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Einführung eines KEM in mehreren Liegenschaften des Landkreises

Potenziale zur Energieeinsparung und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei kommunalen Gebäuden können aufgedeckt und genutzt werden.

Projektträger: Landkreis Freyung-Grafenau

Projektstandort

Freyung

Freyung_georeferenzierung

Kontakt

Landkreis Freyung-Grafenau
Verena Bauer
SG 50 Liegenschaften, Schulen, Energie, Kreiseigener Hochbau
Wolfkerstraße 3
94078 Freyung
Tel: (08551) 57-127
verena.bauer[at]lra.landkreis-frg.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Langfristige Maßnahmen zeichnen sich durch besonders hohe Energieeinsparung aus. Aufgrund ihrer hohen Investitionskosten bedarf es einer längeren Planungs- und Genehmigungsphase. Die Amortisationszeiten sind in der Regel sehr lang. Um kurze Amortisationszeiten zu erreichen empfiehlt sich die Koppelung mit sowieso fälligen Maßnahmen.
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Kurzfristige Maßnahmen sind durch geringe Investitionskosten und der damit verbundenen kurzen Genehmigungsphase besonders schnell umsetzbar.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Durch die geringen Investitionskosten kurzfristiger Maßnahmen fallen Amortisationszeiten in der Regel sehr kurz aus.

Nutzen: Durch die Integration eines komunalen Energiemanagementsystems soll die Energieeffizienz in den kommunalen Liegenschaften kontinuierlich erhöht werden. Werden alle vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt, so können jährlich ca. 673 t CO2 eingespart werden.

Förderung: Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR", BMUB

Beschreibung

Auslöser
Der Landkreis Freyung-Grafenau (ca. 78.000 Einwohner) unterhält eine große Zahl von öffentlichen Gebäuden. Hierzu zählen unter anderem zwei Realschulen, drei Gymnasien, drei Verwaltungsgebäude des Landkreises, eine Berufsschule mit zwei Schulstandorten, der Kreisbauhof, Hallenbäder und Turnhallen. Die Gebäude sind im Durchschnitt 20 - 50 Jahre alt und entsprechend liegt ihre energetische Qualität in vielen Fällen weit unter den heutigen Ansprüchen und potenziellen Möglichkeiten.
Durchführung
Der Landkreis hat sich vorgenommen, die Potenziale zur Einsparung von Energie und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei den kommunalen Gebäuden aufzudecken und zu nutzen. Die Verwaltung wurde deshalb beauftragt, ein lokales Klimaschutzteilkonzept zu erarbeiten. Hierfür wurden zunächst die Gebäudetechnik und die Bauphysik aller kommunalen Gebäude (insgesamt 24) untersucht.

Folgende Anlagen bzw. Bereiche wurden betrachtet:
  • Gebäudehülle (Außenwand, Fenster, Dach)
  • Wärmeerzeugung (Kessel, Verteiler, Regelung, Pumpen)
  • Lüftungstechnik
  • Warmwasserbereitung
  • Elektrotechnik
  • Beleuchtung
  • Einsatz regenerativer Energien

Die Erstellung des Klimaschutzteilkonzepts erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem neu geschaffenen Sachgebiet 50 (Liegenschaften, Schulen, Energie, Kreiseigener Hochbau) der Landkreisverwaltung. Im Landkreis Freyung-Grafenau wurde eine Projektgruppe "Klimaschutz- und Energiemanagement" gebildet, die neben der Projektleitung sowohl die ständige Begleitung des Projekts als auch die Koordinierung mit dem beauftragten Fachberater (Fa. Veit Energie Consult GmbH) übernahm.
Im Rahmen der Ist-Zustands-Ermittlung wurden die Energieverbrauchsdaten für Wärme und Strom gemessen. Darüber hinaus wurde die Basis geschaffen, um eine ständige Energieverbrauchserfassung und eine Analyse der Daten vornehmen zu können. Dieses Controlling-Konzept ermöglicht es dem Landkreis, die Energieverbräuche und CO2-Emissionen dauerhaft und nachhaltig zu reduzieren.
Nach Begehungen wurden für jedes Gebäude die energetischen Schwachstellen aufgelistet. Es wurden daraufhin nichtinvestive, geringinvestive und investive Maßnahmen vorgeschlagen. Die nichtinvestiven Maßnahmen wurden so schnell wie möglich in Angriff genommen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden dem Struktur-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt. Die regionale Presse berichtete sehr ausführlich über das Projekt.

