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Münch-Ferber-Villa: Mit Erdwärme fit für die Zukunft

Ein vom Verfall bedrohtes Baudenkmal wird zum Leuchtturmprojekt: Unternehmen aus der Region zeigen Effizienz und Leistungsfähigkeit der Geothermie für Neubau und Sanierung auf.

Projektträger: Stadt Hof

Projektstandort

Hof

Hof

Kontakt

Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V.
Steffen Magdeburg
Geschäftsführung
Schaumbergstraße 8
95032 Hof
Tel: (09281) 8333888
steffen.magdeburg[at]wasser-energie.net

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die oberflächennahe Geothermie ist eine gewissermaßen unerschöpfliche Energiequelle.

Nutzen: Durch die Nutzung der quasi unerschöpflichen Energie aus dem Untergrund, kann ganzjährig und ohne Schwankungen erneuerbare Energie bezogen werden. Hinzu kommt eine deutliche Kostenreduzierung für die Energienutzung, da die Geothermie hier direkt und nicht über einen Versorger bezogen wird.
Fotos
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Beschreibung

Auslöser
Die Münch-Ferber-Villa wurde 1889 durch den Textilfabrikanten und Kommerzienrat Walther Münch Ferber erbaut. Sie ist ein Symbol für die wirtschaftliche Blütezeit der Stadt Hof. Jedoch stand sie zum Schluss jahrelang leer und verfiel zunehmend. Um das Baudenkmal zu retten, hat sich 2008 eine Fördergesellschaft als breite Allianz aus Medien, Kulturinteressierten, Bürgern, Unternehmen und Stadt gegründet. Mit Unterstützung der Fördergesellschaft konnte die Stadt Hof das Gebäude erwerben und die Restaurierung veranlassen.
Durchführung
Gleichzeitig zur anstehenden Restaurierung bildete sich in Hof ein Netzwerk aus regionalen Unternehmen und weiteren Partnern wie der Hochschule Hof und dem Landesamt für Umwelt, um die regional vorhandenen Kompetenzen zu bündeln. Das Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V. verfolgt dabei das Ziel, maßgeschneiderte Systemlösungen zu entwickeln und umzusetzen. Mit dabei sind insbesondere auch Unternehmen, die Komponenten für die Nutzung oberflächennaher Geothermie herstellen und über das entsprechende planerisches Know-how verfügen.

Innovative Konzepte

Was lag somit näher, als im Zuge der Restaurierung der Villa von 2010 bis 2012 zusammen mit dem Kompetenznetzwerk ein Leuchtturmprojekt zu verwirklichen und dabei umweltfreundliche Energie zu verwenden? Ganz nach dem Motto: Ein innovatives Energiekonzept für ein innovatives Nutzungskonzept. Denn neben der eigentlichen Renovierung des Hauptgebäudes wurde parallel ein Veranstaltungspavillon auf einer Fläche von rund 400 m2 gebaut, der mittels oberflächennaher Geothermie beheizt, gelüftet und gekühlt werden sollte.

Eine Gruppe von Unternehmen aus dem Kompetenznetzwerk ging gemeinsam ans Werk, das Gebäude energieeffizient und nachhaltig mit Erdwärme zu versorgen und damit fit für die Zukunft zu machen.

Die passende Systemlösung aus der Hand der Netzwerkpartner

Nach der Bedarfsermittlung einer Heizlast von 12 kW und einer Kühllast von 18 kW konnte die Planung durch die Fa. Piewak & Partner GmbH aus Bayreuth aufgenommen werden. Die Vorplanungen ergaben, dass drei Geothermiebohrungen von jeweils 90 m Tiefe erforderlich sind. Diese wurden vom damaligen Netzwerkmitglied E+M Brunnenbau und Bohrtechnik GmbH im mittleren Teil des Grundstücks neben dem Pavillon verwirklicht. Hierbei betrug der Bohrdurchmesser 152 mm.

In die Bohrungen wurden Erdwärmesonden des Unternehmens REHAU AG + Co eingeführt. Diese bestehen aus einem vernetzten Polyethylen, das gegenüber anderen Materialien besonders robust und unempfindlich ist und einen jahrzehntelangen Betrieb gewährleisten soll. Die horizontale Anbindung der Erdwärmesonden an den Verteilschacht, die Weiterführung bis in den Pavillon und das Anschließen der Wärmepumpe erfolgte durch einen regionalen Heizungsbau- Meisterbetrieb. Dabei wurde eine Sole/Wasser-Wärmepumpe der Firma Alpha-Innotec mit einer Heizleistung von 16,7 KW und integrierten Komponenten zur passiven Kühlung verwendet. Schließlich wurden von dem Hofer Unternehmen Wilo Se Umwälzpumpen installiert, welche die geregelte Durchströmung der Sonden mit dem Wärmeträger gewährleisten und die Energie ins Gebäude fördern.

Fit für die Zukunft

Mit diesem Vorhaben konnte gezeigt werden, dass sich die oberflächennahe Geothermie zum Heizen und zum Kühlen von Gebäuden im Bestand auch unter Denkmalschutzaspekten hervorragend eignet. Nach der Restaurierung wurde die Villa dem gemeinnützigen Forum Gesundheit übergeben und ist seither Ort zahlreicher Veranstaltungen sowie Informations- und Beratungsangebote.

Zitate
Mit diesem "Leuchtturmprojekt" wird demonstriert, dass die Technologie der modernen Heizungstechnik über Geothermie zu 100 % durch oberfränkische Unternehmen realisiert werden kann: von der Planung über die Produktion der Komponenten bis zur Dienstleistung vor Ort – alles ist "Made in Oberfranken". (Walter Friedl, Wirtschaftsförderung der Stadt Hof)
Wir freuen uns sehr, dass das Projekt Münch-Ferber-Villa Hof nun so einem interessierten Fachpublikum im Bereich Geothermie vorgestellt wird. Dies zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Netzwerkunternehmen, die ein Systempaket anbieten – regenerative Energietechnologien zu 100 % aus der Region. (Steffen Magdeburg, Geschäftsführer Kompetenznetzwerk Wasser und Energie e.V., anlässlich der Veröffentlichung des Projektes in der gwf-Reihe Praxiswissen, Band 6, Geothermie)

Beispiel gemeldet:02/2020 

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