder als Treibstoff für Fahrzeuge zur Verfügung.

Bioraffinerie

In einer Bioraffinerie wird Biomasse in einem komplexen System von physikalischen, chemischen und / oder biotechnologischen Prozessen in eine Vielzahl von Produkten, chemischen Substanzen oder auch Energie umgewandelt. Dabei werden hochwertige Verbindungen aus den eingesetzten Rohstoffen isoliert oder die darin vorkommenden Substanzen durch entsprechende Verfahren modifiziert.

Blackout

Als Blackout werden plötzliche Ausfälle der Stromversorgung in einem Stromnetz bezeichnet.

Blindleistung

Blindleistung ist die elektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetischen Feldern (z. B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z. B. in Kondensatoren) benötigt wird, die aber nicht wie Wirkleistung nutzbar ist. Vielfach entsteht Blindleistung unerwünscht und muss kompensiert werden.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke sind kompakte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme, deren Leistungs- und / oder Baugröße signifikant kleiner ist als die von herkömmlichen Kraft- und Heizkraftwerken. BHKW können mit Erdgas, Biogas, Heizöl, Biokraftstoffen oder indirekt über Vergasung mit Holzhackschnitzeln oder Holzpellets betrieben werden. Sie werden in der Nähe der Abnehmer eingesetzt. Durch die gleichzeitige Energieausnutzung (Strom und Wärme) erhöht sich die Energieausbeute gegenüber der reinen Stromerzeugung erheblich.

Brennwertkessel

Ein Brennwertkessel ist ein Heizkessel für Warmwasserheizungen. Im Gegensatz zu konventionellen Heizkesseln wird im Brennwertkessel auch die Kondensationswärme aus dem im Abgas enthaltenen Wasserdampf genutzt. Dadurch kann der Kessel einen besonders hohen Nutzungsgrad erreichen.

Bruttoendenergieverbrauch

Der Bruttoendenergieverbrauch nach EU Richtlinie 2009/28/EG errechnet sich aus dem Endenergieverbrauch, dem Eigenverbrauch der Energiewirtschaft bei der Erzeugung von Wärme und Strom sowie den Transport- und Leitungsverlusten bei Übertragung und Verteilung.

Bruttoleistung

Die Bruttoleistung beschreibt die durch ein Kraftwerk bereitgestellte elektrische Leistung vor Abzug des für die Erzeugung im Kraftwerk selbst notwendigen Leistungsbedarfes (z. B. für Hilfsaggregate oder Transformatoren im Kraftwerk).

Bruttostromerzeugung

Die Bruttostromerzeugung umfasst die insgesamt durch eine Anlage erzeugte elektrische Energie einschließlich des Eigenbedarfs der Anlage (z. B. für den Betrieb von Brennstoffförderanlagen). Entsprechend kann der Begriff auf die Summe der Stromerzeugungsanlagen einer abgegrenzten Region (z. B. eines Landes) angewandt werden.

Bruttostromverbrauch

Unter Bruttostromverbrauch versteht man die gesamte in einer abgegrenzten Region (z. B. einem Land) erzeugte Strommenge, zuzüglich der Stromimporte und abzüglich der Stromexporte.

Bundesbedarfsplangesetz (BBPIG)

Das Gesetz legt fest, welche Netzverstärkungs- und Netzausbauvorhaben im Bereich der Höchstspannungsnetze – zusätzlich zu denjenigen Vorhaben, die im Energieleitungsausbaugesetz festgelegt worden sind – energiewirtschaftlich notwendig sind.

Bundesfachplanung

In der Bundesfachplanung wird für länderübergreifende Netzausbauprojekte ein Trassenkorridor bestimmt. Die Bundesfachplanung beginnt mit dem Antrag des Vorhabenträgers, der einen Vorschlag für den beabsichtigten Verlauf des für die Ausbaumaßnahme erforderlichen Trassenkorridors sowie eine Darlegung der in Frage kommenden Alternativen enthält. Das Ergebnis der Bundesfachplanung bildet die Grundlage für das nachfolgende Planfeststellungsverfahren.

Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)

Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen (durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme und Strahlen) zu schützen.

Bundesnetzagentur (BNETZA)

Die Bundesnetzagentur ist eine Bundesbehörde, die 2005 aus der 1998 gegründeten Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hervorgegangen ist. Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, die Einhaltung des Telekommunikationsgesetzes (TKG), des Postgesetzes (PostG) und des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) zu überwachen. Als Regulierungsbehörde ist sie u. a. für die Regulierung der Netznutzungsentgelte sowie die Koordination des Netzausbaus zuständig.

Bündelung

Unter Bündelung versteht man die Führung mehrerer linienförmiger Infrastrukturen in einer gemeinsamen Trasse. Dabei kann es sich sowohl um Stromleitungen als auch andere Infrastrukturen (z. B. Verkehrswege oder Gasleitungen) handeln.

Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung im Rahmen der Energiewende umfasst mehrere Formen. Bei einer finanziellen Beteiligung kommen vor allem Investitionen in Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie in Wärme- und Stromnetze in Betracht. Bei der gesetzlich vorgeschriebenen formellen Bürgerbeteiligung kann jeder im Rahmen von Planungs- und Genehmigungsverfahren von Anlagen und Infrastrukturvorhaben Stellung zum Vorhaben nehmen. Eine informelle Bürgerbeteiligung findet z. B. in Form von Informationsveranstaltungen und Diskussionsrunden statt und ermöglicht somit eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung.

Carbon dioxide capture and storage (CCS)

CCS steht für die Abscheidung und Speicherung von CO2 zum Zweck der Reduzierung seines Anteils in der Atmosphäre. Das Verfahren sieht vor, CO2 aus Abgasen, z. B. aus dem Kraftwerksbetrieb, abzuscheiden und es an geologisch geeigneten Orten, in der Regel in gasdichten unterirdischen Hohlräumen, zu lagern.

Clearingstelle EEG

Die Clearingstelle EEG, eine 2007 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gegründete Einrichtung, trägt zur Klärung von Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bei.

CO2 (Kohlenstoffdioxid)

CO2 ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff. Das unbrennbare, farb- und geruchlose Gas zählt zu den Treibhausgasen, die zur Erwärmung der Erdatmosphäre beitragen. CO2 entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Stoffen, wie z. B. Kohle, Methan, Erdöl und Holz, aber auch im Organismus von Lebewesen als Endprodukt des Stoffwechsels. CO2 wird von Pflanzen zur Photosynthese benötigt.

CO2-Äquivalent

Das CO2-Äquivalent ist eine einheitliche Bemessungsgrundlage, um eine Vergleichbarkeit der Klimawirksamkeit von Treibhausgasen zu ermöglichen. Hierbei wird das globale Erwärmungspotenzial von Treibhausgasen in Relation zum CO2 gestellt. Die Angabe erfolgt in der Regel in Gramm pro Kilowattstunde bereitgestellter Energie (g/kWh).

CO2-Emissionen

CO2-Emissionen treten bei Verbrennungsprozessen von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, wie z. B. Kohle, Methan, Erdöl und Holz, auf. Bei der Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien, die nicht auf Verbrennungsprozessen basiert, entstehen im Betrieb keine oder deutlich weniger CO2-Emissionen.

CO2-Schadenskosten

Schadenskosten von CO2-Emissionen sind die Kosten, die durch Auswirkungen von CO2-Emissionen entstehen. Dazu zählen z. B. die Schäden durch den Anstieg der Temperatur, die Zunahme von Extremwetterereignissen, durch Ernteausfälle und die Ausbreitung von Malariagebieten usw.). Sie werden in der Regel in Euro pro Kilogramm CO2 (€ / kg CO2) angegeben (UBA Methodenkonvention).

CO2-Vermeidungskosten

CO2-Vermeidungskosten beschreiben die Kosten, welche für die Reduktion einer definierten CO2-Menge gegenüber einem Referenzsystem oder einem Referenzzeitpunkt anfallen. Sie werden in der Regel spezifisch in Euro pro Kilogramm CO2 (€/kg CO2) angegeben.

CO2-Zertifikate

CO2-Zertifikate berechtigen Unternehmen zum Ausstoß einer bestimmten Menge von Treibhausgasen entsprechend der zugeteilten Anzahl an Zertifikaten und wurden als ein Instrument der Umweltpolitik mit dem Emissionsrechtehandel der EU im Jahr 2005 eingeführt. Die zugeteilte Menge an Zertifikaten wird entsprechend der CO2-Minderungsziele begrenzt. Der Handel mit Zertifikaten führt dazu, dass Einsparungen an CO2-Emissionen an der kostengünstigsten Stelle vorgenommen werden.

Contracting

Der Verkauf von Energiedienstleistungen (z. B. Wärmeversorgung, Beleuchtung, Effizienzmaßnahmen) wird als Contracting bezeichnet, wenn ein Contracting-Nehmer (Auftraggeber) die Investition, Planung, Bau und Betrieb von Anlagen komplett oder teilweise an einen Contractor (ausführendes Unternehmen) abgibt. Unterschieden wird zwischen Anlagen-, Betriebsführungs- und Einsparcontracting sowie kombinierten Lösungen. Der Grundgedanke beim Energie-Contracting ist, dass Aufgaben eines Gebäude- oder Anlagenbesitzers auf spezialisierte externe Firmen übertragen werden, die diese auf effiziente und kostengünstige Weise planen und realisieren. Der Contracting- Nehmer vermeidet zudem hohe Anfangsinvestitionen und profitiert von der Erfahrung des Contractors. Es besteht allerdings die Gefahr, dass in erster Linie nur sich schnell amortisierende Maßnahmen umgesetzt werden und langfristig optimale Lösungen nicht umgesetzt werden (z. B. Wärmedämmmaßnahmen).

Dampfturbine

Eine Dampfturbine ist eine Wärme-Kraft-Maschine, die von Dampf, meistens Wasserdampf, durchströmt wird und die dabei aus dem Druckunterschied gewonnene Kraft zum Antrieb eines Generators nutzt. Dampfturbinen werden z. B. in Biomasse-, Kohle- und Kernkraftwerken eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen spezifischen Kosten kommen Dampfturbinen mit einer elektrischen Leistung von unter 1 MWel selten zur Anwendung.

Demand-Side-Management

Demand-Side-Management (kurz DSM oder Lastmanagement) bezeichnet die Steuerung der Nachfrage nach netzgebundenen Dienstleistungen, v. a. nach Strom, bei Abnehmern in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten. Durch das Demand-Side-Management kommt es in Engpasszeiten zu einer Verringerung der Nachfrage, ohne das Angebot erhöhen zu müssen. Der Ausgleich erfolgt durch höhere Nachfrage außerhalb der Engpasszeiten.

Dezentrale Stromerzeugung

Unter dezentraler Stromerzeugung versteht man die meist verbrauchsnahe Erzeugung von elektrischer Energie durch kleine, in der Fläche verteilte Anlagen. Neben Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, Blockheizkraftwerken (BHKW) sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD-Kraftwerke) sind dies vermehrt auch Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung, also Windenergie-, Photovoltaik- oder Biomasseanlagen. Die Einspeisung erfolgt, im Gegensatz zur zentralen Erzeugung in Großkraftwerken, in der Regel ins Mittel- oder Niederspannungsnetz.

Direktvermarktung

Direktvermarktung im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bezeichnet den direkten Verkauf von erneuerbar erzeugtem Strom an Verbraucher und Stromhändler anstelle des Bezugs einer festen Vergütung nach dem EEG für den eingespeisten Strom. Bei der am häufigsten im Rahmen des EEG genutzten Form der Direktvermarktung wird die Differenz zwischen dem erzielten Stromverkaufspreis und der theoretisch möglichen EEG-Vergütung durch die sogenannte Marktprämie ausgeglichen.

Diskoeffekt

Als Diskoeffekt bezeichnet man die von Windenergieanlagen ausgehende periodische Blendwirkung, die auftritt, wenn die beweglichen Rotorblätter Teile der auftreffenden Sonnenstrahlung reflektieren. Von neueren Windenergieanlagen geht dank matter Lackierungen an den Rotoren keine Beeinträchtigung auf Grund dieses Effekts mehr aus.

Drehstrom

Der Begriff Drehstrom bezeichnet drei Wechselströme, die um je 120 Grad phasenverschoben zueinander schwingen. Drehstrom bildet die Basis für Transport und Verteilung von elektrischer Energie in Stromnetzen, da der Materialaufwand bei gleich großer elektrischer Leistung gegenüber einem Einphasensystem deutlich vermindert ist.

Drei-Liter-Haus

Als Drei-Liter-Haus wird ein Gebäude bezeichnet, das aufgrund guter Dämmung, möglichst luftdichter Bauweise sowie kontrollierter Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung einen maximalen Heizwärmebedarf von 30 kWh / (m2a) (entspricht 3 Liter Heizöl pro m2 und Jahr) aufweist. Während im Neubaubereich der Passivhausstandard ("1,5-Liter-Haus") als Stand der Technik gilt, wird das Drei-Liter-Haus im Hinblick auf Komfort und Effizienz als Stand der Technik bei einer zukunftsfähigen Sanierung angesehen.

Druckluftspeicher

Druckluftspeicher nutzen zu speichernden Strom für die Verdichtung von Luft. Diese Druckluft kann z. B. in gasdichten und druckstabilen, unterirdischen Hohlräumen gelagert werden. Bei der Rückverstromung wird die komprimierte Luft mittels Turbine zum Antrieb eines Generators verwendet.

EEG-Umlage

Durch die sogenannte EEG-Umlage werden die Mehrkosten für die Vergütung von Strom aus Erneuerbare-Energie-Anlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf die Stromendverbraucher verteilt. Die Höhe der EEG-Umlage ergibt sich aus der Differenz zwischen der zu zahlenden EEG-Einspeisevergütung für Strom aus Erneuerbare-Energie-Anlagen und dem beim Verkauf durch die Übertragungsnetzbetreiber an der Börse erzielten Strompreis ("Differenzkosten").

