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Kommunales Energiemanagement Gemeinde Gröbenzell

Einführung und Praktizierung eines kommunalen Energiemanagements.

Projektträger: Gemeinde Gröbenzell

Projektstandort

Gröbenzell

Gröbenzell_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Gröbenzell
Günter Pauly
Leiter Bauverwaltung
Rathausstr. 4
82194 Gröbenzell
Tel: (08142) 505 80
guenter.pauly[at]groebenzell.de

Nutzen und Kosten

besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Energieeinsparung wird v. a. durch ab sofort durchführbare Betriebsoptimierung erzielt.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Energieeinsparung wird v. a. durch Betriebsoptimierung und Kleinstmaßnahmen an der Gebäudetechnik erzielt.

Einsparungen: CO2-Einsparung: ca. 90.000 kg / a
  Energieeinsparung: 10 %
  Kosteneinsparung: ca. 35.000 € / a

Kosten: Gesamtkosten: ca. 75.000 Euro
  Weitere Angaben: incl. MwSt.

Förderung: Zuschuss: 24.808 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR"

Beschreibung

Auslöser
In Gröbenzell war sowohl der politische Wille zur Einführung eines kommunalen Energiemanagements, als auch das persönliche Interesse der Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung zur Dokumentation und Reduzierung des Energieverbrauchs vorhanden.
Es wurden daher Angebote bei externen Beratern eingeholt, die das Energiemanagement etablieren und durchführen sollten und ein entsprechender Auftrag an das Ingenieurbüro en.eco in München vergeben.
Durchführung
Das Ingenieurbüro en.eco in München wurde beauftragt, ab Juni 2012 bis Mai 2015 ein kommunales Energiemanagement (KEM) in Gröbenzell zu etablieren und durchzuführen. In das Energiemanagement wurden 13 gemeindliche Liegenschaften verschiedenen Typs aufgenommen.
Hierzu wurde von en.eco in jeder Liegenschaft eine Bestandsaufnahme, -dokumentation und -bewertung durchgeführt. U. a. wurden alle vorhandenen Zähler aufgenommen. Es wurde für jede Liegenschaft ein Zählkonzept erstellt, in dem neben den bereits vorhandenen Zählern auch neue Zähler vorgesehen sind, die für eine detaillierte Verbrauchsdatenauswertung wünschenswert wären.
Anhand vorliegender Verbrauchsdaten aus den Jahren vor Einführung des KEM wurden für alle Liegenschaften spezifische Verbrauchswerte berechnet und mit den Daten von anderen Objekten desselben Typs verglichen, um die Höhe des bisherigen Energieverbrauchs einordnen zu können.
Basierend auf Bestandsaufnahme und Verbrauchsbewertung wurde für jedes Objekt eine Maßnahmenliste erstellt, wobei der Fokus auf betrieblichen, organisatorischen und geringinvestiven Maßnahmen lag.
Für jedes Objekt wurde der Gemeinde Gröbenzell ein Software-Tool bereitgestellt, das die monatliche Eingabe der Stände aller Zähler, die automatische Bereinigung witterungsabhängiger Verbrauchsdaten sowie die Auswertung und Trendbeobachtung bezüglich der Verbrauchsdaten ermöglicht. So wurden die Zähler in den Objekten vom technischen Personal abgelesen, die Zählerstände in der Bauverwaltung in das Verbrauchsdatentool eingegeben und die Verbrauchsentwicklung von en.eco ausgewertet.
Während der Laufzeit des KEM fanden in jedem Objekt mehrmals jährlich Ortstermine statt. Bei dieser Gelegenheit wurde mit dem technischen Personal über Möglichkeiten der Energieeinsparung und Betriebsoptimierung sowie über Defizite an den technischen Anlagen und dem Gebäude gesprochen, es wurden Optimierungen an den Regelungseinstellungen für Heizung, Trinkwassererwärmung und Lüftung vorgenommen und dokumentiert sowie mit dem Personal der kommunalen Bauverwaltung die von en.eco vorgeschlagenen Energiesparmaßnahmen besprochen, die zum Teil auch umgesetzt wurden.

Folgende Punkte wirken hierbei erschwerend für einen Einsparerfolg durch das KEM:
Das technische Personal in den Liegenschaften neigt dazu, den Nutzern Energie - insbesondere Heizwärme - sehr großzügig und z. T. über den tatsächlichen Bedarf hinaus zur Verfügung zu stellen, um Beschwerden zu vermeiden und sich den Aufwand laufender Anpassungen der Systeme an den Bedarf zu ersparen.
Sowohl die Gebäudenutzung, als auch die Ausstattung der Gebäude mit technischem Gerät nimmt tendentiell zu, so dass es zunächst einen Trend zu steigendem Energieverbrauch gibt. Es sind also bereits Energiesparmaßnahmen erforderlich, um den Verbrauch konstant zu halten.

Vergleicht man den durch Brennstoff- und Stromverbrauch bedingten CO2-Ausstoß der in das KEM aufgenommenen Liegenschaften der Jahre 2012 und 2014, so ergibt sich eine Einsparung um 8 %. Aufgrund unvollständiger Verbrauchsdaten aus der Zeit vor Beginn des KEM und dem Ende der Tätigkeit von en.eco Mitte 2015 ist ein vollständiger Vorher-Nachher-Vergleich leider nicht möglich. Es kann jedoch von einer im Mittel rund 10 %-igen Einsparung ausgegangen werden, wobei der Schwerpunkt der Einsparungen im Wärmesektor liegt.
Tipps
  • Erfolgreiches Energiemanagement erfordert nicht nur ein technisch, sondern auch ein psychologisch versiertes Vorgehen.

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