Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Mit Energiemanagement zur Optimierung der Liegenschaften

Welche Einsparpotenziale von Energie und CO2-Ausstoß bestehen bei den kommunalen Gebäuden? Diese Frage beantwortete der Markt Rotthalmünster mit Hilfe eines Klimaschutzteilkonzepts.

Projektträger: Markt Rotthalmünster

Projektstandort

Rotthalmünster

Rotthalmünster_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Langfristige Maßnahmen zeichnen sich durch eine besonders hohe Energieeinsparung aus. Aufgrund ihrer hohen Investitionskosten bedarf es einer längeren Planungs- und Genehmigungsphase. Die Amortisationszeiten sind in der Regel sehr lang. Um kurze Amortisationszeiten zu erreichen empfiehlt sich die Koppelung mit sowieso fälligen Maßnahmen.
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Kurzfristige Maßnahmen sind durch geringe Investitionskosten und der damit verbundenen kurzen Genehmigungsphase besonders schnell umsetzbar.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Durch die geringen Investitionskosten kurzfristiger Maßnahmen fallen Amortisationszeiten in der Regel sehr kurz aus.

Nutzen: Werden alle vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt, so können jährlich ca. 129 t an CO2 eingespart werden.

Förderung: Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR", BMUB

Beschreibung

Auslöser
Der Markt Rotthalmünster hat sich vorgenommen, die Potenziale zur Energieeinsparung und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei den eigenen Liegenschaften aufzuspüren und in einem weiteren Schritt durch geeignete Maßnahmen auszuschöpfen. Die Verwaltung wurde deshalb beauftragt, ein lokales Klimaschutzteilkonzept für den Markt Rotthalmünster zu erarbeiten.
Durchführung
Der Markt Rotthalmünster (ca. 4.800 Einwohner) besitzt und unterhält eine große Zahl von Gebäuden, die öffentlichen Zwecken dienen. Hierzu zählen unter anderem Mittelschule, Grundschule, Kindergarten, Feuerwehrgebäude, Verwaltungsgebäude, Doppelturnhalle und der Bauhof. Die Gebäude sind im Durchschnitt 40-50 Jahre alt, ihr energetischer Standard liegt in vielen Fällen weit unter den heutigen Ansprüchen und potenziellen Möglichkeiten.

Mit Hilfe eines lokalen Klimaschutzteilkonzepts sollten Energie und CO2-Ausstoß im kommunalen Gebäudebestand eingespart werden.

Die Ziel waren hierbei u. a.:
  • Effizienzgewinne durch Kosteneinsparungen und Datentransparenz
  • Reduzierung des Energieverbrauchs und Senkung von CO2-Emissionen
  • Effizienter Einsatz von Energie durch Informationen und Maßnahmen
  • Ökonomische Profitierung durch ökologisch sinnvolles Handeln
  • Überprüfung verkrusteter Strukturen / Neugestaltung eingefahrener Handlungsweisen
  • Positives Öko-Image

Hierfür wurden zunächst sowohl die Gebäudetechnik als auch die Bauphysik untersucht. Folgende Anlagen bzw. Bereiche wurden betrachtet:
  • Gebäudehülle (Außenwand, Fenster, Dach)
  • Wärmeerzeugung (Kessel, Verteiler, Regelung, Pumpen)
  • Lüftungstechnik
  • Warmwasserbereitung
  • Elektrotechnik
  • Beleuchtung
  • Einsatz regenerativer Energien

Das Klimaschutzteilkonzept wurde von der Firma Veit Energie Consult GmbH aus Waldkirchen durchgeführt. Insgesamt wurden acht Gebäude untersucht. Die Erstellung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bauamt, den Liegenschaftsverantwortlichen in der Verwaltung und den Mitarbeitern des Bauhofs. Es wurde eine eigene Projektgruppe "Klimaschutz- und Energiemanagement" gebildet, die neben der Projektleitung sowohl die ständige Begleitung des Projekts als auch die Koordinierung mit dem beauftragten Fachberater übernommen hat. In dieser Projektgruppe sind Bedienstete aus dem Bauamt und Liegenschaftsverantwortliche vertreten, die mit den Themen "Gebäudebewirtschaftung" und "Klimaschutz" betraut sind.

Auf Basis der Datenermittlung wurden die Verbesserungsvorschläge im nichtinvestiven, geringinvestiven bzw. investiven Bereich ausgearbeitet. Diese Handlungsempfehlungen ermöglichen es, konkrete Schritte zur Minimierung der CO2-Emissionen bzw. der Energieverbräuche einzuleiten. Neben der Ermittlung und Analyse der Energieverbrauchsdaten für Wärme und Strom, wurde ein Controlling-Konzept aufgebaut, das es der Kommune ermöglicht, die Energieverbräuche und CO2 Emissionen dauerhaft und nachhaltig zu reduzieren.
Die nichtinvestiven Maßnahmen werden so schnell wie möglich in Angriff genommen. Von den insgesamt rund 200 Maßnahmen wurden bereits ca. 2 %, vor allem im nichtinvestiven Bereich, umgesetzt. Aktuelle Entwicklungen werden fortlaufend nachgetragen.

Ein wesentlicher Bestandteil für den dauerhaften Erfolg des kommunalen Klimaschutz- und Energiemanagementsystems liegt in der Veränderung des Nutzerverhaltens aller Beteiligten vor Ort (Verwaltungsmitarbeiter, Führungskräfte, Schüler, Lehrer, Hausmeister, techn. Personal etc.) – hin zu einem sparsamen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser. Um eine dauerhafte Änderung des Nutzerverhaltens herbeiführen zu können, ist eine umfassende Wissensvermittlung an o. g. Personenkreis im Rahmen der Durchführung des Klimaschutz- und Energiemanagementsystems zwingend notwendig.

Für das Projekt wurden Fördermittel beim Bundesumweltministerium beantragt. Der Markt Rotthalmünster erhielt daraufhin eine Zuwendung in Höhe von 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Zusätzlich wird das Projekt im Rahmen der "Richtlinien zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen der Kommunen und anderer Körperschaften des öffentlichen Rechts (KlimR)" durch den Freistaat Bayern in Höhe von 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert.

Beispiel gemeldet:07/2017 

Zurück zu Übersicht