Eigenverbrauch

Wenn ein dezentraler Stromerzeuger selbst erzeugten Strom in der eigenen Liegenschaft verbraucht und nicht in das Stromnetz des regionalen Netzbetreibers einspeist, spricht man von Eigenverbrauch.

Einsatzstoffvergütungsklasse

Bei der Stromerzeugung aus Biomasse im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kann ein Erzeuger eine von der eingesetzten Biomasse abhängige erhöhte Vergütung für den nach EEG eingespeisten Strom erhalten. Deren Höhe richtet sich nach zwei Einsatzstoffvergütungsklassen, denen die nach der Biomasseverordnung in Frage kommenden Biomassen zugeordnet sind.

Einspeiser

Ein Erzeuger elektrischer Energie (z. B. eine Privatperson oder ein Unternehmen), der diese in ein öffentliches Stromnetz abgibt, wird auch als Einspeiser bezeichnet.

Einspeisemanagement

Einspeisemanagement bezeichnet Maßnahmen, die vom Netzbetreiber zur Stabilisierung der Stromnetze durch Eingriff in den Betrieb von Energieerzeugungsanlagen ergriffen werden können. Dies kann zur Abschaltung einer Erzeugungsanlage führen. Regeln für das Einspeisemanagement sind im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) und Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthalten.

Einspeisevergütung

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird für den Zeitraum von 20 Jahren eine gesetzliche Vergütung für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom aus Erneuerbaren Energien durch den regionalen Netzbetreiber zugesichert. Die Einspeisevergütung ist gestaffelt nach zum Einsatz kommender Technologie, Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage, Anlagengröße, Standort und ggf. eingesetztem Brennstoff.

Einspeisevorrang

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind Netzbetreiber verpflichtet, den gesamten angebotenen Strom aus regenerativen Energiequellen vorrangig vor solchem Strom abzunehmen, der aus konventionellen Energiequellen stammt. Diese Regelung wird mit dem Begriff Einspeisevorrang beschrieben.

Einspeisezähler

Der Stromzähler, der die von einer netzgekoppelten dezentralen Stromerzeugungsanlage eingespeiste elektrische Energie ermittelt, wird Einspeisezähler genannt. Dieser kann mit dem Stromzähler für den aus dem Netz bezogenen Strom zu einem Zweirichtungszähler zusammengefasst sein.

Eiswurf

Unter Eiswurf versteht man eine potenziell von Windenergieanlagen ausgehende Gefährdung durch Eisanhaftungen, die sich bei der Drehbewegung des Rotors von den Rotorblättern ablösen und unkontrolliert in die Umgebung geschleudert werden. Um dies zu verhindern, werden die Anlagen bei Eiswurfgefahr entweder abgeschaltet oder die Rotorblätter beheizt, wodurch die Eisbildung von vorne herein vermieden wird.

Elektromobilität

In der Elektromobilität wird statt eines Verbrennungsmotors ein Elektromotor für den Antrieb verwendet. Dieser benötigt anstelle von flüssigen oder gasförmigen Kraftstoffen Strom, der in Akkumulatoren gespeichert wird. Durch die Verwendung von regenerativem Strom werden die Abgas-und CO2-Emissionen des Verkehrs reduziert. Außerdem können Elektrofahrzeuge einen Beitrag zur Stromspeicherung und Netzstabilisierung leisten.

Emissionsbilanz

In einer Emissionsbilanz werden die durch die Nutzung eines Energieträgers vermiedenen Emissionen den verursachten Emissionen gegenübergestellt. Bei Erneuerbaren Energien entsprechen die vermiedenen Emissionen denen, die bei der Produktion der gleichen Energiemenge aus konventionellen Energieträgern angefallen wären. Die verursachten Emissionen kommen z. B. durch Produktion, Transport, Aufbau, Betrieb und Abbau sowie Entsorgung einer Anlage zustande.

Emissionsrechtehandel

Der Emissionsrechtehandel ist ein marktbasiertes Instrument zur Begrenzung der CO2-Emissionen. Dazu wird die Menge an Rechten zur Emission von CO2 und anderen Treibhausgasen, die z. B. während eines Jahres emittiert werden dürfen, begrenzt und ggf. entsprechend von Minderungszielen in den darauffolgenden Jahren verringert. Im Jahr 2003 haben sich die EU-Staaten auf die Einführung eines grenzüberschreitenden Handels mit CO2- Emissionsrechten geeinigt, dessen erste Handelsperiode 2005 begann. Die jeweils einer Tonne CO2 entsprechenden CO2-Zertifikate können von den Teilnehmern (hierzu verpflichtete Industrieunternehmen und Kraftwerksbetreiber) untereinander gehandelt werden, sofern sie die für sie maximal festgelegte Menge CO2 unter- oder überschritten haben.

Endenergie

Die Endenergie ist der Anteil der Primärenergie, der nach Abzug von Umwandlungs- und Transportverlusten beim Verbraucher ankommt, z. B. in Form von Brenn- und Kraftstoffen oder auch als Strom.

Energie-3-Sprung

Energiebedarf senken, Energieeffizienz steigern und Erneuerbare Energien ausbauen sind die Bestandteile eines nachhaltigen Umgangs mit Energie. Diese drei Bestandteile werden als "Energie-3-Sprung" bezeichnet, um zu verdeutlichen, dass nur mit allen drei Sprüngen die Energiewende und Reduzierung der CO2-Emissionen zu schaffen sind.

Mehr Informationen zum Energie-3-Sprung im Energie-Atlas Bayern

Energie-Atlas Bayern

Der Energie-Atlas Bayern ist das zentrale Internet-Portal der Bayerischen Staatsregierung zum Energiesparen, zur Energieeffizienz und zu Erneuerbaren Energien. Die eng miteinander verzahnten interaktiven Karten und Texte bieten kostenlos Informationen und Planungshilfen für Bürger, Kommunen und Unternehmen.

Energieausweis

Der Energieausweis ist ein Dokument, in dem die energetische Qualität eines Gebäudes dargestellt wird. Abhängig von der Art der Berechnung unterscheidet man Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis. Für die Erstellung des Bedarfsausweises wird auf der Basis des energetischen Zustands eines Gebäudes die Energiemenge berechnet, die für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung bei durchschnittlicher Nutzung benötigt wird. Um einen Verbrauchsausweis zu erstellen, wird der um Witterungseinflüsse bereinigte Energieverbrauch der Gebäudenutzer in den letzten drei Jahren herangezogen. Potenziellen Mietern und Käufern von Gebäuden muss auf Verlangen ein Energieausweis vorgelegt werden.

Energiebedarf

Der Energiebedarf ist die Energiemenge, die unter definierten Bedingungen für eine bestimmte Tätigkeit voraussichtlich notwendig ist. Es handelt sich dabei um einen berechneten Wert. Der tatsächliche Energieverbrauch kann davon abweichen. So kann z. B. für ein Gebäude unter definierten Bedingungen wie dem Klima vor Ort, einem definierten Nutzerverhalten von Hausbewohnern, einer gewünschten Raumtemperatur etc. der Energiebedarf für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung, berechnet werden. Der tatsächliche Energieverbrauch kann jedoch je nach Nutzerverhalten davon abweichen. Siehe auch Energieverbrauch.

Energieberatung

Unter Energieberatung versteht man eine qualifizierte Hilfestellung zur Erkennung von Effizienz- und Einsparpotenzialen sowie zur Ableitung geeigneter Maßnahmen oder Nutzungsänderungen. Energieberatungen sollen zudem dabei helfen, ein zunehmendes Bewusstsein für energiesparendes Verhalten bei allen Zielgruppen zu entwickeln.

Energiebilanz

In einer Energiebilanz werden das Aufkommen und die Verwendung von Energieträgern innerhalb einer definierten Systemgrenze zeitraumbezogen und detailliert dargestellt. Die Energiebilanzen des Bundes und der Länder bestehen aus den drei Hauptteilen Primärenergiebilanz, Umwandlungsbilanz und Endenergieverbrauch.

Energieeffizienz

Die Energieeffizienz beschreibt das Verhältnis aus erzieltem Nutzen und zugehörigem Energieeinsatz. Eine Steigerung der Energieeffizienz kann daher grundsätzlich auf zwei Wegen erreicht werden. Entweder muss bei gleichem Nutzeffekt (= konstanter Nutzen) der Energieverbrauch reduziert werden (z. B. durch Wärmedämmung) oder bei konstantem Energieeinsatz ein zusätzlicher Nutzen hinzukommen (z. B. durch Abwärmenutzung).

Energieeinsparung

Unter Energieeinsparung versteht man die Reduktion des Energieverbrauches im Vergleich zu einem Status Quo. Im engeren Sinne wird der Begriff häufig mit der Vermeidung von Energieverbrauch durch verbessertes Nutzerverhalten gleichgesetzt, im weiteren Sinne kann auch die Steigerung der Energieeffizienz als Maßnahme zur Energieeinsparung verstanden werden.

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) setzt Mindeststandards für den Primärenergiebedarf und die thermische Ausstattung von Gebäuden sowie für die energetische Bewertung der Gebäudetechnik (Heizung, Kühlung, Lüftung, Warmwasserversorgung) fest. Der laut EnEV zulässige Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung eines zu errichtenden Gebäudes orientiert sich am Primärenergiebedarf eines virtuellen Referenzgebäudes, welches dieselbe Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung wie das tatsächliche Gebäude aufweist.

Energieintensität

Die Energieintensität beschreibt den spezifischen Energieeinsatz eines abgegrenzten Systems (z. B. einer Volkswirtschaft, einer Branche, eines Unternehmens) und errechnet sich aus dem Energieeinsatz dividiert durch eine Bezugsgröße (z. B. Bruttoinlandsprodukt, Umsatz, Stückzahl).

Energieleitungsausbaugesetz (Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen – EnLAG)

Das Gesetz befasst sich mit dem Ausbau der Höchstspannungsnetze. Es definiert konkrete Leitungsvorhaben, die der Integration von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, der besseren Vernetzung im europäischen Energiemarkt, dem Anschluss neuer Kraftwerke oder der Vermeidung struktureller Engpässe im Übertragungsnetz dienen.

Energiemanagementsystem, betriebliches

Ein Energiemanagementsystem dient der systematischen und kontinuierlichen Optimierung des Energieeinsatzes in einem Betrieb. Es basiert auf einer Erfassung der betrieblichen Energieströme. Darauf aufbauend werden Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung des Energieaufwandes definiert. Durch ein übergreifendes Monitoring und regelmäßiges Anpassen der Maßnahmen auf geänderte Rahmenbedingungen wird eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz erreicht. Ein standardisiertes Energiemanagementsystem ist z. B. die internationale Norm ISO 50001.

Energienutzungsplan/-konzept

Ein Energienutzungsplan/-konzept ist ein informelles Planungsinstrument mit direktem räumlichem Bezug (z. B. Landkreis, Kommune, Ortsteil). Ziel ist es, Energiebedarf, -infrastruktur und -potenziale abzubilden und daraus optimierte Lösungen für die Energieversorgung des betrachteten Raumes und Ansätze zur Energieeinsparung in Form eines Maßnahmenpakets abzuleiten.

Energiepflanzen

Als Energiepflanzen werden Pflanzen bezeichnet, die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen speziell für den Zweck der energetischen Verwertung angebaut werden. Ihr Einsatz erfolgt in der Kraftstoff-, Wärme- und Stromerzeugung. Beispiele sind Mais, Raps, Elefantengras, Zuckerrüben, Durchwachsene Silphie, Mischungen aus einheimischen und / oder fremdländischen Wildpflanzen.

Energieproduktivität

Die Energieproduktivität gibt das Verhältnis von Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Primärenergieverbrauch wieder. Sie wird als Maß für die ökonomische Effizienz im Umgang mit Energieressourcen herangezogen. Die Energieproduktivität hat sich in Bayern von 2000 bis 2015 um 26 Prozent erhöht.

Energieträger

Energieträger sind Stoffe, die aufgrund ihrer chemischen und / oder physikalischen Eigenschaften in der Lage sind, Energie abzugeben. Darunter fallen z. B. Biomasse, Biogas, Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran.

Energieverbrauch

Der Ausdruck Energieverbrauch hat sich umgangssprachlich entwickelt. Physikalisch gesehen kann Energie in einem geschlossenen System nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt werden. Im physikalischen Sinne spricht man von Exergieverbrauch oder Entropieerzeugung. Im Ingenieurwesen ist der Energieverbrauch definiert als "die für die Deckung eines Energiebedarfs aufgewandte Menge bestimmter Energieformen unter realen Bedingungen".

Energieversorgungsunternehmen (EVU)

Energieversorgungsunternehmen (EVU) im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform und Eigentumsverhältnisse Unternehmen und Betriebe, die Energie an andere liefern, ein Energieversorgungsnetz betreiben oder an einem Energieversorgungsnetz als Eigentümer Verfügungsbefugnis besitzen.

Energiewende

Die Energiewende beschreibt den Umbau der Energieversorgung von der überwiegenden Nutzung fossiler und atomarer Energieträger hin zu einer ökologischen und nachhaltigen Energieversorgung. Bis zum Jahr 2022 soll der vollständige Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie in Deutschland und parallel dazu eine weitgehende Dekarbonisierung der Energieversorgung erfolgen. Ziel ist es, im Jahr 2050 80 % des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)

Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) enthält gesetzliche Regelungen zum Recht der leitungsgebundenen Strom- und Gasversorgung und regelt den Wettbewerb auf dem deutschen Energiemarkt. Ziel des EnWG ist es, eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas sicherzustellen, die zunehmend auf erneuerbaren Energien beruht.

Energy-only-Markt

Am derzeit bestehenden Strommarkt werden nur zu liefernde Strommengen gehandelt (Energy-only-Markt), nicht aber die Bereitstellung von Stromerzeugungskapazitäten durch Stromerzeugungsanlagen.

EPEX SPOT

EPEX SPOT mit Sitz in Paris ist eine europäische Strombörse für kurzfristige Stromhandelsgeschäfte in Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Dieser sogenannte Spotmarkt schafft die Möglichkeit, kurzfristig benötigte Strommengen einzukaufen bzw. Überschussstrom zu verkaufen.

