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(Förder-)Möglichkeiten nutzen – eine kleine Kommune packt an!

Ein ehemaliger Fabrikstandort verwandelt sich mit der Nutzung natürlicher Ressourcen und geschickter Einbindung der Bürger zur modernen Wohnsitzgemeinde.

Projektstandort

Krummennaab

Krummennaab_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Krummennaab
Ulrich Roth
1. Bürgermeister
Hauptstraße 1
92703 Krummennaab
Tel: (09682) 921115
ulrich.roth[at]krummennaab.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Mit der freiwilligen Initiative des kommunalen Förderprogramms konnten Energieeinsparungen von ca. 34.000 kWh pro Jahr erzielt werden.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Mit einer gemeindlichen Ausreichung von Zuschüssen in Höhe von insgesamt 3.500 € durch ein kommunales Förderprogramm, wurde nachweislich ein Investitionsvolumen von mehr als 52.000 € in der Bürgerschaft ausgelöst.

Einsparungen: Energieeinsparung: 34.000 kWh pro Jahr (bezieht sich auf kommunales Förderprogramm)

Kosten: Gesamtkosten: 31.604 Euro
  Weitere Angaben: Die Angaben beziehen sich auf das kommunale Förderprogramm, die Erarbeitung des Energiekonzepts und das Energiecoaching.

Förderung: Zuschuss: 19.453 Euro
  Fördergeber: Amt für ländliche Entwicklung (ALE), Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi)

Beschreibung

Auslöser
Seit Ende 1890 wurde in Krummennaab Porzellan produziert. In der Glanzzeit der Porzellanindustrie um 1970 waren mehr als 700 Menschen in der örtlichen Porzellanfabrik beschäftigt. Nach deren Schließung im Jahr 2001 folgte eine Zeit der Kümmernutzung – die Fabrikruine wurde mehr und mehr zum "Schandfleck“ im Ortskern von Krummennaab und die Gemeinde verlor innerhalb von 10 Jahren etwa 250 Einwohner. Die neue Strategie für den Kernort verfolgt eine konsequente Ausrichtung hin zu einer modern gestalteten Wohnsitzgemeinde. Dies umfasst vor allem die Hinwendung zur Energieerzeugung aus regenerativen Quellen.
Durchführung
Im Gemeindegebiet produzieren momentan drei Biogasanlagen, vier Wasserkraftwerke, 86 Photovoltaik-Dachflächenanlagen und eine Freiflächen-Photovoltaikanlage eine Gesamtstrommenge von 12,1 GWh/a. Gemäß einer Erhebung des gesamten Strombedarfs im Gemeindegebiet durch die Energieagentur Regensburg (EAR), verbrauchen alle Nutzer im Gemeindegebiet ca. 3,13 GWh/a. Aktuell verfügt die Gemeinde Krummennaab dementsprechend über eine Überdeckung des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien in Höhe von 287 %. Die drei Biogasanlagen und vier Wasserkraftanlagen sichern eine regenerative Vollversorgung für die kleine Kommune.

Im Jahr 2013 wurde die Gemeinde Krummennaab von der Regierung der Oberpfalz für ein Energiecoaching ausgewählt. Die entstandenen Kosten in Höhe von ca. 4.000 € wurden zu 100 % über Mittel des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie (StMWi) gefördert. In fünf gemeinsamen Modulsitzungen unter Moderation der EAR wurde an der Bewusstseinsbildung rund um den Themenkreis „Energie“ gearbeitet. Nach dem erfolgreichen Energiecoaching wurde im Jahr 2014 die Erarbeitung eines Energiekonzepts öffentlich ausgeschrieben. Wirtschaftlichster Bieter war erneut die EAR, mit Kosten in Höhe von 20.604 €. Hiervon wurden 75 % vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) gefördert.

Im Rahmen des Energiekonzepts wurde ein Energieleitbild erarbeitet: KlimaschutzKommune Krummennaab. Bei der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Energiekonzept fiel aber schnell auf, dass der Anteil der Kommune am Gesamtenergieverbrauch Krummennaabs eher gering ausfällt. Vor diesem Hintergrund kann der Gemeinde bei der Umsetzung der Energiewende nur eine Vorbildfunktion zukommen. Vielmehr ist es relevant, die privaten Haushalte zu beteiligen – denn künftig wird insbesondere die Einsparung von Wärmeenergie eine Rolle in der Energiewende spielen.

Im Herbst 2014 wurde mit einem Gemeinderatsbeschluss ein kommunales Förderprogramm zur Energieeinsparung als freiwillige gemeindliche Leistung aufgelegt. Dieses, zunächst auf ein Jahr befristete, Paket wurde mit einem begrenzten Budget von 7.000 € pro Jahr ausgestattet. Die Ausreichung der Zuschüsse erfolgt nach dem „Windhundprinzip“.

Im Jahr 2015 wurden für elf Vorhaben mehr als 3.500 € an gemeindlichen Zuschüssen ausgezahlt. Dies löste nachweislich ein Investitionsvolumen von über 52.000 € sowie Energieeinsparungen in Höhe von ca. 34.000 kWh/a aus. Auf diese Weise soll die Bürgerschaft in die Energiewende einbezogen werden. Informationen zum Förderpaket der Gemeinde Krummennaab finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Krummennaab (siehe LINKS UND DOWNLOADS unten).

Für dieses Jahr hat der Gemeinderat beschlossen, die Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet auf LED-Technik umzurüsten. Mit einer Investition von knapp 120.000 € können jährlich etwa 8.100 € an Stromkosten und 40.500 kWh eingespart werden. Neben der Energieeinsparung erwartet die Gemeinde auch eine Verbesserung der Beleuchtungsqualität. Des Weiteren sind Maßnahmen gegen die 30.000 m2 große Industriebrachenlücke geplant, die nach Abbruch der Porzellanfabrik mitten im Kernort Krummennaabs klafft. Bei der Revitalisierung des Geländes soll mit Fördermitteln ein Bürgerpark errichtet werden. Dort sollen zwei Solarblumen aufgestellt werden. Mit der dabei erzeugten Energie ist angedacht, über einen Batteriepuffer, den Strom für die Platzbeleuchtung und Ausleuchtung der Fassade der evangelischen Kirche zu erzeugen.
Tipps
  • Vor allem bei kleinen Kommunen kann es einen erheblichen Mehrwert liefern, die privaten Haushalte bei der Umsetzung von Energieprojekten miteinzubeziehen.

Beispiel gemeldet:08/2016 

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