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Abfallverbrennung und die Einspeisung ungenutzter Abwärme ins Fernwärmenetz

Durch die Einspeisung der bei der Abfallverbrennung entstehenden Energie in das Fernwärmenetz der Fernwärme Weißenhorn GmbH werden fossile Energieträger wie Erdöl und Heizöl ersetzt.

Projektträger: AWB - Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Neu-Ulm

Projektstandort

Weißenhorn

Weißenhorn_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die ungenutzte Abwärme substituiert Öl- und Gasheizungen. Dadurch wird eine große Menge an CO2-Emissionen vermieden. Durch den geplanten weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes soll die CO2-Einsparung im Jahr 2022 4.000 t CO2 pro Jahr betragen.

Einsparungen: CO2-Einsparung: Prognose 2.480 t / Jahr
  Energieeinsparung: Prognose 900.000 l Heizöläquivalent / Jahr

Förderung: Fördergeber: KlimR-Förderung; BAFA-Förderung für die Versorgungsleitung von der Auskopplung bis zum Stationsgebäude

Beschreibung

Auslöser
Die Projektidee war Teil eines von der bifa Umweltinstitut GmbH im Auftrag des AWB im Jahr 2013 erstellten Wärmekonzepts. Das anschließende Engagement aller Projektbeteiligten sowie der Umsetzungswille der politischen Entscheidungsträger des Landkreises Neu-Ulm und der Stadt Weißenhorn waren Erfolgsfaktoren für die Umsetzung.
Durchführung
Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Neu-Ulm betreibt seit 1991 in Weißenhorn eine Müllverbrennungsanlage (MVA). Bis zum Jahr 2017 war sie die einzige MVA in Bayern ohne externe Wärmenutzung. Im Jahr 2017 wurde eine Wärmeauskopplung aus dem Dampfkreislauf der Turbine erstellt, die Wärme für das Fernwärmenetz der Fernwärme Weißenhorn GmbH zur Verfügung stellt. Zur Auskopplung der Wärme in das Fernwärmenetz wird die Mitteldruck-Dampfschiene ("4-bar-Dampf") aus der Turbinen-Entnahme vor dem Niederdruckteil der Kondensationsturbine genutzt. Dort wird bereits für interne Zwecke im Müllheizkraftwerk (MHKW) Dampf entnommen. Der Dampf wird in einen Heizkondensator geleitet, in dem der Dampf kondensiert und seine Energie an das Fernwärmenetz abgibt.

Die ersten beiden Abschnitte des Fernwärmenetzes wurden in den Jahren 2017 und 2018 gebaut und erstrecken sich über eine Länge von rund 8,7 km. Bisher sind über 50 Wärmeabnehmer an das Fernwärmenetz angeschlossen. Zukünftig wird auch ein Neubaugebiet mit über 40 Bauplätzen durch das Wärmenetz versorgt. Außerdem sollen in den nächsten Jahren sukzessive weitere Stadtteile mit Fernwärme erschlossen werden.

Durch die Umsetzung der Maßnahme werden Treibhausgasemissionen vermieden, da größtenteils ungenutzte Abwärme in das Fernwärmenetz eingespeist wird, die Endkunden für die Gebäudeheizung und Brauchwassererwärmung verwenden. Die Fernwärme ersetzt hier in der Regel die Wärmebereitstellung durch fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl. Im Kalenderjahr 2019 werden voraussichtlich 8.960 MWh Nutzwärme beim Kunden bereitgestellt. Dies entspricht einem Äquivalent von ca. 900.000 Litern Heizöl. Durch die Substitution fossiler Energieträger bei den Endkunden kann im Jahr 2019 eine CO2-Einsparung in Höhe von rund 2.480 Tonnen erzielt werden.
Neben der CO2-Einsparung dient die Maßnahme durch den Ersatz einer Vielzahl kleiner dezentraler Feuerstätten auch der lokalen Luftreinhaltung.

Beispiel gemeldet:12/2018 

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