Erdkabel

Unter Erdkabel versteht man eine unterirdisch geführte Stromleitung. Dabei sind verschiedene Bauausführungen möglich (z. B. Verlegung im Erdreich oder in Tunnelbauwerken). Als Isoliermedien wird u. a. vernetztes Polyethylen (VPE) verwendet.

Erneuerbare Energien

Als Erneuerbare Energien (auch regenerative Energien genannt) werden nachhaltige Energiequellen, wie Solarenergie (Photovoltaik, Solarthermie), Windenergie, Wasserkraft, und nachhaltig produzierte Biomasse bezeichnet. Im Gegensatz zu fossilen und nuklearen Brennstoffen können Erneuerbare Energien sich laufend erneuern und stehen praktisch zeitlich unbegrenzt zur Verfügung.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Mit dem Ziel, die Nutzung Erneuerbarer Energien voranzutreiben, trat am 1. April 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft und löste damit das frühere Stromeinspeisungsgesetz ab. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt die Anschlusspflicht für Anlagen, die Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen sowie den Einspeisevorrang und die Einspeisevergütung für den erzeugten Strom aus Erneuerbaren Energien.

Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz

Das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) verpflichtet Eigentümer neuer Gebäude (Bauantrag nach dem 1.1.2009) und grundlegend sanierter öffentlicher Gebäude, einen Teil des Wärme- oder Kühlungsbedarfs aus Erneuerbaren Energien zu decken oder Ersatzmaßnahmen wie z. B. eine über die jeweils gültigen gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Wärmedämmung vorzunehmen. Hinsichtlich der Auswahl der Energieträger bei Deckung des Pflichtanteils an Erneuerbaren Energien besteht Wahlfreiheit.

EU-Ökodesign Richtlinie

Durch die Vorgabe allgemeiner und spezifischer Anforderungen soll die EU-Ökodesign Richtlinie (2009/125/EG) dazu beitragen, die Umweltverträglichkeit energiebetriebener Produkte zu verbessern, insbesondere durch die Steigerung der Energieeffizienz. Erfasst werden alle Endgeräte, die mit Energie gleich welcher Art betrieben werden (Elektrizität; feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe), mit Ausnahme von Fahrzeugen und Rüstungsgütern. Da die Ökodesign-Richtlinie eine Rahmenrichtlinie ist, enthält sie selbst keine konkreten Anforderungen an einzelne Produkte. Diese werden in den dazugehörigen EU-Verordnungen geregelt und sind für alle EU Länder verbindlich.

European energy exchange (EEX)

Die EEX mit Sitz in Leipzig ist eine Energiebörse für den Handel mit Strom, Erdgas, CO2-Zertifikaten und Kohle. Sie bietet einen Terminmarkt für die langfristige Strombeschaffung mit Monats-, Quartals-, und Jahreskontrakten und einen Spotmarkt zum kurzfristigen Handel mit Gas. Der Spotmarkt für Strom wurde hingegen in die EPEX SPOT überführt.

Externe Effekte (externe Kosten)

Externe Effekte entstehen, wenn die Herstellung oder der Verbrauch von Waren und Dienstleistungen positive oder negative Auswirkungen auf andere Unternehmen, Haushalte oder die Gesellschaft haben, ohne dass vom Schadensverursacher ein Ausgleich vorgenommen bzw. vom Empfänger eines Vorteils ein Entgelt gezahlt wird. Externe Kosten entstehen, wenn der Verursacher nur die privaten (betriebswirtschaftlichen) Kosten betrachtet und die sozialen (volkswirtschaftlichen) Kosten auf die Gesellschaft überträgt (externalisiert). Bei der Energieerzeugung sind dies z. B. Kosten durch die Auswirkungen von CO2-Emissionen (siehe auch CO2-Schadenskosten), Kosten für die Beseitigung von Netzengpässen (Netzausbau) in Folge des Zubaus von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien etc.

Fernwärme

Unter Fernwärme versteht man die Versorgung von Wärmeabnehmern über ein weiträumiges Wärmenetz zur Bereitstellung von Heizwärme, Warmwasser und / oder Prozesswärme. Die thermische Energie wird in der Regel in erdverlegten, gedämmten Rohrsystemen mittels eines erhitzten Mediums (meist Wasser oder Dampf) transportiert. Der Begriff Fernwärme wird genutzt, um flächige Wärmenetze von kleinräumiger zentraler Wärmeversorgung (Nahwärme) abzugrenzen, wobei es keinen festgelegten Grenzwert für diese Differenzierung gibt.

Flächenbedarf und –verbrauch

Der Flächenbedarf beschreibt die für eine bestimmte Nutzung erforderliche Fläche. Unter Flächenverbrauch versteht man hingegen landläufig insbesondere die Inanspruchnahme von landwirtschaftlichen oder naturbelassenen Flächen zur Schaffung von "Siedlungs- und Verkehrsfläche". Ein Verbrauch im eigentlichen Sinne (= unwiederbringlicher Verlust) findet somit nicht statt.

Flächeneffizienz, energetisch

Die energetische Flächeneffizienz ist ein Maß zur Beurteilung, in welchem Grad Energie auf einer bestimmten Fläche durch eine Anlage erzeugt werden kann. Hierzu wird die erzeugte Energie ins Verhältnis zur Fläche gesetzt, die eine Erzeugungsanlage und die für ihren Betrieb notwendige Rohstoffproduktion in Anspruch nimmt.

Flächenkonkurrenz

Eine Flächenkonkurrenz besteht immer dann, wenn eine Fläche auf mehrere Arten genutzt werden kann, sich die Nutzungen jedoch gegenseitig ausschließen. So können landwirtschaftliche Flächen beispielsweise zum Anbau von Nahrungsmitteln, Futtermitteln oder Energiepflanzen genutzt werden.

Flächenkulisse

siehe Gebietskulisse

Fossile Energieträger

Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle haben sich über lange Zeiträume aus abgestorbenen Pflanzen und Tieren unter Einwirkung von Druck und Wärme gebildet. Aufgrund des aus menschlicher Sicht langen Entstehungsprozesses können fossile Energieträger im Gegensatz zu Erneuerbaren Energien vollständig aufgebraucht werden, da ihre Nutzung ungleich schneller erfolgt als die Neubildung. Zudem setzt die Verbrennung von fossilen Energieträgern CO2 frei, das über sehr lange Zeiträume als Kohlenstoff in ihnen gebunden war und entlässt dieses in die Atmosphäre.

Freileitung

Eine Freileitung ist einer Anlage zur oberirdischen Fortleitung von elektrischer Energie, bestehend aus Stützpunkten und Leitungsteilen. Stützpunkte umfassen Maste, deren Gründungen und Erdungen. Leitungsteile umfassen Leiterseile und Isolatoren, jeweils mit Zubehörteilen.

Funktionale Stromspeicherung

Unter funktionaler Stromspeicherung versteht man die Umwandlung und Speicherung von Strom in Form der späteren Stromanwendung, v. a. leicht speicherbarer Wärme oder Kälte. Die Energie wird zwar nicht wieder in Strom umgewandelt, durch gezielten Verzicht auf Strombezug in Engpasszeiten ist der Effekt auf das Stromnetz allerdings vergleichbar mit einer Wiedereinspeisung. Ermöglicht wird dies durch Lastverschiebung mit Hilfe intelligenter Stromnetze (Smart Grid). Viele industrielle Stromverbraucher (z. B. Schmelzbetriebe) haben z. B. in Stromengpasszeiten die Möglichkeit, für eine definierte Zeit auf Strombezug zu verzichten und den Strombezug auf günstigere Zeiten zu verschieben.

Gasturbine

In einer Gasturbine wird ein brennbares Gas oder eine brennbare Flüssigkeit mittels verdichteter Luft in komprimiertem Zustand innerhalb einer Brennkammer verbrannt. Das entstehende heiße Abgas steht durch die Verbrennungswärme unter hohem Druck und die Entspannung auf niedrigeren Druck liefert die mechanische Energie zum Antrieb des Verdichters für die Luft und des Generators für die Stromerzeugung.

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk

Ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk ist eine Stromerzeugungsanlage, bestehend aus einer Gasturbinen-Generatoreinheit, deren Abgase zur Dampferzeugung genutzt werden. Mit dem Dampf wird dann in einer Dampfturbinen- Generatoreinheit zusätzlicher Strom erzeugt, so dass elektrische Wirkungsgrade von über 60 % realisiert werden können.

Gebietskulisse / Flächenkulisse

Die Begriffe "Gebietskulisse" oder "Flächenkulisse" werden häufig im Zusammenhang mit raumplanerischen Belangen verwendet, obgleich keine einschlägige Definition in der Fachliteratur vorliegt. Im Folgenden werden die Begriffe daher ohne Anspruch auf die Definitionshoheit und nur für den privaten Gebrauch erklärt.

Die synonym verwendeten Begriffe bezeichnen eine Beschreibung / Darstellung bestimmter thematischer Raum- oder Gebietseinheiten (Flächen), i. d. R. kartographisch aufbereitet. Eine Gebiets- oder Flächenkulisse ist häufig eine Karte, in die spezifische Vorgaben (z. B. ein Erlass) und / oder Fachdaten (z. B. bezüglich Naturschutz oder Immissionsschutz) eingearbeitet wurden.

Ein Beispiel hierfür ist die "Gebietskulisse Windkraft" im Energie-Atlas Bayern. Es handelt sich um eine thematische Karte im Maßstab 1:100.000, die ausreichend windhöffige Flächen ausweist, in denen die Nutzung von Windenergie aus umweltfachlicher Sicht voraussichtlich möglich ist.

Generator

Ein Generator wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um, indem durch Bewegung eines Leiters in einem Magnetfeld eine elektrische Spannung induziert wird.

Geothermie

Geothermische Energie wird auch als Erdwärme bezeichnet. Erdwärme ist eine Form gespeicherter Energie unterhalb der Erdoberfläche. Unter Geothermie versteht man die technische Ausnutzung dieser natürlichen Wärmequelle zur Energiegewinnung (Wärme und Strom).
Von Tiefengeothermie, die zum Teil auch eine Erzeugung von Strom ermöglicht, spricht man bei der Nutzung von Wärme aus Tiefen zwischen 400 und 7.000 Metern. Die in der Regel durch Wärmepumpen erfolgende Nutzung von Erdwärme oder Grundwasser als Wärmequelle bis zu einer Tiefe von 400 Meter wird oberflächennahe Geothermie genannt.

Gleichstrom

Als Gleichstrom (direct current, DC) bezeichnet man elektrischen Strom, dessen Stärke und Richtung sich zeitlich nicht ändern. Strom aus Photovoltaikanlagen und Akkumulatoren, liegt prinzipiell als Gleichstrom vor. Im öffentlichen Stromnetz wird Wechselstrom bereitgestellt.

Globalstrahlung

Die Globalstrahlung der Sonne ist die auf eine horizontale Fläche auftreffende Strahlungsleistung, gemessen in W / m2. Sie setzt sich zusammen aus der diffusen, durch Einflüsse in der Atmosphäre (z. B. Nebel und Wolken) gestreuten Solarstrahlung und der direkten Strahlung, die ohne Streuung direkt auf die Erdoberfläche trifft.

Grundlast

Die Grundlast (Base load) ist die kontinuierlich benötigte Leistung, die unabhängig von Spitzenlastzeiten bereitgestellt werden muss. Dies gilt für das Stromnetz ebenso wie z. B. für die Wärmeversorgung von Gebäuden.

Grünstromprivileg

Der Begriff Grünstromprivileg ist die Bezeichnung für eine Regelung innerhalb des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), mit der Elektrizitätsversorgungsunternehmen eine Reduzierung der EEG-Umlage von derzeit 2 ct/kWh erreichen können, sofern sie über einen Zeitraum von mindestens acht Monaten eines Jahres Strom an ihre Kunden verkaufen, welcher zu mehr als 50 % aus Erneuerbare-Energie-Anlagen und gleichzeitig zu mindestens 20 % aus Photovoltaik- und Windenergieanlagen stammt.

g-Wert

Der g-Wert (Energiedurchlassgrad) ist ein Maß für die Gesamtdurchlässigkeit der Energie bei transparenten Bauteilen, z. B. Fensterscheiben. Ein g-Wert von 0,60 bedeutet, dass 60 % der eingestrahlten Energie in den Raum hinter einer lichtdurchlässigen Oberfläche gelangen kann. Der g-Wert als Gesamtenergiedurchlassgrad ist die Summe aus der direkt durchgelassenen Sonnenstrahlung und der sekundären Wärmeabgabe, die vom Glas nach innen durch Abstrahlung und Konvektion erfolgt.

Heizkraftwerk

In einem Heizkraftwerk wird in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) Strom und Wärme erzeugt. Die Wärme wird meist über ein Wärmenetz an die Verbraucher verteilt und dient dort der Heizung, Warmwasserbereitung und / oder einem wärmeintensiven Prozess. Der Strom wird abhängig von der Bedarfsstruktur direkt vor Ort zur Eigenversorgung des Betreibers verwendet oder in das Stromnetz eingespeist. Im Vergleich zur separaten Erzeugung von Strom und Wärme wird bei gleichem Endenergiebedarf deutlich weniger Brennstoff benötigt.

Heizwerk

Ein Heizwerk ist eine Anlage zur zentralen Erzeugung von Wärme für Heizung, Warmwasserbereitung und / oder wärmeintensive Prozesse. Die Wärme wird häufig über Wärmenetze an die Verbraucher verteilt.

HGÜ-Korridor

Als HGÜ-Korridor wird ein Trassenraum für Leitungen in Gleichstromtechnik bezeichnet.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung ist ein Verfahren zur Übertragung von großen elektrischen Leistungen bei sehr hohen Spannungen (100 - 1.000 kV). Oft findet sich für Gleichstrom auch das Kürzel "DC", was von der englischen Bezeichnung "direct current" stammt. Für die Leistungsentnahme und Einspeisung ins herkömmliche Stromnetz sind Hochspannungswechselrichter (Konverter) erforderlich. HGÜ weist insbesondere bei der Stromübertragung über große Distanzen Vorteile gegenüber der Wechselstromübertragung auf.

