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Versorgung eines ganzen Ortes mit Nahwärme und Strom

CO2-neutrale Versorgung des Ortes mit Wärme und Strom. Regionale Wertschöpfung ist uns wichtig.

Projektträger: Gemeinde Gössenheim

Projektstandort

Gössenheim

Gössenheim_georeferenzierung

Kontakt

Nahwärme Gössenheim eG
Klaus Neumann
Aufsichtsrat und verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit
97780 Gössenheim
Tel: (0151) 43200401
neumann.goessenheim[at]googlemail.com

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Maximale Effizienz durch Einsatz von BHKW zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Grundlastdeckung des Wärmebedarfs. Es werden ausschließlich nachwachsende Rohstoffe, wie Landschaftspflegematerial und Holz aus der Region, verwendet. Keine fossilen Brennstoffe, da keine Öl-Spitzenlastkessel eingesetzt werden.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 2.000 t / Jahr
  Energieeinsparung: 500.000 Liter Heizöl

Kosten: Gesamtkosten: 5.200.000 Euro

Förderung: Kredit: 3.000.000 Euro
  Zuschuss: 700.000 Euro
  Fördergeber: KfW
Fotos
  • Die Heizzentrale während der Bauphase (Quelle: P. Scheidt)
  • Die Heizzentrale während der Bauphase aus der Vogelperspektive (Quelle: P. Scheidt)
  • Verlegung der Nahwärmeleitungen in der Hauptstrasse von Gössenheim (Quelle: P. Scheidt)
  • Nahwärmeleitungen vor dem Einbau (Quelle: P. Scheidt)
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(insgesamt 5 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Im Gemeinderat wurde grundsätzlich über eine Dorferneuerung nachgedacht. Nach einer Auftaktveranstaltung des Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken, bildeten sich Arbeitskreise. Aus dem Arbeitskreis Energie heraus gründete sich am 15.06.2012 die Nahwärme Gössenheim eG. Zusammen mit der Gemeinde und der in der Folge begonnen Dorferneuerung wurde dann in der Folge geplant und gebaut. Synergieeffekte wurden bei der Leitungsverlegung der Nahwärmerohre, bei der Gestaltung der Oberfläche wie auch bei Kanal-, und Wasserleitungsarbeiten genutzt.
Durchführung
Am 15. Juni 2012 wurde in Gössenheim eine Nahwärmegenossenschaft gegründet, die sich den Zielen des Bayerischen Energiekonzepts „Energie innovativ“ (von der Bayerischen Staatsregierung beschlossen am 24. Mai 2011) verschrieben hat. Getreu diesen Zielen wird eine volkswirtschaftlich günstige, gesellschaftlich akzeptierte und zugleich umweltverträgliche Lösung angetrebt. Durch dieses innovative Projekt wird der volks- und energiewirtschaftlich beste Mix eines umweltverträglichen und von Bürgern akzeptierten und mitgestalteten Ausbaus erneuerbarer Energien vorangetrieben.

Damit wird auch ein wichtiger wirtschafts- und strukturpolitischer Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raums, wo ein Großteil der Wertschöpfung erneuerbarer Energien entsteht, geleistet. Gemäß dem Bayerischen Energiekonzept soll das Holznutzungspotenzial noch stärker erschlossen, sowie effiziente Umwandlungstechnologien (u.a. Biomassevergasungstechnik) weiter vorangebracht werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung sind ein erster und besonders wichtiger Schritt, um eine noch größere Akzeptanz der Bioenergie zu erreichen. Durch Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen, Flyer, sowie in unzähligen Einzelgesprächen wurde erreicht, dass ein Großteil der Ortsbevölkerung der Nahwärme Genossenschaft das „Vertrauen ausgesprochen“ hat und den klaren Auftrag gab, in der Gemeinde die Energiewende einzuleiten und gleichzeitig die politische Gemeinde zu entlasten.

Derzeit mit Stand 18.02.2015 hat die Nahwärme Gössenheim eG 209 Mitglieder. Dies entspricht ca. 94 % der Bevölkerung und Haushalte. Das im Bau befindliche Nahwärmenetz hat ein Länge von ca. 7,3 Kilometern mit über 220 Hausanschlüssen. Eine Besonderheit ist, dass nicht nur konventionelle Heiztechnik eingesetzt wird, sondern für die thermische Grundlastversorgung zwei Holzstromvergaser errichtet werden (die unter anderem 300 kW elektrische Leistung erzeugen). Für die Abdeckung der Spitzenlast werden 5 weitere konventionelle Hackgutkessel mit je 350 kW thermischer Leistung eingesetzt.

Das Projekt hat ein Gesamtinvestitionsvolumen von derzeit ca. 5,21 Millionen Euro.

Durch diese kombinierte Anlage mit einer Leistung von 2.250 kW werden ca. 170 konventionelle Ölkessel sowie ca. 50 Pellets-, Holz-, und Gaskessel mit einer Gesamtleistung von über 6.000 kW ersetzt. Dabei wird allein beim Heizöl ein Einsparungseffekt von ca. 500.000 Liter Heizöl im Jahr erzielt.

Das eingesparte CO2 wird ca. 2.000 Tonnen jährlich betragen. Die politisch forcierte CO2-Einsparung wird durch dieses Projekt beispielhaft und zukunftsweisend umgesetzt. Mit der Anlage ist die Genossenschaft in der Lage über 2.500.000 kW/h Strom pro Jahr in das Netz einzuspeisen und 500 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.

In Gössenheim wird Gemeinschaft gelebt und ein zukunftsweisendes Projekt für eine lebenswerte Zukunft im ländlichen Raum umgesetzt. Mit der gut ausgebaute Infrastruktur und Grundversorgung von Gössenheim, die zukunftsweisende Energieversorgung, die Neugestaltung von Straßen, Randbereichen und Plätzen, die Revitalisierung des Ortskerns im Rahmen der Dorferneuerung wird der Standort Gössenheim für Familien und Gewerbetreibende attraktiver. Der demographische Wandel im Ort wird so nicht nur gestoppt sondern umgekehrt.
Tipps
  • Ohne die Bürger geht es nicht, "Beteiligung" ist das Schlüsselwort.
Stolpersteine
  • Die Finanzierung

Beispiel gemeldet:02/2015 

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