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Aufbau eines kommunalen Energiemanagements (KEM)

Zur Einsparung von Energie bei kommunalen Gebäuden wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen, Verbräuche kontinuierlich aufzuzeichnen und darzustellen. Einsparmöglichkeiten sind so einfacher zu erkennen und umzusetzen.

Projektträger: Stadt Königsbrunn

Projektstandort

Königsbrunn

Königsbrunn_georeferenzierung

Kontakt

Stadt Königsbrunn
Harro von Dunker
Beauftragter für Energieeffizienz- und Klimaschutz
Marktplatz 7
86343 Königsbrunn
Tel: (08231) 606-140
Harro.vonDunker[at]Koenigsbrunn.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Gebäude verbrauchen über ihre "Lebenszeit" viel mehr Energie (Wärme und Strom), als für ihre Herstellung benötigt wird. Die darin liegenden Einsparpotenziale sind nicht einfach zu erkennen, da unterschiedliche Nutzungen, Wetterbedingungen, Umbauten etc. den Jahresendenergieverbrauch der Liegenschaften verändern. Um hier eine Vergleichbarkeit herzustellen ist ein KEM mit kontinuierlicher Aufzeichnung der Verbräuche notwendig.

Einsparungen: Energieeinsparung: ca. 10% (jedes Jahr gegenüber dem ersten Jahr)

Nutzen: Liegenschaften laufen immer wieder energetisch aus dem Ruder, wenn keine kontinuierliche energetische Kontrolle gewährleistet ist. Die Kontrolle macht Unregelmäßigkeiten sichtbar.

Kosten: Gesamtkosten: ca. 60.000 Euro
  Weitere Angaben: laufende Kosten für ein Datenhosting, ca. 2000 - 3000 € / Jahr

Förderung: Zuschuss: ca. 22.000 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR"

Beschreibung

Auslöser
Der Sanierungsbedarf der Liegenschaften führte zu Überlegungen, wie die Erneuerung der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) erreicht werden und es damit zu Energieeinsparungen kommen könnte. Aus den Alternativen Energieeinsparcontracting oder Aufbau eines KEM, wurde das KEM ausgewählt.
Durchführung
Die Stadt Königsbrunn hat sich das Ziel gesteckt, auf verschiedenen Wegen zu einer CO2-Minderung in ihrem Wirkungsbereich beizutragen. Ein Weg ist, mit einem Kommunalen Energiemanagement die Energieverbräuche seiner Liegenschaften kontinuierlich fernüberwachen zu können und Einsparpotenziale zu finden. Darbei geht es um die Verbräuche von Gas, Fernwarme, Strom und Wasser. Eine weitere Aufgabe ist, die Möglichkeit von Energieausschreibungen (zu Strom und Gas) einzuleiten.

Zehn Liegenschaften mit großen Energieverbräuchen wurden von der Stadt zur Überwachung ausgesucht. Darunter befinden sich das Rathaus, eine 3-fach Turnhalle, der Betriebshof, ein Kindergarten, die Stadtbücherei, alle Grundschulen und die Mittelschule (zwei getrennte Gebäude). Die Liegenschaften wurden mit Gas-, Wärmemengen-, Elektro- und Wasserzählern ausgestattet. Die Verbrauchswerte werden viertel-stündlich aufgezeichnet und an einen Datenlogger weitergegeben der diese Daten täglich an einen Dienstleister weitergibt. Hier werden die Daten geprüft und mittels einer Software visualisiert. Die Daten können anschließend auf die Rechner der Stadt übertragen werden. Mit der Software bestehen verschiedene Möglichkeiten der Verbrauchsdatenanalyse. So können Jahres-, Monats-, Tages-, oder Stundenverbräuche über Grafiken und Tabellen dargestellt werden.

Ziel ist es, über die Darstellung der Lastgänge Energieeinsparpotenziale aufzudecken und Nutzungs- und Einstellungsänderungen an den Heiz-, Belüftungs- und Beleuchtungsanlagen durchzuführen. Der Dienstleister hat an jeder Immobilie Begehungen durchgeführt und mit den Energieverbrauchswerten für jede Immobilie einen Energiebericht mit kurz- und langfristigen Maßnahmen erstellt. Diese Berichte waren auch Grundlage für die inzwischen an den Grundschulen anstehenden Generalsanierungen.
Tipps
  • Eindeutig definieren, was die technische Ausstattung und besonders die Software zur Visualisierung und Analyse der Verbräuche können muss.
  • Referenzprojekte besuchen.
  • Ein kleines Pilotprojekt starten (ist jedoch schwierig, da der Mengenrabatt damit entfällt).
Stolpersteine
  • Datenlogger kann seine Daten nicht über Mobilfunk versenden, da kein Netz im Keller. Leitungslegung nötig.
  • Software ist proprietär, Datenaustausch geht nur über Excel.

Beispiel gemeldet:10/2018 

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