Hochstrombeseilung

Unter Hochstrombeseilung versteht man die Verwendung von Leiterseilen mit deutlich größeren Leiterquerschnitten. Dadurch ist die Strombelastbarkeit höher als bei klassischen Leiterseilen und es kann mehr Strom übertragen werden. Außerdem sind die entstehenden Netzverluste geringer.

Hochtemperaturleiterseile

Leiterseile, die gegenüber konventionellen Aluminium / Stahl-Leiterseilen aufgrund der verwendeten Materialien für deutlich höhere Betriebstemperaturen ausgelegt sind und damit mehr Strom übertragen können.

Holzhackschnitzel

Der Begriff Holzhackschnitzel bezeichnet mit schneidenden Werkzeugen (Hacker) zerkleinertes Holz mit Kantenlängen im Zentimeterbereich. Sogenannte Waldhackschnitzel werden aus Waldrestholz oder Schwachholz hergestellt, also dem Rohholzaufkommen, das nicht als Stammholz oder Industrieholz stofflich verwertbar ist. Andere Holzhackschnitzel werden aus Industrierestholz (z. B. aus der Sägeindustrie), holzigem Landschaftspflegematerial, Kurzumtriebsplantagenholz oder auch aus Altholz produziert.

Holzpellets

Holzpellets sind zylindrische Presslinge aus naturbelassenem Holz, meist mit einem Durchmesser von 6 mm und einer Länge zwischen 3 und 5 cm, die hauptsächlich aus Säge- und Hobelspänen hergestellt werden. Durch das Pelletieren wird aus den losen Spänen ein kompakter Brennstoff erzeugt, der trocken und gut rieselfähig ist und bei Transport sowie Lagerung nur wenig Platz erfordert. Der Heizwert von einem Kilogramm Holzpellets beträgt ca. 5 kWh und entspricht damit etwa dem Heizwert von einem halben Liter Heizöl.

Holzvergasung

Holzvergasungsanlagen wandeln Holz in Form von Hackschnitzeln oder Holzpellets durch einen mehrstufigen Prozess in einen gasförmigen Sekundärbrennstoff (Holzgas) um. Für die Gasnutzung problematische Teere und Kohlenwasserstoffe werden im Prozess gespalten bzw. aus dem Gas abgetrennt. Das Gas wird in der Regel gekühlt und meist in einem Blockheizkraftwerk als Brennstoff genutzt.

Hydraulischer Abgleich

Durch den hydraulischen Abgleich einer Heizungsanlage wird eine homogene Wärmeverteilung im gesamten Heizsystem durch bedarfsgerechte Justierung der Volumenströme in allen Leitungen sichergestellt. Bei nicht abgeglichenen Systemen besteht in Folge differierender hydraulischer Widerstände in der Heizungsanlage die Gefahr von hydraulischen Kurzschlüssen und damit einer ungleichmäßigen Wärmeverteilung. Für eine ordnungsgemäße Funktion der Heizungsanlage gewinnt ein hydraulischer Abgleich mit steigender Anlagengröße bzw. Rohrleitungslänge an Bedeutung.

Infraschall

Als Infraschall werden Schallwellen bezeichnet, deren Frequenzbereich unterhalb der menschlichen Hörschwelle von etwa 20 Hertz liegt. Der Mensch kann Infraschall demnach nicht hören, bei hohen Schalldruckpegeln aber unter Umständen spüren. Bei Infraschallpegeln unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle können nach heutigem Stand der Wissenschaft keine gesundheitlichen Auswirkungen hervorgerufen werden. Auch moderne Windenergieanlagen produzieren Infraschall, der aber schon ab einer Entfernung von 250 Metern unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle liegt.

Inselanlage

Wenn eine Stromerzeugungsanlage nicht mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist, sondern Verbraucher innerhalb eines getrennten Stromnetzes mit Energie versorgt, spricht man von einer Inselanlage. In der Regel existieren Inselanlagen dort, wo die Anbindung an ein bestehendes Stromnetz aus technischer oder wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll ist (z. B. im Hochgebirge).

Jahreshöchstlast

Die Jahreshöchstlast ist die in einem Jahr maximal zeitgleich auftretende Summe der elektrischen Leistung aller angeschlossenen Verbraucher in einem Netz inklusive der Leitungsverluste. Sie zeigt auf, welcher maximalen Leistungsanforderung das Energieversorgungsnetz genügen muss.

Kaltreserve

Die Stromerzeugungskapazitäten von Kraftwerken, die nicht endgültig stillgelegt, sondern unter Wahrung der Einsatzfähigkeit für einen längeren Zeitraum außer Betrieb genommen werden, werden als Kaltreserve bezeichnet. Kraftwerke aus der Kaltreserve können in besonderen Situationen (z. B. hoher Strombedarf während einer Kälteperiode) relativ kurzzeitig reaktiviert oder aufgrund veränderter Rahmenbedingungen (z. B. geänderte Brennstoffpreise) wieder in den Normalbetrieb überführt werden.

Kernenergieausstieg

Unter Kernenergieausstieg versteht man die politische Entscheidung, auf die Erzeugung von Strom aus Kernenergie zu verzichten. Kurz nach der nuklearen Katastrophe in Japan beschloss der Deutsche Bundestag am 30. Juni 2011 acht Kernkraftwerke unverzüglich und dauerhaft abzuschalten und die übrigen neun schrittweise bis Ende 2022 vom Netz zu nehmen.

KfW-Effizienzhausstandards

Die Förderbank des Bundes KfW fördert u. a. energetische Maßnahmen in Neubau und Gebäudesanierung. Sie hat eigene Energieeffizienzstandards für Gebäude definiert, die auf der Berechnung eines Referenzgebäudes nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) beruhen. Ein KfW-Effizienzhaus 40 darf beispielsweise einen Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwasserbereitung von max. 40 % des EnEV-Referenzgebäudes (Mindestanforderung nach EnEV) aufweisen. Ein weiteres Kriterium für die Einstufung ist der über die Gebäudehülle an die Umgebung abgegebene Transmissionswärmeverlust, welcher einen jeweils festgelegten Wert unterschreiten muss.

Kilowatt peak (kWp)

Bei einer Photovoltaikanlage wird die abgegebene elektrische Leistung unter Standard-Testbedingungen in Kilowatt peak (kWp) angegeben. Die Angabe entspricht trotz der abweichenden Form der Nennleistung, bzw. etwa der maximalen Leistung.

Kilowattstunde

Eine Kilowattstunde (kWh) gibt die Energiemenge an, die ein Verbraucher mit einer Leistung von 1 kW innerhalb einer Stunde benötigt, bzw. eine Energieerzeugungsanlage mit 1 kW Leistung in derselben Zeit erzeugt.

Kleinwindanlagen

Kleinwindanlagen erzeugen ebenso wie "große" Windenergieanlagen Strom aus der Energie des Windes. Sie lassen sich mit Hilfe folgender Kriterien von Großanlagen abgrenzen: Ihre Gesamthöhe beträgt maximal 50 Meter, ihre Nennleistung liegt bei maximal 75 kW und ihre überstrichene Rotorfläche beläuft sich maximal auf 200 m2. Kleinwindanlagen bis zu einer Gesamthöhe von 10 m sind nicht genehmigungspflichtig, bis zu einer Gesamthöhe von 50 m bedürfen sie einer baurechtlichen Genehmigung.

Klimaschutz

Unter Klimaschutz versteht man Maßnahmen, die einer durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung entgegenwirken und so mögliche Folgen der globalen Erwärmung abmildern bzw. verhindern sollen. Der Hauptfokus liegt hierbei auf der Verringerung des Treibhausgas-Ausstoßes, was z. B. durch eine Verringerung des Energieverbrauchs und eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien erreicht werden soll.

Klimawandel, anthropogener

Seit der Industrialisierung steigt allmählich die globale Mitteltemperatur der Luft in Bodennähe. Wissenschaftliche Forschungen belegen, dass für einen bedeutenden Teil dieses Anstiegs wir Menschen verantwortlich sind. Deshalb sprechen wir von einer anthropogenen – vom Menschen verursachten – Klimaänderung. Durch das Verbrennen fossiler Energieträger (wie zum Beispiel Kohle und Erdöl) und durch großflächige Entwaldung wird Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre angereichert. Land- und Viehwirtschaft verursachen Gase wie Methan (CH4) und Distickstoffmonoxid (Lachgas, N2O). Kohlendioxid, Methan und Lachgas gehören zu den treibhauswirksamen Gasen. Eine Ansammlung dieser Gase in der Atmosphäre führt in der Tendenz zu einer Erwärmung der unteren Luftschichten. Als wichtige Grenze gilt die Zwei-Grad-Schwelle, die nicht überschritten werden sollte.

Kommunale Wertschöpfung

Die kommunale Wertschöpfung aus Erneuerbaren Energien ergibt sich durch positive ökonomische Effekte, die in der jeweiligen Gebietskörperschaft erreicht werden. Bei der Bezifferung der kommunalen Wertschöpfung werden die Nettogewinne der beteiligten Unternehmen, die Nettoeinkommen der beteiligten Beschäftigten und die an die Kommunen gezahlten Steuern für sämtliche Stufen der Wertschöpfungskette (Produktion von Anlagen, Planung und Installation, Betrieb und Wartung, Betreibergesellschaft) betrachtet. Die Höhe der kommunalen Wertschöpfung ist davon abhängig, wie viele dieser Stufen von Beteiligten aus der Kommune abgedeckt werden können und insbesondere, ob der Sitz der Betreibergesellschaft in der Kommune liegt.

Kommunales Energiemanagement (KEM)

Das Kommunale Energiemanagement ist ein Instrument zur Analyse und Optimierung des Energieverbrauchs kommunaler Liegenschaften. Es handelt sich dabei um einen fortwährenden Prozess, der auf eine schrittweise Reduzierung des Energieverbrauchs und Optimierung von energieintensiven Arbeitsprozessen abzielt. Kommunales Energiemanagement umfasst die regelmäßige Verbrauchsdatenerfassung, Datenauswertung, Feststellung des Handlungsbedarfs und Umsetzung von konkreten Verbesserungsmaßnahmen sowie ein Monitoring.

Kompaktleuchtstofflampe (Energiesparlampe)

Eine Kompaktleuchtstofflampe ist hinsichtlich ihrer Technik eine "gefaltete" Leuchtstoffröhre, bedingt durch ihre Form und ihre Größe aber nicht ganz so effizient wie diese. Trotzdem ist sie vier- bis fünfmal energieeffizienter als eine Glühbirne, lebt fünf- bis zehnmal so lange, und hat allgemein ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Konsultation

Überbegriff für die Beteiligung von Gruppen, Behörden, Bürgern an Entscheidungsprozessen jeder Art. Eine Konsultation stellt ein Verfahren dar, in welchem Informationen, Erfahrungen und andere Rückmeldungen Betroffener, Beteiligter und Experten zu geplanten Vorhaben vor einer Entscheidung in verschiedensten Formen eingeholt werden. Eingesetzte Methoden sind z. B. Stellungnahmen, schriftliche und mündliche Befragungen sowie Bürgerversammlungen.

Konversionsfläche

Als Konversionsfläche im Sinne des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wird eine Fläche bezeichnet, die ehemals wirtschaftlich, verkehrlich, wohnungsbaulich oder militärisch genutzt wurde und deren Vornutzung noch fortwirkt. Klassische Konversionsflächen sind z. B. ehemalige Deponien oder Truppenübungsplätze. Strom aus einer Photovoltaik-Freiflächenanlage, die auf einer Konversionsfläche errichtet ist, wird nach EEG vergütet.

Konverter(station)

Ein Konverter bzw. eine Konverterstation wandelt Wechselspannung in Gleichspannung um und umgekehrt. Wechselstrom, der über lange Strecken transportiert werden muss, kann verlustärmer als Gleichstrom übertragen werden. Hierfür muss am Anfangs- und Endpunkt der Gleichstromleitung eine Konverterstation errichtet werden, die den Strom jeweils von Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt und umgekehrt.

Kraft- Wärme-Kopplung (KWK)

Wenn die beim Betrieb einer Stromerzeugungsanlage entstehende Wärme genutzt wird, spricht man von Kraft- Wärme-Kopplung. Durch diese Kopplung kann die eingesetzte Energie effizienter genutzt werden als bei der getrennten Erzeugung.

Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz regelt die Zuschlagszahlungen, die Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen für den produzierten Strom erhalten. Die Höhe der zeitlich befristeten Zuschlagszahlung richtet sich nach der Nennwärmeleistung der Anlage und wird nach Leistungsklassen gestaffelt berechnet.

Kurzumtriebsplantage (KUP)

In Kurzumtriebsplantagen werden schnellwachsende Baumarten wie Pappeln und Weiden auf Ackerflächen angebaut, in regelmäßigen Intervallen (alle 3 – 20 Jahre) abgeerntet und in Form von Holzhackschnitzeln zur Energiegewinnung oder stofflich genutzt. Aus den verbleibenden Wurzelstöcken wächst der Neuaustrieb für die nächste Ernte. KUP-Flächen gelten weiterhin als Ackerland, sofern die Umtriebszeiten nicht mehr als 20 Jahre betragen.

KWK-Umlage

Gemäß dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) erhalten Betreiber von KWK-Anlagen für den produzierten Strom Zuschlagszahlungen. Finanziert werden diese über die KWK-Umlage, die auf den Strompreis für die Endverbraucher aufgeschlagen wird.

Landesplanerische Beurteilung

Die Landesplanerische Beurteilung ist das Ergebnis eines Raumordnungsverfahrens. Die zuständige Raumordnungsbehörde stellt damit die Verträglichkeit oder die Unverträglichkeit der Planung mit den Erfordernissen der Raumordnung fest.

Last

Alternativer Begriff für elektrische Leistung.

