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Einführung eines kommunalen Energiemanagements

Verbrauchsmonitoring der Liegenschaften, kontinuierliche Optimierung der Gebäudetechnik durch nicht- und geringinvestive Maßnahmen sowie Schulung der Gebäudeverantwortlichen vor Ort.

Projektträger: Landkreis Weilheim-Schongau

Projektstandort

Weilheim i.OB

Weilheim i.OB_georeferenzierung

Kontakt

Landkreis Weilheim-Schongau
Florian Steinbach
Sachbereichsleiter Gebäudewirtschaft / Liegenschaften
Pütrichstraße 8
82362 Weilheim
Tel: (0881) 681-1314
f.steinbach[at]lra-wm.bayern.de

Nutzen und Kosten

besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Nach Ausschreibung des Projekts kann zeitnah mit ersten Optimierungsschritten begonnen werden, so dass erste Erfolge schon nach 1 - 2 Jahren sichtbar werden.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Zahlreiche Verbesserungen sind durch Optimierung der bestehenden technischen Gebäudeausrüstung und somit ohne bzw. mit geringem Kapitaleinsatz erzielbar.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 9 % aus Wärmeenergie (spezifisch)
  Energieeinsparung: ca. 11 % Wärmeenergie, 2 % elektrische Energie
  Kosteneinsparung: 81.000 € / Jahr

Nutzen: Da im Gebäudebestand zeitgleich zum Energiemanagement an zwei Gebäuden eine Dach- und Fassadensanierung durchgeführt wurde, ist die angegebene Energieeinsparung nicht zu 100 % dem kommunalen Energiemanagement zuzurechnen. Da die sanierten Dach- und Fassadenflächen jedoch nur einen kleinen Bruchteil des gesamten Gebäudebestandes ausmachen, kann der weit überwiegende Teil der Verbrauchseinsparung dem kommunalen Energiemanagement zugerechnet werden. Die oben angegebene CO2-Einsparung von 9 % resultiert alleine aus der eingesparten Wärmeenergie. Die Umstellung auf 100 % Ökostrom seit 2013 ist dabei unberücksichtigt, diese würde rechnerisch zu einer deutlich höheren CO2-Einsparung führen.

Kosten: Gesamtkosten: 145.734 Euro
  Weitere Angaben: Gesamtkosten, aufgeteilt auf 2 Gebäudepools / 2 Fördermaßnahmen

Förderung: Zuschuss: 56.544 Euro
  Fördergeber: Freistaat Bayern: Programm "KlimR"

Beschreibung

Auslöser
Ein Auslöser war die durch ein Energiemanagement zu erwartende Energie- und Kosteneinsparung bei gleichzeitig geringen Investitionen. Auch im Klimaschutzkonzept, welches der Kreistag beauftragt hatte, wurde für den Bereich der landkreiseigenen Liegenschaften die Einführung eines kommunalen Energiemanagements empfohlen. Da überdies noch die Möglichkeit einer Förderung über das Förderprogramm "KlimR" (ehemals "CO2-Minderungsprogramm") bestand, gab der Kreisausschuss zügig grünes Licht für die Umsetzung.
Durchführung
Der Landkreis Weilheim-Schongau betreibt 17 weiterführende Schulen, mehrere Sporthallen, ein Hallenbad, mehrere Amtsgebäude des Landratsamtes sowie weitere Gebäude. Die betreute Fläche beläuft sich auf knapp 140.000 m2 BGF, die Gebäude befinden sich an mehreren Standorten (Weilheim i. OB., Schongau, Penzberg, Peißenberg, Altenstadt).

Im Jahr 2011 wurde nach entsprechender Ausschreibung ein externer Dienstleister mit der Einführung des kommunalen Energiemanagements beauftragt. Zusätzlich wurde eine Förderung im Förderprogramm "KlimR" (ehemals "CO2-Minderungsprogramm") beantragt.
Projektziel war es, die CO2-Emissionen, den Energieverbrauch sowie die Energiekosten in den Liegenschaften des Landkreises Weilheim-Schongau zu senken. Hierzu wurde eine Erfassung des Wärme-, Strom- und Wasserverbrauchs aufgebaut. Parallel dazu wurden Schwachpunkte identifiziert, die Anlagentechnik optimiert und Schulungen und Einweisungen für die Gebäudeverantwortlichen durchgeführt.

Folgende Leistungen wurden vom externen Dienstleister erbracht:
- Erfassung der Verbrauchszähler und Aufbau der monatlichen Verbrauchserfassung
- Die Durchführung von Einweisungen und Schulungen für das technische Personal (Hausmeisterschulungen)
- Überprüfung der monatlichen Brennstoff-, Strom- und Wasserverbräuche über eine EDV-gestützte Erfassung
- Auswertung und Aufbereitung der Monatsverbräuche zu Monatsübersichten mit entsprechenden Anmerkungen und Warnhinweisen
- Kontrolle der Jahresabrechnungen Strom, Brennstoff, Wasser
- Überprüfung der Bezugsverträge Strom, Brennstoff, Wasser
- Erstellung des jährlichen Energieberichts
- Vorschläge für technische und organisatorische Optimierung.

Nach den ersten Datenerhebungen und Gebäudebegehungen konnte festgestellt werden, dass die Liegenschaften des Landkreises von den Gebäudeverantwortlichen gut und engagiert verwaltet werden. Etliche Energieeinsparmöglichkeiten wurden bereits eingeleitet und auch umgesetzt.
Mit dem Fachwissen des externen Dienstleisters konnten wie erhofft deutliche zusätzliche Energie- und Kosteneinsparungen erzielt werden. Im Jahr 2011 wurde die monatliche Verbrauchserfassung mit regelmäßiger Auswertung aufgebaut. Dies war und ist weiterhin die Basis für das Energiemanagement. In den vergangenen drei Jahren wurden Untersuchungen zur Optimierung der Anlagentechnik und Einweisung der Gebäudeverantwortlichen durchgeführt. In Summe konnte eine beträchtliche jährliche Einsparung an Energie (- 11 % Wärmeenergie und -2 % elektrische Energie gegenüber vorher) und Kosten (ca. 81.000 EUR im Jahr 2013) erzielt werden.

Diese Art von Projekt ist nach Einschätzung des Verfassers (siehe Kontaktdaten) ohne weiteres auf andere Kommunen übertragbar. Analog dazu dürften auch die hier erzielten Erfolge in anderen Kommunen, die bislang noch kein Energiemanagement betrieben haben, ebenso realisierbar sein.
Tipps
  • Berechnen Sie überschlägig das Einsparpotenzial durch das Energiemanagement um Ihre Entscheidungsträger zu überzeugen. Ein Ansatz von 5 bis 10 % ist realistisch und konnte auch im hier vorgestellten Projekt erzielt werden.
  • Suchen Sie nach Fördermöglichkeiten, da diese die Wirtschaftlichkeit noch deutlich erhöhen.
  • Seien Sie sich im Klaren, dass Energiemanagement eine Daueraufgabe darstellt.

Beispiel gemeldet:10/2014 

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