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Sanierung und Aufstockung eines Mehrfamilienhauses im Passivhausstandard

Hochwertige energetische Sanierung im bewohten Zustand.

Projektträger: WBG Nürnberg

Projektstandort

Nürnberg

 Nürnberg_georeferenzierung

Kontakt

WBG Nürnberg
Harald Behmer
Glogauer Str. 70
90473 Nürnberg
Tel: (0911) 80040
schulze-darup[at]schulze-darup.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Das Gebäude hat nun einen sehr hohen Energieeffizienz-Standard und spart dadurch viel Energie ein.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Mehrinvestitionen für die Passivhauskomponenten 95 €/m2 Wohnfläche.

Nutzen: Reduktion des Heizwärmebedarfs von vorher 160 kWh/(m2a) auf 27 kWh/(m2a) für den Bestandsbereich und 15 kWh/(m2a) für den Passivhausbereich der Aufstockung.

Kosten: Weitere Angaben: 550 €/m2 Wohnfläche für das Bestandsgebäude und 850 €/m2 für die Aufstockung (Kostengruppe 300/400 nach DIN 276)

Förderung: Fördergeber: dena (Deutsche Energieagentur)

Beschreibung

Auslöser
In der Parkwohnanlage-West befinden sich 1.030 Wohnungen. Das energetisch sanierte Gebäude stellt exemplarisch eine erste Modellsanierung dar, an die eine umfangreiche Gesamtsanierung des Gebietes unter Einbeziehung von Ensembleschutzaspekten folgt.
Durchführung
Die wbg Nürnberg GmbH sanierte das Mehrfamilienhaus mit 24 Wohnungen aus dem Jahr 1961 im Jahr 2006 umfangreich und ergänzte es im Dach um sechs weitere Wohnungen. Die Maßnahmen fanden im bewohnten Zustand im Bereich der Gebäudehülle und -technik statt und stützen sich auf den Passivhaus-Standard. Die Auswirkungen auf die Bewohner wurden so weit wie möglich minimiert. Durch die energieeffiziente Bauweise benötigt der der aufgestockte Gebäudeteil nur 15 kWh/(m2a) Heizwärme. Die Mehrinvestitionen für die verbesserte Energieeffizienz gegenüber dem Referenzstandard EnEV-Neubau beliefen sich auf 95 €/m2.

Die Dämmung der Gebäudehülle, die unter Ensembleschutz steht, erfuhr dabei eine besondere Beachtung. Die Gestaltung erfolgte dabei in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Die Außenfassade, bestehend aus 30 cm starken Hochlochziegeln, erreicht dank eines Polystyrol-Wärmedämmverbundsystems Passivhausniveau. Statt der üblichen Wanddämmung von 6 bis 12 cm, wurde eine Dämmung mit bis zu 24 cm umgesetzt. Das Dachwurde mit einer Dicke bis zu 44 cm umgesetzt. Hinzu kamen hochwertige Fenster mit Dreifach-Wärmeschutzverglasung, die Minimierung von Wärmebrücken und eine hohe Luftdichtigkeit. Die Kellerdecke wurde ebenfalls gedämmt. Im Flur wurde eine 24 cm starke Einblasdämmung realisiert, die zugleich alle Versorgungsleitungen umschließt.

Die Gebäudetechnik besteht aus zwei wesentlichen Komponenten: eine neue Fernwärmeheizung und eine neue zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die alten Gasetagenheizungen wurden durch die Wärmebereitstellung städtischer Fernwärme abgelöst. Die zentrale Lüftungsanlage erreicht einen Wärmerückgewinnungsgrad von 85 %. Sie besteht aus zwei unabhängigen, im neuen Dach aufgestellten, zentralen Lüftungsgeräten. Die Erfahrungen der Bewohner wurden vier Monate nach der Sanierung abgefragt und waren durchweg positiv. Alle Mieter fanden das neue System komfortabel und angenehm. Von keinem der Bewohner wurden Geräusche oder Zugerscheinungen der Lüftungsanlage bemängelt.

Projektbeteiligte:
Bauherr: wbg Nürnberg GmbH
Architekt: Burkhard Schulze Darup
Bauleitung / Vergabe / Werkplan / Eingabe: Burkhard Schulze Darup / Dipl. Ing. Rupert Diels / Generalunternehmen B&O
Tipps
  • Sanierungen sollten so durchgeführt werden, dass sie für weitere 40 bis 60 Jahre wirksam sind. Nur hochwertige Standards werden über diesen Zeitraum zukunftsfähig sein.
  • Informieren Sie Ihre Mieter über die Funktionsweise der neuen Lüftungsanlage, die Einstellmöglichkeiten und die Konsequenzen für das individuelle Lüftungsverhalten und den verringerten Energieverbrauch durch die Wärmerückgewinnung.
Stolpersteine
  • Betriebsführung und Wartung müssen an die neuen Techniken angepasst werden, sodass im Betrieb dauerhaft die geplanten Energiekennwerte und niedrigen Kosten erreicht werden. Dafür müssen Bewohner und Personal eingewiesen werden.
Auszeichnungen
  • 05/2009: Goldpreisträger im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage von integrierten Stadtteilentwicklungskonzepten
    verliehen von: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung

Beispiel gemeldet:04/2018 

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