Laststeuerung / Lastmanagement

Unter Lastmanagement ist die gezielte und aktive Steuerung des Stromverbrauchs zu verstehen. Zum einen kann dies die vertraglich vereinbarte Zu- oder Abschaltung von Energieverbrauchern und -erzeugern durch einen Netzbetreiber bedeuten, der damit einen stabilen Netzbetrieb sicherstellt. Auch die Vermarktung durch Bereitstellung von Regelenergie zum Ausgleich von Unterschieden zwischen Erzeugung und Last sowie die Nutzung des Lastmanagements zum Ausgleich eines Bilanzkreises bei kurzfristigen Abweichungen des Fahrplans sind möglich. Zum anderen kann Lastmanagement von Verbraucherseite aus vor allem auf die Kostensenkung durch Vermeidung von Spitzenlastbezug (s. Leistungspreis) und Verlagerung des Strombezugs in Zeiten mit niedrigerem Strompreis ausgerichtet sein.

Lastregelung

Der Begriff der Lastregelung umfasst alle Maßnahmen zur Deckung des fluktuierenden Strombedarfs eines Verteilnetzes. Zumeist wird die Energieerzeugung dem Bedarf mit Hilfe von Grund-, Mittel- und Spitzenlastkraftwerken angeglichen. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Leistungsänderungsgeschwindigkeit sowie des Leistungsspektrums zur Regelung der Stromerzeugung. Der Lastregelung zur Steuerung der Energieerzeugung steht das Lastmanagement gegenüber, mit dem gezielt der Verbrauch gesteuert wird.

Latentwärmespeicher

Das Prinzip der latenten Speicherung nutzt den Wechsel des Aggregatzustands von wärmespeichernden Medien (z. B. Paraffin). In der Praxis wird bei der Beladung eines Latentwärmespeichers ein sogenanntes Phasenwechselmaterial (PCM) geschmolzen, das die beim Schmelzen gespeicherte Wärme beim Erstarren zum Feststoff wieder freigeben kann. Dieser Speichertyp zeichnet sich gegenüber üblichen Warmwasserspeichern durch eine höhere Speicherdichte und geringere Verluste aus.

LED-Lampe

LED-Leuchtmittel bestehen aus einer oder mehreren Licht emittierenden Halbleiter-Bauelementen (Licht emittierenden Dioden). LED-Lampen zeichnen sich durch ihre Effizienz, ihren geringen Platzbedarf und eine lange Betriebsdauer sowie durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (Haushalt, Straßenbeleuchtung, Signaltechnik, Bildschirme etc.) aus.

Leistung, elektrische

Die elektrische Leistung ist die pro Zeiteinheit umgesetzte Energiemenge (Arbeit).

Leistung, gesicherte

Jederzeit, insbesondere unabhängig von Witterungseinflüssen, verfügbare Erzeugungsleistung. Gesicherte Leistung kann insbesondere von konventionellen Kraftwerken, aber auch von biomassebasierten Stromerzeugungsanlagen bereitgestellt werden. Windenergie- und Photovoltaikanlagen sind hingegen nicht in der Lage gesicherte Leistung bereitzustellen, da deren Erzeugungsleistung vom Winddargebot oder der Solarstrahlung abhängig ist. Die bayerischen Laufwasserkraftwerke weisen insgesamt eine gesicherte Leistung von rd. 50 % ihrer Nennleistung auf.

Leistungspreis

Der Leistungspreis ist der Preis für die höchste abzudeckende Leistung bei der Energielieferung über Netze (Strom, Wärme, Gas), der unabhängig von der tatsächlichen Verbrauchsmenge gezahlt werden muss, da die entsprechende Leistung vom Anbieter immer bereit gehalten wird. Er spiegelt in der Regel die kapitalgebundenen Kosten der Energieversorgung wider und bildet damit das Gegenstück zum Arbeitspreis.

Leiterseile

Leiterseile sind die bei Freileitungen verwendeten, nicht mit Isolationsmaterial ummantelten Metallseile.

Lichttransmissionsgrad

Der Lichttransmissionsgrad transparenter Bauteile, z. B. Fensterscheiben, gibt an, welcher Anteil der Sonnenstrahlung im Bereich des sichtbaren Lichts ins Gebäude fällt. Je höher der Lichttransmissionsgrad, desto heller ist es im Raum.

Luftdichtigkeitsmessung

Niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergiehäuser müssen, um Energieverluste und Bauschäden zu vermeiden, möglichst luftdicht errichtet werden. Die Luftdichtigkeit kann mit einem Differenzdrucktest (z. B. "Blower-Door-Test") überprüft werden. Dabei wird mit speziellen Ventilatoren und Messgeräten, die in eine Fenster- oder Türöffnung eingebaut werden, ein konstanter Druckunterschied zur Umgebung aufgebaut. Der sich aufgrund von Gebäudeundichtigkeiten einstellende Luftstrom, der zu einem Druckausgleich führt, gibt Auskunft über die Dichtheit des Gebäudes.

Merit-Order-Effekt

Durch die sogenannte Merit-Order (Wert-Reihenfolge) wird die Einsatzreihenfolge von Kraftwerken anhand der variablen Erzeugungskosten festgelegt. Der Merit-Order-Effekt beschreibt die Verdrängung von Kraftwerken mit hohen variablen Erzeugungskosten durch den Markteintritt von Anlagen mit geringeren variablen Erzeugungskosten, z. B. die Abschaltung konventioneller Kraftwerke zu Zeiten mit hoher Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen. Der Preis für Strom an der Strombörse sinkt durch den Merit-Order-Effekt, da für den Börsenpreis nur die variablen Kosten der aktuell teuersten einspeisenden Erzeugungsform relevant sind.

(n-1)-Kriterium

Der Grundsatz der (n-1)-Sicherheit in der Netzplanung besagt, dass in einem Netz bei prognostizierter maximaler Belastung die Netzsicherheit auch dann gewährleistet bleibt, wenn eine Komponente, etwa ein Kraftwerk, ein Transformator oder ein Stromkreis, ausfällt. Das heißt, es darf in diesem Fall nicht zu Versorgungsunterbrechungen oder einer Ausweitung der Störung kommen.

Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe sind Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die ganz oder in Teilen als Rohstoffe für die Industrie oder als Energieträger genutzt werden können. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen erneuern sie sich in kurz- bis mittelfristigen Zeiträumen.

Nennleistung

Die Nennleistung ist eine technische Größe, welche die Leistung einer Anlage unter Nennbedingungen angibt, z. B. für eine Windenergieanlage bei einer festgelegten Windgeschwindigkeit. Sie wird häufig auch als installierte Leistung bezeichnet.

Nettoleistung

Die Nettoleistung beschreibt bei einer Stromerzeugungsanlage die von ihr bereitgestellte elektrische Leistung, die bereits um die für die Erzeugung notwendige Leistung (z. B. für Hilfsaggregate oder Leitungen in der Anlage) bereinigt ist.

Nettostromerzeugung

Die Nettostromerzeugung umfasst die durch eine Anlage erzeugte elektrische Energie nach Abzug des Eigenbedarfs der Anlage (z. B. für den Betrieb von Brennstoffförderanlagen). Entsprechend kann der Begriff auf die Summe der Stromerzeugungsanlagen einer abgegrenzten Region (z. B. eines Landes) angewandt werden.

Nettostromverbrauch

Unter Nettostromverbrauch versteht man die Menge elektrischer Energie, die nach Abzug des Eigenbedarfs der Erzeugungsanlagen sowie der Umwandlungs- und Übertragungs- bzw. Netzverluste letztendlich von den Verbrauchern in einer abgegrenzten Region (z. B. einem Land) genutzt wird.

Netz, elektrisches

Ein Netz sind alle miteinander verbundenen Anlagenteile zur Übertragung oder Verteilung elektrischer Energie. Es kann zur Abgrenzung u. a. nach Regelzonen, Aufgaben, Betriebsweise, Spannungen oder nach Besitzverhältnissen benannt werden. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Übertragungs- und Verteilnetz.

Netzanschlusspunkt

Der Netzanschlusspunkt ist der Punkt, an dem ein Netznutzer mit dem Stromnetz verbunden ist. Die Kosten des Netzanschlusses bis zum Netzanschlusspunkt trägt der Betreiber einer Stromerzeugungsanlage, die Kosten für das Netz (einschließlich erforderlicher Ausbaumaßnahmen) ab dem Netzanschlusspunkt tragen die Netzbetreiber.

Netzausbau

Der Begriff Netzausbau beschreibt die Erweiterung und Verstärkung der bestehenden Stromnetzinfrastruktur, um z. B. die Versorgung neuer Verbraucher und den Anschluss neuer Energieerzeugungsanlagen sicherzustellen oder eine Überbeanspruchung des bisherigen Stromnetzes, z. B. infolge der steigenden Einspeisung dezentraler Energieanlagen zu vermeiden.

Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG)

Das Gesetz enthält Verfahrensvorschriften für den Ausbau der länderübergreifenden und grenzüberschreitenden Höchstspannungsleitungen. Es gilt zudem für Hochspannungsleitungen mit einer Nennspannung von mindestens 110 kV. Die konkreten Ausbauprojekte definiert das Bundesbedarfsplangesetz. Ziel ist eine Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Netzentwicklungsplan (NEP)

Der Netzentwicklungsplan ist ein Plan zur Entwicklung des Stromnetzes. Er enthält alle Maßnahmen, die in einem Zeitraum von zehn Jahren für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb notwendig sind. Er wird von den Übertragungsnetzbetreibern erstellt und von der Bundesnetzagentur geprüft.

Netznutzungsentgelte

Netznutzungsentgelte sind Gebühren, die für die Durchleitung von Energie in Form von Strom und Gas durch die Betreiber der Energienetze erhoben werden. Grundlage hierfür ist die Strom- bzw. Gasnetzentgeltverordnung (StromNEV/GasNEV). Erfolgt der Strombezug über einen Energieversorger, werden die Gebühren in der Regel zunächst von diesem an die Netzbetreiber entrichtet und anschließend auf den Endverbraucherpreis umgelegt. Die Höhe der Netznutzungsentgelte wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) reguliert.

Netzparität

Von Netzparität spricht man in der Regel dann, wenn einen Endkunden die Herstellung von Strom mit einer eigenen Stromerzeugungsanlage ebenso viel kostet, wie der Strombezug aus dem Netz, dessen Kosten sich aus Erzeugung, Transport, Umlagen und Steuern zusammensetzen.

Netzverluste, elektrische

Bei der Übertragung geht immer ein kleiner Teil der transportierten Energie verloren. Dabei sind die Verluste grundsätzlich umso kleiner, je höher die Spannung ist. Beim Umspannen auf eine andere Spannungsebene oder beim Umwandeln zwischen Gleichstrom und Wechselstrom geht ebenfalls ein Teil der Energie verloren.

Netzverstärkung

Als Netzverstärkungsmaßnahmen gelten der Austausch von Betriebsmitteln gegen leistungsstärkere Komponenten, die Erweiterung von bestehenden Umspannwerken und Schaltanlagen, z. B. um zusätzliche Schaltfelder und / oder Sammelschienen, sowie der Neubau von Leitungen in bestehenden Trassen.

NOVA-Prinzip

NOVA steht für Netzoptimierung vor -verstärkung vor -ausbau. Es bedeutet, dass ein Ausbau des Netzes nur in Betracht kommt, wenn alle Möglichkeiten der Optimierung und Verstärkung bestehender Leitungen ausgeschöpft sind.

Nutzenergie

Die Nutzenergie ist der Teil der Endenergie, der dem Verbraucher nach der letzten Umwandlung für den jeweiligen Nutzungszweck zur Verfügung steht (z. B. Licht für die Beleuchtung, mechanische Arbeit von Motoren, Wärme für Raumheizung).

Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad beschreibt das Verhältnis aus nutzbarer und zugeführter Energie eines Energieumwandlungsschrittes über einen bestimmten Zeitraum (i. d. R. ein Jahr). Der Nutzungsgrad ist nicht zu verwechseln mit dem Wirkungsgrad, der zu einem bestimmten Zeitpunkt die abgegebene Leistung der zugeführten Leistung gegenüberstellt.

Offshore-Energiegewinnung

Die Offshore-Energiegewinnung umfasst u. a. die Energieträger Erdöl, Wind, Wellen, Gezeiten, Thermik und Meeresströmung.

Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP)

Der Offshore-Netzentwicklungsplan enthält alle Maßnahmen zur bedarfsgerechten Optimierung, Verstärkung und zum Ausbau der Anbindungsleitungen zu den Offshore-Windsparks.

Ökobilanzierung

Die Ökobilanz (life cycle assessment, LCA) ist ein Verfahren, um umweltrelevante Vorgänge zu erfassen und zu bewerten. Ursprünglich vor allem zur Bewertung von Produkten entwickelt, wird sie heute auch bei Verfahren, Dienstleistungen und Verhaltensweisen angewendet. Eine Ökobilanz wird unterteilt in die Definition von Ziel und Untersuchungsrahmen, die Sachbilanz (Input-Output-Bilanz oder Prozesskettenanalyse), die Wirkungsabschätzung und die Auswertung.

OLED

Die auf organischen Halbleitermaterialien basierende Beleuchtungstechnik der "Organischen Licht emittierenden Diode" – kurz OLED – ist seit 2010 auf dem Markt und könnte in den kommenden Jahren sowohl die Innen - und Außenbeleuchtung, als auch den Displaybereich (Fernseher, Monitor, Telefon) revolutionieren. OLEDs sind Flächenlichtquellen und ermöglichen auch eine Beleuchtung mittels biegsamer Folien oder transparenter Lichtquellen. Der Energiebedarf ist gering, die Lebensdauer derzeit leider auch noch aber die Herstellung ist vergleichsweise günstig.

Onshore-Energiegewinnung

In Abgrenzung zur Offshore-Energiegewinnung umfasst die Onshore-Energiegewinnung die Energiegewinnung mittels verschiedener konventioneller und erneuerbarer Energieträger auf dem Land.

