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Innovatives Wasserkraftwerk mit VLH-Turbinen und variablem Stauziel

Der Einsatz einer neu entwickelten Technologie soll naturschutzfachliche Belange mit der Nutzung von Wasserkraft in Einklang bringen.

Projektträger: Illerkraftwerk Au GmbH

Projektstandort

Waltenhofen

Waltenhofen_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Den ökologischen Belangen, wie zum Beispiel Schwemmgut- und Geschiebetransport oder Habitatverbesserung, wird durch die Kombination langsam drehender Turbinen mit abflussabhängigen und jahreszeitlich unterschiedlichen Stauzielregelungen in besonderem Maße Rechnung getragen. Fischlaichzeiten, Sediment- und Geschiebetransport werden hierbei berücksichtigt. Der Fischabstieg soll ebenfalls durch die langsam drehenden Turbinen erfolgen.

Kosten: Gesamtkosten: ca. 8,7 Mio. Euro
  Weitere Angaben: Errichtungskosten

Förderung: Zuschuss: 1,46 Mio. Euro
  Fördergeber: BayINVENT

Beschreibung

Auslöser
Bislang war an der bestehenden Wehrschwelle aufgrund der niedrigen Fallhöhe keine wirtschaftliche Energieerzeugung möglich. Erst durch den Einsatz der innovativen VLH-Turbinentechnik ("Very-Low-Head"), zusammen mit einer variablen Stauzielgestaltung, konnte ein ökologischer und ökonomischer Betrieb erreicht werden. Durch die Kooperation zwischen Allgäuer Überlandwerk GmbH und der Bayerischen Landeskraftwerke GmbH unter Mitwirkung des Bayerischen Umwelt- und des Wirtschaftsministeriums, war es möglich, das Wasserkraftwerk zu errichten und zu betreiben. Das Bayerische Landesamt für Umwelt untersucht die Wasserkraftanlage gemeinsam mit der TU München im Rahmen eines großangelegten Forschungsvorhabens in Bezug auf den Fischabstieg und Fischschutz.
Durchführung
Im südbayerischen Raum gibt es eine Vielzahl von Querbauwerken in Flüssen und Bächen, die bislang nicht energetisch genutzt werden können. Einerseits sind die Wassermengen und Fallhöhen für eine wirtschaftliche Stromerzeugung mit herkömmlicher Turbinentechnik nicht ausreichend, andererseits stellen die ökologischen Auflagen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und die Forderungen der im Genehmigungsprozess beteiligten Verbände und Organisationen bislang häufig unüberwindbare Hürden dar. Weitere geophysikalische Einflussfaktoren, insbesondere in schnell fließenden Gebirgsbächen und Gebirgsflüssen, sind zu berücksichtigen.

Das vorliegende Projekt weist nach, dass sich durch eine intelligente Kombination vorhandener Technologien, diese sich teilweise widersprechenden Pole, in Einklang bringen lassen.

Folgende Besonderheiten wurden bei dem Projekt berücksichtigt:
  • Flussauf- und -abwärts gerichtete Fischdurchgängigkeit und Fischschutz
  • Niedrige Fallhöhe bei sich sehr schnell und stark verändernden Abflussbedingungen
  • Hoher Geschiebeanteil eines alpinen Wildflusses
  • Hoher Schwemmgutanteil bei den regelmäßig vorkommenden Hochwassersituationen
  • Sicherer Hochwasserabfluss, insbesondere bei Extremhochwassersituationen

Auszeichnungen
  • 07/2016: Best-Practice-Beispiel für landnutzungs- und naturschutzverträgliche Erneuerbare-Energien-Projekte im Alpenraum
    verliehen von: Alpenkonvention (German Presidency 2015 - 2016)

Beispiel gemeldet:01/2017 

Links und Downloads

Homepage Illerkraftwerk Au GmbH

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