Auf Basis des Datenmaterials wurde ein Organisationskonzept für die Verwaltung entwickelt, das den Klimaschutz-Ansatz dauerhaft in der Verwaltung verankert. Dafür soll eine zusätzliche Stelle für Klimaschutzmanagement geschaffen werden.

Unsere Ziele waren folgende:
  • Effizienzgewinne durch Kosteneinsparungen und Datentransparenz
  • Reduzierung des Energieverbrauchs und somit Schonung fossiler Ressourcen
  • Senkung der durch den Energieverbrauch in den eigenen Gebäuden und Anlagen verursachten CO2-Emissionen
  • Effizienter Einsatz von Energie durch Informationen und Maßnahmen
  • Ökonomischer Profit durch ökologisch sinnvolles Handeln
  • Überprüfung verkrusteter Strukturen / Neugestaltung eingefahrener Handlungsweisen
  • Nichtmonetäre (Wettbewerbs-) Vorteile
  • Positives Öko-Image
  • Effizienzsteigerung durch Erkennen von Schwachstellen
  • Reduzierung von Schnittstellenproblemen
  • Größere Transparenz durch Bündelung von Informationen und Verknüpfung von Regelungen
  • Erleichterung des betrieblichen Ablaufs durch einheitliche Verfahrens- und Arbeitsanweisungen sowie eine regelmäßige Überprüfung

Alle von unserem externen Fachberater festgestellten bzw. vorgeschlagenen nichtinvestiven, geringinvestiven sowie investiven Maßnahmen bezüglich unserer Dienstgebäude wurden in Form standardisierter Maßnahmenblätter in einem Intranet-Portal dokumentiert. Von den insgesamt ca. 285 Maßnahmen wurden bereits ca. 2 %, vor allem im nichtinvestiven Bereich, umgesetzt. Aktuelle Entwicklungen werden fortlaufend nachgetragen. Die einzelnen Maßnahmen sollen vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch den Kreistag auch in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil für den dauerhaften Erfolg unseres kommunalen Klimaschutz- und Energiemanagementsystems liegt in der Veränderung des Nutzerverhaltens aller Beteiligten vor Ort (Verwaltungsmitarbeiter, Führungskräfte, Schüler, Lehrer, Hausmeister, techn. Personal etc.) hin zu einem sparsamen Umgang mit Wärme, Strom und Wasser. Um dies dauerhaft verankern zu können, ist eine umfassende Wissensvermittlung an o. g. Personenkreis notwendig.

Der Schlussbericht des Landkreises Freyung-Grafenau wurde auf der Projekthomepage des Landkreises Freyung-Grafenau veröffentlicht. Hierdurch können die Bürger die Klimaschutzaktivitäten transparent verfolgen und wahrnehmen.

Für das Projekt wurden Fördermittel beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und Freistaat Bayern (Programm "KlimR") beantragt. Der Landkreis Freyung-Grafenau erhielt daraufhin eine Zuwendung in Höhe von 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Der Förderzeitraum für o.g. Vorhaben erstreckte sich vom 01.01.2015 bis zum 31.07.2016 (BMUB) bzw. 21.05.2015 bis zum 31.12.2016 (Freistaat Bayern / Reg. v. Niederbayern) und gliederte sich in die folgenden Leistungsbereiche:
  • Grundlagenermittlung
  • Basisdatenbewertung
  • Entwicklung eines Organisationskonzepts
  • Entwicklung eines Controllingkonzepts
  • Gebäudebewertung
  • Feinanalyse
  • Erstellung Schlussbericht

Abschließend ist festzustellen, dass das Fördervorhaben planmäßig verlaufen ist und die Vorhabensziele erreicht worden sind. Wir möchten uns deshalb noch einmal bei der Regierung von Niederbayern und beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bzw. beim Projektträger Jülich für die Förderung des Vorhabens bedanken, da ohne diese Förderung die Vorhabensziele mit Sicherheit nicht erreicht werden können.
Tipps
  • Nach der Ermittlung der energetischen Schwachstellen eines jeden Gebäudes sollten nichtinvestive, geringinvestive und investive Maßnahmen erarbeitet werden.
  • Um kurze Amortisationszeiten zu erreichen empfiehlt sich die Kopplung mit sowieso fälligen Maßnahmen.

Beispiel gemeldet:12/2017 

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