ORC-Prozess

Der ORC-Prozess (Organic Rankine Cycle) ist ein Dampfkraftprozess, bei dem anstelle von Wasser ein organisches Arbeitsmedium (z. B. Silikonöl) verwendet wird, das geringere Siede- und Kondensationstemperaturen sowie ein höheres Molekulargewicht als Wasser aufweist. Der ORC-Prozess wird vor allem zur Nutzung von Abwärme aus Produktionsprozessen angewandt und wurde für Anwendungen in den Bereichen Geothermie und Bioenergie weiterentwickelt.

Passive Kühlung

Die passive Kühlung von Gebäuden ist eine Kühlung unter Verzicht auf konventionelle Klimatechnik. Voraussetzung ist, dass der interne und externe Wärmeeintrag minimiert wird. Die dann noch vorhandene Wärme wird im Gebäude in massiven Bauteilen zwischengespeichert, um dann zeitversetzt über natürliche Wärmesenken, wie die kühle Außenluft in der Nacht oder Grundwasser abgeführt zu werden.

Passivhaus

Als Passivhaus wird ein Gebäude bezeichnet, das aufgrund guter Dämmung und luftdichter Bauweise sowie kontrollierter Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung nur einen sehr geringen Energieverbrauch aufweist und zudem den Zertifizierungskriterien des Passivhausinstituts Darmstadt entspricht. Die maximal zulässige Heizlast beträgt 10 W/m2 und muss auch an sehr kalten Tagen allein über die Zuluft gedeckt werden können. Daraus ergibt sich für ein Wohngebäude in Deutschland ein Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/(m2 a). Weitere Kriterien sind der Kühl- und Primärenergiebedarf sowie die Luftdichtigkeit.

Pflanzenölkraftstoff

Pflanzenöl ist nicht nur Ausgangsstoff für Biodiesel, sondern kann auch in unveränderter Form in umgerüsteten oder dafür serienmäßig vorgesehenen Dieselmotoren verwendet werden. In Deutschland wird hauptsächlich Rapsölkraftstoff eingesetzt. Der Kraftstoff muss der DIN-Norm 51605 entsprechen.

Photovoltaikanlage (PV-Anlage)

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenstrahlung in nutzbare elektrische Energie um. Der Umwandlungsprozess erfolgt in Solarzellen, in denen mithilfe von Halbleitern durch einfallendes Licht ein Elektronenfluss ausgelöst wird. Es wird zwischen Dach- und Freiflächenanlagen unterschieden.

Planfeststellungsverfahren

Im Planfeststellungsverfahren werden alle wichtigen Details der zu bauenden Höchstspannungsleitung, wie u. a. der exakte Verlauf der Trasse, geprüft und bestimmt. Das Planfeststellungsverfahren wird mit einem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen. Grundlage der Planfeststellung sind das vorhergehende Raumordnungsverfahren bzw. die Bundesfachplanung.

Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus zeichnet sich dadurch aus, dass es per Jahressaldo eine positive Energiebilanz aufweist, also mehr Energie gewinnt als es selbst verbraucht. Dies wird i. d. R. durch die Nutzung von Sonnenenergie zur Strom-und Wärmeproduktion erreicht. Eine allgemein akzeptierte Definition oder Norm für das Plusenergiehaus existiert bisher nicht.

Positionspapier der Bundesnetzagentur für Anträge nach § 6 NABEG

Das Positionspapier legt die rechtlichen und methodischen Anforderungen an die Anträge auf Bundesfachplanung nach § 6 NABEG für HGÜ-Vorhaben mit gesetzlichem Erdkabelvorrang fest. Darüber hinaus formuliert das Positionspapier Anforderungen an die Planung, um eine einheitliche und transparente Grundlage für die Übertragungsnetzbetreiber zu schaffen. Hintergrund ist der beschlossene Vorrang von Erdkabeln für neue Gleichstromvorhaben, der zu veränderten Planungen führt.

Potenzial

Potenziale lassen sich grundsätzlich in theoretische, technische, wirtschaftliche und praktische Potenziale unterscheiden. Mit jeder Abstufung wird das Potenzial i. d. R. kleiner, da die Restriktionen zunehmen.
Als theoretisches Potenzial wird die maximal mögliche Umsetzung einer Technologie verstanden, die sich aus dem gesamten Angebot bzw. der gesamten Nachfrage ergibt. Das technische Potenzial ergibt sich aus dem theoretischen Potenzial unter Berücksichtigung technischer, infrastruktureller und ökologischer Einschränkungen sowie zeitliche und räumliche Diskrepanzen von Angebot und Nachfrage. Das wirtschaftliche Potenzial ist der Anteil des technischen Potenzials, der – ggf. unter Einbezug etwaiger Förderungen – aus ökonomischer Sicht nutzbar ist. Das praktische Potenzial ist der Teil des wirtschaftlichen Potenzials, der letztlich unter den gegebenen Randbedingungen (z. B. rechtliche und administrative Hemmnisse, begrenzte Verfügbarkeit von Investitionsmitteln, mangelnde Information) umgesetzt werden kann.

Power-to-Gas

Die in der Entwicklung befindliche Power-to-Gas-Technologie soll in der Regel mit erneuerbarem Überschussstrom durch Wasserelektrolyse Wasserstoff und durch eine weitere optionale Reaktion mit CO2 synthetisches Methan herstellen. Beide Gase können vor Ort gespeichert sowie, bei Wasserstoff in begrenztem Umfang, in das Erdgasnetz eingespeist werden. Das Erdgasnetz kann dann sowohl der Verteilung als auch der Speicherung der Gase dienen, so dass sie bei Bedarf entweder als Brennstoff zur Strom- und Wärmeversorgung oder als Kraftstoff genutzt werden können.

Power-to-Heat

Unter Power-to-Heat versteht man die Umwandlung von erneuerbarem Überschussstrom in Wärme oder Kälte, mit dem Ziel, die Wärme direkt oder nach einer zwischenzeitlichen Speicherung zur späteren Wärme- oder Kältebedarfsdeckung zu nutzen. Die Speicherung von Wärme oder Kälte ist in der Regel einfacher und kostengünstiger als die Stromspeicherung. Allerdings kann die gespeicherte Wärmeenergie nicht so vielfältig eingesetzt werden wie Strom.

Power-to-X

Power-to-X bezeichnet unterschiedliche Technologien zur Umwandlung von Strom in andere Energieformen. Power-to-X umfasst die Synthese von energiereichen Gasen (Power-to-Gas - Umwandlung in Wasserstoff, Methan etc.), Flüssigkeiten (Power-to-Liquid), Feststoffen (Power-to-Chemicals) oder die Erzeugung von Wärme (Power-to-Heat) unter Einsatz elektrischen Stroms.

Primärenergie

Als Primärenergie wird jene Energie bezeichnet, die in den natürlich vorkommenden Energieträgern wie z. B. Biomasse, Erdöl, Erdgas, Kohle etc. enthalten ist, ohne dass der Energieträger einem Umwandlungsprozess unterzogen wurde.

Prozesswärme

Prozesswärme wird im Gegensatz zu Wärme zur Raumheizung und Warmwasserbereitung für technische Prozesse wie Garen, Schmieden, Schmelzen oder Trocknen benötigt.

Pumpspeicherkraftwerk

In Pumpspeicherkraftwerken wird bei Stromüberschuss Wasser aus einem tiefer gelegenen Becken in ein höher gelegenes gepumpt. Überwiegt zu einem späteren Zeitpunkt der Strombedarf, findet eine Rückverstromung statt, indem das Wasser über das natürliche Gefälle wieder in das untere Becken geleitet wird, über eine Turbine einen Generator antreibt und dadurch Strom erzeugt. Ein Pumpspeicherkraftwerk kann eine regulierende Funktion im Stromversorgungssystem einnehmen, da es kurzfristig Strom speichern, aber auch liefern kann. Pumpspeicherkraftwerke sind die kostengünstigste Form der großtechnischen Stromspeicherung und haben mit ca. 80 % den höchsten Speicherwirkungsgrad. Nachteile sind die geringe Verfügbarkeit geeigneter Standorte und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.

Raumordnungsverfahren

In einem Raumordnungsverfahren (ROV) wird geprüft, ob raumbedeutsame Vorhaben (beispielsweise der Neubau einer Stromleitung) mit den Erfordernissen der Raumordnung und Landesplanung vereinbar sind (sog. Raumverträglichkeit). Die Grundlage dafür bildet die Entwurfsplanung des Übertragungsnetzbetreibers. Die landesplanerische Beurteilung als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens ist in dem nachfolgenden Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen, hat jedoch keinen bindenden Charakter. Bei länderübergreifenden Leitungsvorhaben wird das Raumordnungsverfahren durch die Bundesfachplanung ersetzt.

Raumwiderstand

Der Raumwiderstand definiert sich über die räumliche Planung, den rechtlichen Schutzstatus oder vorhandene Nutzungen, die in dem betreffenden Bereich einer Genehmigung und damit der Projektrealisierung bis zu einem gewissen Grad entgegenstehen.

Rebound-Effekt

Der Rebound-Effekt beschreibt das Phänomen, dass eine Steigerung der Energieeffizienz nicht automatisch zu einer Senkung des Energieverbrauchs in gleichem Maß führt, sondern sogar zu einer Steigerung des Verbrauchs führen kann. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass durch die Effizienzsteigerung eine Energiedienstleistung verhältnismäßig günstiger wird, was zu einer höheren Nachfrage am Markt führen kann.
(Beispiel: Nach Umstellung auf energieeffiziente Beleuchtung lässt man diese dafür oft länger eingeschaltet.)

Redispatch(-Management)

Beim Redispatch wird die Wirkleistungseinspeisung von Kraftwerken außerhalb des Marktes durch den Netzbetreiber mit dem Ziel angepasst, bestehende oder drohende Netzengpässe zu vermeiden bzw. zu beseitigen. Erzeugungseinheiten vor dem Engpass werden dabei herunter- und Erzeugungsanlagen hinter dem Engpass im gleichen Umfang hochgefahren. Das Verfahren hilft temporär, ist aber kein Ersatz für die grundsätzliche Behebung von dauerhaften Engpässen durch Netzausbau.

Referenzertrag

Der Referenzertrag ist die Strommenge, die ein bestimmter Windenergieanlagentyp mit definierter Nabenhöhe bei Errichtung an einem Referenzstandort rechnerisch erbringen würde. Die Einspeisevergütung für Strom aus Windenergieanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) richtet sich in ihrer Höhe bzw. Zahlungsdauer nach dem Verhältnis von tatsächlichem Ertrag zum Referenzertrag.

Regelleistung

Die Regelleistung wird benötigt, um mögliche Leistungsungleichgewichte im Netz zwischen Stromeinspeisung und -bezug auszugleichen und so die Stabilität der Netzfrequenz zu gewährleisten. Es existiert sowohl eine negative als auch eine positive Regelleistung, die entweder Übereinspeisung oder fehlende Einspeisung kompensieren kann.

Regionalplanung

Aufgabe der Regionalplanung ist es, die räumliche Entwicklung der jeweiligen Region fachübergreifend zu koordinieren und dabei unterschiedliche Interessen abzustimmen. Die Regionalen Planungsverbände erstellen hierfür Regionalpläne, die bei Bedarf fortgeschrieben werden (z. B. hinsichtlich des Ausbaus der Windenergienutzung). Darin können u. a. Gebietsfestlegungen für bestimmte Nutzungen vorgenommen werden (z. B. Vorrang-, Vorbehalts-, Ausschlussgebiete). Der Regionalplan konkretisiert die Festlegungen des Landesentwicklungsprogramms, bzw. -plans in räumlicher und inhaltlicher Hinsicht und bildet einen langfristigen planerischen Ordnungs- und Entwicklungsrahmen für die jeweilige Region. An der Aufstellung der Ziele und Grundsätze der Raumordnung und Landesplanung wirkt die Regionalplanung bereits mit.

Rekommunalisierung

Bei der Rekommunalisierung werden zuvor privatisierte Werte in kommunales Eigentum zurückgeführt. Dies kann z. B. bei einem Rückkauf von Gas- und Stromnetzen durch Kommunen bzw. kommunale Betriebe (z. B. Gemeinde-oder Stadtwerke) der Fall sein. In den vergangenen Jahren hat aufgrund des Auslaufens zahlreicher bestehender Konzessionsverträge für Stromnetze die Zahl der Rekommunalisierungen zugenommen.

Repowering

Unter Repowering wird der Ersatz bereits installierter Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien durch neue Anlagen mit höheren Energieerträgen verstanden.

Reservekraftwerksverordnung

Die Reservekraftwerksverordnung wurde im Juni 2013 verabschiedet und soll für eine Übergangsphase bis Ende 2017 sicherstellen, dass ausreichend gesicherte, flexible Kraftwerkskapazität zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit zur Verfügung steht. Hierfür definiert sie Regelungen für eine transparente Beschaffung von Reservekapazitäten sowie zur Stilllegung von Kraftwerken.

Residuallast

Die Residuallast beschreibt die Differenz zwischen der tatsächlich eingespeisten Leistung aus volatilen erneuerbaren Stromquellen und dem aktuellen Leistungsbedarf. Diese Differenz muss durch die Bereitstellung regelbarer Energiequellen ausgeglichen werden.

Rotorblatt

Als Rotorblatt bezeichnet man den Flügel einer Windenergieanlage, der vom vorbeistreichenden Wind aufgrund des aerodynamischen Auftriebsprinzips in eine Drehbewegung versetzt wird. Ein Generator erzeugt hieraus elektrische Energie. Rotorblätter bestehen derzeit meist aus zwei Halbschalen, die aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) oder kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) gefertigt sind.

Rotorfläche

Die Rotorfläche entspricht der Kreisfläche, die von den Rotoren einer Windenergieanlage bei ihrer Drehbewegung überstrichen wird. Sie bestimmt demnach die Querschnittsfläche des Luftstroms, dem eine Windenergieanlage während des Durchtritts kinetische Energie zur Stromerzeugung entziehen kann. Daher wird die Rotorfläche häufig auch als Erntefläche bezeichnet.

