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Schulsanierung in Passivhaus-Standard

Das Illertal-Gymnasium in Vöhringen setzt neben einer effizienten Gebäudehülle auf eine innovative Regelung der Raumtemperatur mittels Heiz- und Kühldecken.

Projektträger: Landkreis Neu-Ulm

Projektstandort

Vöhringen

Vöhringen_georeferenzierung

Kontakt

Landkreis Neu-Ulm
Florian Drollinger
Klimaschutzmanager
Kantstraße 8
89231 Neu-Ulm
Tel: (0731) 70403220
florian.drollinger[at]lra.neu-ulm.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Beim Umbau wurde großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Mensa wird an sonnigen Tagen der gesamte Strombedarf des Gymnasiums gedeckt, einschließlich der der Wärmepumpe. Somit ist die Schule an sonnigen Tagen energietechnisch autark.

Beschreibung

Auslöser
Das Gebäude des Illertal-Gymnasiums in Vöhringen stammt aus den 70er Jahren. Um den zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden war eine Generalsanierung sowie Umbau und Erweiterung des Schulkomplexes notwendig. Man setzte hierbei auf den Passivhaus-Standard, die Baumaßnahmen erfolgten bei laufendem Schulbetrieb. Großer Wert wurde auf die Beibehaltung des Grunderscheinungsbildes und die Erhaltung des "Charakters des Gebäudes" gelegt. Mit dem Neubau im Norden des Geländes konnte die "Windmühlenstruktur" komplettiert werden. Alle Gebäudetrakte verlaufen von der Aula und dem Treppenhaus als Zentrum in die vier Himmelsrichtungen.
Durchführung
Im Zuge des Neubaus und der Sanierung der alten Gebäudetrakte wurde das Heizungssystem des Gymnasiums mit einer Wärmepumpe erweitert. Bisher verfügte das Gebäude über eine Gasheizung, welche nach Inbetriebnahme der Wärmepumpe nur noch als Ersatzheizung in Ausnahmefällen gebraucht wird.
Die Wärmepumpe erzeugt bis zu 60 Kilowatt Leistung, die neben der Beheizung auch alternativ zum Kühlen der Schule genutzt werden kann. In den einzelnen Räumen der Schule erfolgt die Temperaturveränderung, also der Heiz- oder Kühlvorgang, ausschließlich über die angebrachten Heiz- und Kühldecken. In jedem Raum der Schule befinden sich temperaturmessende Sensoren, sodass mittels Software die Funktion der Heiz- und Kühldecken individuell gesteuert werden kann.

Das Illertal-Gymnasium Vöhringen verfügt über eine moderne Hygiene-Belüftungsanlage, die die Luft in nahezu jedem Raum im Gebäude austauscht. In jedem Klassenzimmer befinden sich Sensoren, die durchgehend den Sauerstoffgehalt und die Luftfeuchtigkeit messen. Das Lüftungssystem wird durch Lufttürme gespeist, die frische Luft von außerhalb des Gebäudes einziehen. Diese Frischluft strömt im Keller zusammen, wird gegebenenfalls erwärmt und anschließend über große Lüftungskanäle zu den jeweiligen Räumen transportiert. Über einen Kreuzwärmetauscher wird die eingehende Luft automatisch von der ausströmenden erwärmt. Dies minimiert die Aufheizkosten und nutzt einen großen Teil der bereits vorhandenen Energie.

Das Illertal-Gymnasium Vöhringen ist eine der ersten Schulen in ganz Bayern, die das Konzept der Heiz- und Kühldecken anwendet. Diese Form der Heizung ist ansonsten fast ausschließlich in Bürogebäuden zu finden.
Stolpersteine
  • Generalsanierung und Erweiterung bei laufendem Schulbetrieb problematisch
Auszeichnungen
  • 11/2017: Modellprojekt im European Energy Award des Landkreises Neu-Ulm
    verliehen von:

Beispiel gemeldet:03/2018 

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