Sanierung, energetische

Eine energetische Sanierung ist eine Baumaßnahme zur grundlegenden Verbesserung der thermischen Gebäudeeigenschaften mit dem Ziel, den Energiebedarf des Gebäudes wesentlich zu reduzieren. Neben Maßnahmen zur Verringerung der Transmissionswärmeverluste über die thermische Gebäudehülle (Dämmung, Fenstertausch) ist meist auch eine gleichzeitige Modernisierung und optimale Auslegung der Gebäudetechnik (Heizungs-, Lüftungsanlage) sinnvoll. Eine energetische Sanierung ist auf Basis eines qualifizierten Energiekonzepts auch in Abschnitten umsetzbar. Bei einer Sanierung hin zum Drei-Liter-Haus-oder Passivhausstandard spricht man auch von einer "Tiefensanierung".

Schattenwurf

Unter Schattenwurf wird unter anderem der durch eine Windenergieanlage verursachte Schatten verstanden. Die Größe und der Ort der durch den Schatten beeinflussten Fläche sind abhängig von der Wetterlage sowie der Tages-und Jahreszeit. Der Schattenwurf unterliegt immissionsschutzrechtlichen Grenzwerten und ist Prüfgegenstand bei der Genehmigung einer Windenergieanlage.

Scheinleistung

Der Begriff bezeichnet die Gesamtleistung aus Wirkleistung und Blindleistung (Vektorsumme) in einem Wechselstromsystem. Die Scheinleistung wird in der Einheit Voltampere (VA) angegeben.

Scheitholz

Scheitholz bezeichnet in Längsrichtung gespaltene Holzstücke mit einer Länge von etwa 25 bis 100 cm. Der Einsatz von Scheitholz in Holz-Einzelfeuerstätten und -Zentralheizungskesseln zur Wärmeerzeugung nimmt einen bedeutenden Teil der Energiebereitstellung aus Biomasse ein.

Schutzstreifen

Ein Schutzstreifen ist ein nutzungseingeschränkter Geländestreifen, der durch einen Mindestabstand zu einer Leitung bestimmt wird, um diese vor Beschädigung zu schützen und zugleich etwaige Auswirkungen der Leitung auszuschießen.

Schwarzstartfähigkeit

Einige Kraftwerke, wie Pumpspeicher- und Gasturbinenkraftwerke, besitzen die Fähigkeit, bei einem Stromausfall ohne die Unterstützung durch das Stromnetz den Betrieb selbstständig wieder aufzunehmen. Die Schwarzstartfähigkeit ist bei einem Netzzusammenbruch wichtig zum Wiederaufbau der Versorgung.

Scoping

Bezeichnet einen Teil eines Planungsprozesses. Die zuständige Behörde gibt dem Träger eines Vorhabens sowie den beteiligenden Behörden im Rahmen des Scoping-Termins Gelegenheit zu einer Besprechung über Gegenstand, Umfang und Methoden in den zu erstellenden Antragsunterlagen sowie sonstiger für die Durchführung des Verfahrens erheblicher Fragen.

Sekundärenergie

Als Sekundärenergie wird jene Energie bezeichnet, die nach einem Umwandlungsprozess aus einem Primärenergieträger rechnerisch bereit steht. Da jeder Umwandlungsprozess grundsätzlich mit Energieverlusten einhergeht, z. B. vom Erdöl (Primärenergieträger) zum Benzin (Sekundärenergieträger), liegt der Energiegehalt des Sekundärenergieträgers unter dem Niveau des Primärenergieträgers.

Smart Grid

Unter Smart Grid (Intelligentes Stromnetz) wird eine kommunikative Vernetzung der Stromerzeuger und -verbraucher verstanden. Bei ausreichender Vernetzung kombiniert mit einem veränderten Erzeugungs- und Verbrauchsverhalten wird eine effizientere Stromversorgung ermöglicht. Intelligente Stromnetze sind die Voraussetzung für eine Anpassung des Stromverbrauchs an die volatile Erzeugung (Demand Side Management).

Smart Meter

Smart Meter (Intelligente Stromzähler) sind elektronische Zähler, die zu jedem Zeitpunkt das tatsächliche Verbrauchsverhalten erfassen, speichern und zur Auswertung ausgeben können.

Solarthermie

Unter Solarthermie wird die Umwandlung von Solarstrahlung in nutzbare thermische Energie mittels Solarkollektoren verstanden. Zum Einsatz kommen derzeit vor allem Flachkollektoren und Vakuumröhrenkollektoren, die der Brauchwasser- und Heizwassererwärmung dienen.

Spannung, elektrische

Die elektrische Spannung ist ein Maß für den Energieinhalt je Ladungseinheit. Je höher die elektrische Spannung ist, umso geringer muss der Strom bei gleicher elektrischer Leistung sein.

Spannungsebene

Bereiche von Elektrizitätsversorgungsnetzen, die nach ihrer Spannung in Höchst-, Hoch-, Mittel- oder Niederspannung unterschieden werden:

Niederspannung (NS) 0,4 kV bis < 1 kV
Mittelspannung (MS) 1 kV bis < 60 kV
Hochspannung (HS) im deutschen Wechselspannungsnetz für gewöhnlich 110 kV
Höchstspannung (HöS) im deutschen Wechselspannungsnetz für gewöhnlich 220 kV und 380 kV

Spitzenlast

Die Spitzenlast ist die maximale elektrische Leistung, die in einer Zeitspanne (z. B. Tag, Monat, Jahr) von einer Verbrauchseinrichtung bezogen wird oder über ein Versorgungsnetz aufzubringen ist.

Stand-by

Unter Stand-by versteht man den Bereitschafts-Zustand von Geräten, z. B. um bei Bedarf schnell wieder in Betrieb gehen zu können oder um Signale von der Fernbedienung zu empfangen. Dies ist sehr häufig, z. B. bei Fernsehern, Satellitenempfängern und Stereoanlagen der Fall. Dieser Zustand ist mit Stromverbrauch verbunden und kann meist ganz einfach vermieden werden.

Startnetz

Das Startnetz ist das, dem Netzentwicklungsplan zugrunde gelegte Netz. Es besteht näherungsweise aus dem heute vorhandenen Übertragungsnetz und den bereits in Umsetzung befindlichen Maßnahmen, bei denen der energiewirtschaftliche Bedarf (z. B. durch das Energieleitungsausbaugesetz oder durch einen Planfeststellungsbeschluss) bereits festgestellt ist.

Stromgestehungskosten

Unter Stromgestehungskosten versteht man die Summe der Kosten, die für die Erzeugung von elektrischem Strom anfallen. Sie umfassen kapitalgebundene, betriebsgebundene, verbrauchsgebundene (u. a. Brennstoffkosten) und sonstige Kosten. Sie können sich bei verschiedenen Energieträgern und Anlagenstandorten stark unterscheiden.

Stromnetz

Das deutsche Stromnetz lässt sich anhand der Höhe der zum Einsatz kommenden elektrischen Spannung in Höchst-, Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene unterteilen. Die übertragbare Energie steigt dabei mit der Höhe der Spannung, während die spezifischen Verluste bei höherer Spannung sinken. Die Funktionen des Stromnetzes sind die Aufnahme des Stroms von Erzeugungsanlagen und der Transport zu den Verbrauchern. Hinsichtlich des Transportes wird zwischen Übertragungs- und Verteilnetz unterschieden. Mit seiner hohen zeitlichen Stromverfügbarkeit weist es eine im europäischen Vergleich führende Zuverlässigkeit auf. Das deutsche Stromnetz hat derzeit eine Länge von rund 1,78 Mio. km.

Stromspeicher

Ein Stromspeicher kann elektrische Energie aufnehmen und zeitversetzt als Strom wieder abgeben. Die verfügbaren Technologien unterscheiden sich in ihren technischen Eigenschaften (Leistung, Wirkungsgrad, Reaktionszeit, Baugröße etc.) sowie ihren Auswirkungen auf die Umwelt. Pumpspeicherkraftwerke (physikalische Speicher) sind derzeit die einzige Technologie, die großtechnisch realisiert ist. Akkumulatoren (chemische Speicher) stellen eine weitere Möglichkeit der Stromspeicherung dar. Power-to-X-Verfahren sind hingegen keine Speichertechnologien im eigentlichen Sinne, da sie den Strom nicht, nicht zwingend oder allenfalls in marginalem Umfang wieder abgeben.

Suffizienz

Suffizienz beschreibt einen nachhaltigen Lebensstil mit gleichzeitig hoher Lebensqualität. In Bezug auf das Thema Energie beschreibt er die Reduktion des Energiebedarfes auf ein "rechtes Maß". Dies umfasst sowohl das Vermeiden unnötigen Energieverbrauches (z. B. "Licht aus in nicht benutzen Räumen") als auch den Verzicht auf zusätzliche Produkte (z. B. "Computer und Laptop und Tablet").

Systemdienstleistungen

Als Systemdienstleistungen werden in der Elektrizitätsversorgung für die Funktionstüchtigkeit des Stromnetzes unvermeidliche Dienstleistungen bezeichnet. Dazu gehören Frequenz- und Spannungshaltung, Versorgungswiederaufbau und Netzengpassmanagement. So setzen Netzbetreiber z. B. zur Frequenzhaltung Regelleistung ein.

Szenariorahmen (i.S.d. NEP)

Im Szenariorahmen werden Annahmen über die wahrscheinliche Entwicklung der Energieerzeugung und des Energieverbrauchs in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren getroffen. Er umfasst mindestens drei Entwicklungspfade (Szenarien), die die Bandbreite wahrscheinlicher Entwicklungen im Rahmen der mittel- und langfristigen energiepolitischen Ziele der Bundesregierung abdecken. Er wird jährlich von den Übertragungsnetzbetreibern erstellt und der Bundesnetzagentur zur Konsultation und anschließenden Genehmigung vorgelegt. Der Szenariorahmen bildet die Grundlage für den Netzentwicklungsplan.

Thermografie

Bei der Thermografie wird mit Hilfe einer Wärmebildkamera die Temperaturverteilung an der Oberfläche eines Objektes, z. B. eines Gebäudes, ermittelt. Anhand der Temperaturverteilung können Wärmebrücken und Undichtigkeiten eines Gebäudes erkannt werden.

Träger öffentlicher Belange

Träger öffentlicher Belange sind Verwalter öffentlicher Sachbereiche, insbesondere Behörden. Sie sind entsprechend den jeweils geltenden Regelungen bei Planungen und Maßnahmen zu beteiligen, sofern ihr Aufgabenbereich berührt wird.

Transformator

Ein Transformator kann Wechselspannungen verringern oder erhöhen. Anwendung finden Transformatoren in nahezu allen elektrischen Geräten, an den Übergangspunkten zwischen den verschiedenen Netzspannungsebenen und meist an den Netzeinspeisepunkten von stromerzeugenden Anlagen wie z. B. Windenergieanlagen.

Übertragungsnetz

Das Übertragungsnetz dient der überregionalen Übertragung von elektrischer Energie und erfüllt Verbundaufgaben auf nationaler und internationaler Ebene. Um Verluste gering zu halten, werden sie mit hoher Spannung betrieben (in Deutschland 220 oder 380 kV).

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB)

Übertragungsnetzbetreiber sind verantwortlich für den sicheren und zuverlässigen Betrieb, die Wartung sowie erforderlichenfalls den Ausbau des Übertragungsnetzes in einem bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen zu anderen Netzen.

Umspannwerk (UW)

Ein Umspannwerk dient der Verbindung unterschiedlicher Spannungsebenen in einem elektrischen Versorgungsnetz.

Unbundling

Unbundling (Entflechtung) soll den freien Wettbewerb auf dem Energiemarkt gesetzlich gewährleisten. 1998 wurde sämtlichen beteiligten Energieversorgungsunternehmen (EVU) eine organisatorische und buchhalterische Trennung des Stromtransports von ihren übrigen Geschäftsfeldern wie Stromerzeugung, -handel und -vertrieb vorgeschrieben. Hierdurch soll die Unabhängigkeit von Netz sowie Vertrieb und somit ein diskriminierungsfreier Netzzugang sichergestellt werden.

Untersuchungsraum

Räumlicher Bereich, in dem mögliche Trassenkorridore bzw. deren Auswirkungen auf Umwelt und Raum ermittelt, geprüft und bewertet werden.

U-Wert

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist ein Maß für die spezifische Wärmeleistung, die bei gegebener Temperaturdifferenz pro Flächeneinheit durch ein Bauteil dringt. Der U-Wert errechnet sich aus der Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils sowie dessen Dicke und ist somit ein spezifisches Merkmal für die Wärmedämmqualität eines Bauteils, wobei ein höherer Wert einen höheren Wärmedurchgang beschreibt und folglich schlechtere thermische Dämmeigenschaften anzeigt.

Vermaschung

Knotenpunkte von elektrischen Übertragungsnetzen sind stets mit mindestens drei anderen Knoten verbunden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass beim Ausfall einer Leitung oder eines anderen Betriebsmittels das übrige Netz ohne Störung weiterbetrieben werden kann.

Versorgungssicherheit

Unter Versorgungssicherheit wird die jederzeit dauerhaft abrufbare Verfügbarkeit eines Gutes verstanden. So ist es z. B. für eine verlässliche Stromversorgung erforderlich, ausreichend Strom zu erzeugen, diesen zu den Verbrauchern zu transportieren und dabei die Stabilität des Stromnetzes aufrechtzuerhalten. Die zunehmende Einspeisung fluktuierender dezentraler Energien stellt die Aufrechterhaltung der Netzstabilität und damit die Sicherheit bei der Stromversorgung vor neue Herausforderungen.

Verteilnetz, elektrisches

Das Verteilnetz dient primär der regionalen Verteilung elektrischer Energie, aber zunehmend auch dem "Einsammeln" von dezentral erzeugtem Strom. Das Verteilnetz setzt sich aus Nieder-, Mittel- und Hochspannungsebene zusammen.

Verteilnetzbetreiber (VNB)

Betreiber von Elektrizitätsverteilungsnetzen sind natürliche oder juristische Personen oder rechtlich unselbstständige Organisationseinheiten eines Energieversorgungsunternehmens, die die Aufgabe der Verteilung von Elektrizität wahrnehmen und für den sicheren und zuverlässigen Betrieb, die Wartung sowie erforderlichenfalls den Ausbau des Verteilnetzes auf der Nieder-, Mittel- bzw. Hochspannungsebene in einem bestimmten Gebiet und gegebenenfalls der Verbindungsleitungen zu anderen Netzen verantwortlich sind.

Virtuelles Kraftwerk

Als Virtuelles Kraftwerk bezeichnet man einen Zusammenschluss aus verschiedenen dezentralen, meist mit Erneuerbaren Energien betriebenen Stromerzeugungsanlagen. Aufgrund der zentralen Steuerung wirkt das Virtuelle Kraftwerk wie ein einzelnes Kraftwerk und ist in der Lage, Volatilitäten bei der Erzeugung auszugleichen.

Volatilität Erneuerbarer Energien

Unter der Volatilität Erneuerbarer Energien wird verstanden, dass die Stromerzeugung aus bestimmten Erneuerbaren Energien witterungsbedingt sowie jahres- und tageszeitlich bedingt Schwankungen unterworfen ist. Betroffen ist davon insbesondere die Stromerzeugung aus Solar- und Windenergie sowie in geringem Maße die Wasserkraft.

Volllaststunden

Die Volllaststunden bezeichnen die Stunden pro Jahr, in denen eine Anlage bezogen auf die von ihr tatsächlich bereitgestellte Energiemenge rechnerisch mit Nennleistung betrieben würde.

Vorbehaltsgebiet

Das Vorbehaltsgebiet ist ein Instrument der Regionalplanung. In Vorbehaltsgebieten ist bestimmten Nutzungsformen gegenüber anderen ein besonderes Gewicht beizumessen. So kann beispielsweise der Windenergienutzung in einem Vorbehaltsgebiet für die Windenergienutzung gegenüber der Gewinnung von Bodenschätzen eine besondere Bedeutung eingeräumt werden.

Vorranggebiet

Das Vorranggebiet ist ein Instrument der Regionalplanung und dient der Sicherung einer bestimmten Nutzungsform im Planungsraum. In einem Vorranggebiet für die Windenergienutzung sind beispielsweise alle Nutzungsformen, die der Windenergienutzung entgegenstehen, unzulässig.

Vorschlagstrassenkorridor

Der Vorschlagstrassenkorridor ist der Trassenkorridor, der vom Vorhabenträger aus Alternativen ausgewählt wurde und von diesem für die Realisierung des Projekts bevorzugt wird.

Wärmebelegungsdichte

Die Wärmebelegungsdichte ist ein wichtiger Kennwert zur Identifizierung von potenziellen Nahwärmeversorgungsgebieten bzw. zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Nahwärmenetzen. Sie gibt an, wie viel Wärme pro Meter verbauter Wärmetrasse und Jahr voraussichtlich abgenommen wird. 1,5 MWh pro Meter Trasse gelten dabei als Anhaltswert, ab der die Errichtung eines Wärmenetzes prinzipiell in Frage kommt. Je höher die Wärmebelegungsdichte ist, desto geringer sind die spezifischen Kosten der Wärmelieferung und umso besser ist die Wettbewerbsfähigkeit der Wärme aus dem Wärmenetzen.

Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke ist ein Gebäudebereich, bei dem der Wärmedurchgang wesentlich höher ist als bei den angrenzenden Bauteilen. Man unterscheidet zwischen konstruktiven, materialbedingten und geometrischen Wärmebrücken. Wärmebrücken sollten beim Bau oder der Sanierung eines Gebäudes unbedingt vermieden werden, da hier erhöhte Wärmeverluste auftreten und diese Stellen durch geringere Oberflächentemperaturen an der Innenseite anfällig für Kondensation und damit für Schimmelbildung sind. Typische konstruktive und materialbedingte Wärmebrücken sind zum Beispiel durchgehend betonierte Balkone, Befestigungselemente, nach außen reichende Anschlüsse, Rollladenkästen, Heizkörpernischen, Fensterbank- oder Dachanschlüsse. Geometrische Wärmebrücken, wie z. B. Gebäudeecken, erfordern entsprechende Wärmedämmmaßnahmen, was insbesondere in Altbauten eine besondere Herausforderung darstellen kann.

Wärmedämmung

Eine Wärmedämmung wird angebracht, um Gebäude vor Abkühlung und / oder Erwärmung zu schützen, Wärmebrücken zu beseitigen und somit den Energiebedarf zu reduzieren. Als Dämmstoffe werden Materialien eingesetzt, die eine besonders geringe Wärmeleitfähigkeit (λ) aufweisen, darunter auch Recyclingmaterialien (z. B. Zellulose) und nachwachsende Rohstoffe (z. B. Holzfasern, Stroh, Schilf, Hanf, Flachs, Schafwolle). Dämmstoffe können entweder in Form von Platten und Matten an Decken und Wänden angebracht oder als Granulat / Flocken in Hohlräume eingebracht werden. Eine besondere Form der Dämmung stellen Vakuumdämmplatten dar. Diese bestehen aus gasdicht versiegelten und evakuierten Platten (mikroporöser Kieselsäure).

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Ein WDVS ist eine mehrschichtige Konstruktion zur Dämmung von Gebäudeaußenwänden. Der geregelte Aufbau wird in der jeweiligen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) beschrieben. Ein WDVS kann auf Mauerwerk, Beton oder Holz angebracht werden. Häufig verwendete Dämmmaterialien sind expandiertes Polystyrol (EPS), extrudiertes Polystyrol (XPS), Holzweichfaser, Mineralwolle oder Polyurethan-Hartschaum (PUR).

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nimmt mit einem Kollektor aus Luft, Wasser oder Erdreich Umgebungswärme auf und hebt das Temperaturniveau der Wärme durch den zusätzlichen Einsatz mechanischer Energie, in der Regel mittels eines Kompressors, auf ein Niveau, das für die Beheizung eines Wohngebäudes mit Flächenheizungen (z. B. eine Fußbodenheizung) ausreichend ist. Das Verhältnis der zusätzlich zugeführten Energie zur nutzbaren Wärme wird mit der Arbeitszahl beschrieben. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist.

Wärmerückgewinnung

Durch Wärmerückgewinnung wird Wärme, die einen technischen Prozess oder ein Gebäude verlässt (z. B. im Abwasser, in der Abluft oder in Abgasen), zur Erwärmung eines anderen Mediums verwendet und so wieder nutzbar gemacht. Dies geschieht entweder mittels Wärmeübertrager, in dem die Wärme vom abfließenden Stoffstrom auf einen kälteren, zufließenden Stoffstrom übertragen wird oder mittels Wärmepumpen, die es ermöglichen, Wärme auch auf Medien mit höherer Temperatur zu übertragen, wenngleich mit zusätzlichem Energieeinsatz. Durch die Rückführung der Wärme lässt sich ein erheblicher Anteil der sonst benötigten Energie einsparen.

Wärmespeicher

Thermische Energie lässt sich in Form von Wärme oder Kälte speichern. Man unterscheidet sensible Wärmespeicher (Veränderung der "fühlbaren" Temperatur bei Wärmeaufnahme und -abgabe), Latentwärmespeicher (Änderung des Aggregatzustandes) und thermochemische Speicher (Speicherung durch wärmeaufnehmende und -abgebende Reaktionen).

Wärmeübertrager

Wärmeübertrager (auch häufig Wärmetauscher genannt) übertragen Wärme von einem wärmeren auf einen kühleren Wärmeträger. Sie bestehen meist aus Metall, in der Regel wegen der guten Wärmeleitfähigkeit aus Kupfer oder Aluminium. In der Energietechnik kommen Wärmeübertrager z. B. in Heizanlagen, in Wärmerückgewinnungsanlagen, in der Kühltechnik oder in Dampfprozessen vor. Hochwertige Wärmeübertrager in Lüftungsanlagen von Gebäuden können über 90 % der Wärme aus der Abluft zurückgewinnen.

Wasserkraftanlage

Eine Wasserkraftanlage wandelt die kinetische oder die potenzielle Energie von Wasser über eine oder mehrere Turbinen in mechanische Energie um, die in einem Generator zur Stromerzeugung genutzt wird. Unterschieden wird zwischen Laufwasserkraftwerken, Speicherkraftwerken und Pumpspeicherkraftwerken.

Wasserkraftanlage, innovative oder ökologische

Weiterentwickelte Wasserkrafttechnologien oder Anlagenkonzepte, die eine bessere ökologische Verträglichkeit aufweisen als konventionelle Wasserkraftanlagen. Sie verbessern die Durchgängigkeit für Gewässerorganismen zwischen Unterwasser und Oberwasser, ermöglichen einen Abstieg für Fische und einen verbesserten Fischschutz. Zudem ermöglichen innovative Wasserkraftanlagen auch den Geschiebetransport im Gewässer und erhalten weitgehend dessen Fließcharakter.

Wechselrichter

Ein Wechselrichter, auch Inverter genannt, wandelt Gleichstrom, welcher z. B. durch PV-Anlagen erzeugt wird, in Wechselstrom um, der in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann.

Wechselstrom

Elektrischer Strom, der seine Polung (Richtung) regelmäßig ändert, wobei der Strom im zeitlichen Mittel null ist. Die elektrische Energieversorgung erfolgt weltweit i.d.R. mit sinusförmigem Wechselstrom (in Deutschland mit einer Frequenz von 50 Hertz), da dieser einfach erzeugt und transformiert werden kann. Üblicherweise kommen Dreiphasenwechselstrom-Systeme (Drehstromsysteme) zur verlustarmen Fernübertragung mit hochgespanntem Wechselstrom zum Einsatz. Im Haushaltsbereich ist der Einphasenwechselstrom üblich. Bei der Energieübertragung mit Wechselstrom ist neben der Wirk- auch eine Blindleistungsbetrachtung erforderlich.

Windhöffigkeit

Die Windhöffigkeit beschreibt das durchschnittliche Windaufkommen an einem Standort und damit auch seine Eignung zur Nutzung der Windkraft. Sie dient der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer Windenergieanlage an diesem Standort. Mit der über das Jahr gemittelten, in Nabenhöhe herrschenden Windgeschwindigkeit sowie der Häufigkeits-und Richtungsverteilung der Windgeschwindigkeiten können Ertragsprognosen erstellt werden.

Windenergieanlage

Eine Windenergieanlage (WEA), häufig auch Windkraftanlage (WKA) genannt, nutzt die Kraft des Windes, um Rotoren in Bewegung zu setzen. Die Drehbewegung wird auf einen Generator übertragen, welcher die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Anlagen mit einer Gesamthöhe von mehr als 50 m bedürfen einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung.

Windenergie-Erlass

Der Windenergie-Erlass (BayWEE) ist eine gemeinsame Bekanntmachung mehrerer Bayerischer Staatsministerien mit dem Titel "Hinweise zur Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen (WEA)". Er liefert Orientierungshilfen und Hinweise zur Sicherstellung einer einheitlichen Vorgehensweise in Bezug auf den Ausbau der Windenergienutzung und eines einheitlichen und effizienten Vollzugs der maßgeblichen Vorschriften.

Windstützpunkt

Windstützpunkte dienen der vor-Ort-Information zum Thema Windenergie und sollen Impulse für diese Technologie liefern. Das Angebot der Windstützpunkte reicht von Besichtigungen über Lehrpfaden bis hin zu zahlreichen anderen Angeboten. Derzeit gibt es in Bayern sechs Windstützpunkte. Eine Auflistung findet sich im Energie-Atlas Bayern.

Wirkleistung

Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die in eine andere Leistung, z. B. mechanische, thermische, chemische oder akustische Leistung umgewandelt werden kann.

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis der nutzbaren Leistung zur zugeführten Leistung, z. B. einer Maschine zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Wirkungsgrad ist nicht zu verwechseln mit dem Nutzungsgrad, der das Verhältnis von nutzbarer Energie zu zugeführter Energie während eines bestimmten Zeitraums beschreibt.

10 H-Regelung

Im November 2014 ist in Bayern die sog. "10 H-Regelung" in Kraft getreten (Art. 82 Abs.1 BayBO). Nach dieser Regelung sind Windenergieanlagen im Außenbereich nunmehr nur privilegiert nach § 35 Abs.1 Nr. 5 BauGB, wenn sie einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zu Wohngebäuden einhalten. Eine Unterschreitung dieses gesetzlichen Mindestabstandes ist nur möglich, wenn ein Bebauungsplan besteht, der geringere Abstände festsetzt. Mit der 10 H-Regelung soll ein angemessener Interessenausgleich zwischen den Anforderungen der Energiewende und den Interessen der betroffenen Wohnbevölkerung geschaffen werden.

Zielnetz

Das Zielnetz ist die Summe aller Maßnahmen aus dem Startnetz und den im Bundesbedarfsplan genannten Vorhaben sowie den übrigen von den Übertragungsnetzbetreibern vorgeschlagenen (Zubau-)Maßnahmen.

Zweirichtungszähler

Ist eine Stromerzeugungsanlage mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden, muss die eingespeiste Strommenge gemessen werden, um Vergütungsansprüche geltend machen und einen eventuellen Eigenverbrauch bestimmen zu können. Ein Zweirichtungszähler ersetzt zwei Stromzähler, indem er am Netzanschlusspunkt sowohl den vom Netz abgenommenen Strom misst, als auch die in das Netz eingespeiste Strommenge. Neben der damit verbundenen Platzersparnis liegt der Hauptvorteil des Zweirichtungszählers in der Möglichkeit einer saldierenden Zählweise, die beim Eigenverbrauch des erzeugten Stroms einen Mehrerlös bringt, wenn die eingesparten Strombezugskosten über der Einspeisevergütung liegen.

Kleines Lexikon zur Energiewende

Hier finden Sie alle wichtigen Begriffe zur Energiewende anschaulich erklärt. Die Begriffe finden Sie alphabetisch sortiert in der linken Navigation.

Die Inhalte stammen größtenteils aus der Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie:
Broschüre "Energiewende A-Z"