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Kläranlage als "ökologisches Multitalent"

Die Kläranlage produziert Strom und Wärme und wird von einem eigenen Brauchwassernetz gespeist. Durch solare Klärschlammtrocknung werden Transporte gemindert.

Projektträger: Gemeinde Karlsfeld

Projektstandort

Karlsfeld

Karlsfeld_georeferenzierung

Kontakt

Gemeindewerke Karlsfeld - Kläranlage
Peter Oberbauer
Abwassermeister
Hochstr. 190
85757 Karlsfeld
Tel: (08131) 91203
klaeranlage[at]karlsfeld.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Neue und wirtschaftliche Blockheizkraftwerke decken den Strombedarf der Kläranlage zu 65 %. Die überschüssige Wärme wird in ein Nahwärmenetz für die Kläranlage, den Bauhof und das Klärwärterhaus geleitet. Dadurch werden 18.000 Liter Heizöl eingespart.
Fotos
  • Blick auf die Kläranlage Karlsfeld. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
  • In den Solarhallen wird der Klärschlamm getrocknet. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
  • Durch die Blockheizkraftwerke werden 65 % des Strombedarfs gedeckt. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
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(insgesamt 3 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
1968 wurde die Kläranlage in Karlsfeld gebaut und ständig dem aktuellsten Stand der Technik angepasst. Bereits 1987 wurden die ersten kleinen Blockheizkraftwerke (BHKW) installiert, um das anfallende Klärgas zu verstromen. Diese Gasmotoren wurden 1995 und 2010 durch neuere und wirtschaftlichere BHKWs ersetzt.
Durchführung
Jährlich reinigt die Kläranlage rund 2,8 Mio. m3 Abwasser der rund 19.500 Einwohner der Gemeinde. Aktuell speist ein hocheffizienter Gasmotor mit einer elektrischen Leistung von 80 kW und einer thermischen Leistung von 119 kW Strom und Wärme in das Kläranlagennetz ein. Dies deckt den Strombedarf der Kläranlage zu 65 %. Um die überschüssige Wärme sinnvoll zu nutzen, wurde 2010 ein Nahwärmenetz für die Kläranlage, den Bauhof und das Klärwärterhaus errichtet. Jährlich werden so circa 18.000 Liter Heizöl eingespart.

In einer Vergleichsstudie mit ähnlichen Kläranlagen wurde der geringe Strombedarf von 15 kWh / Einwohner belegt. Um den Stromzukauf weiter zu reduzieren investierte die Gemeinde Karlsfeld in den letzten Jahren intensiv in technische Einrichtungen wie z. B. Umrüstung der Heizungspumpen auf ein Strahlpumpsystem, den Einsatz von hocheffizienten energiesparenden Motoren und einer frachtabhängigen Rezirkulationssteuerung. Weiterhin wurden in mehreren Versuchen verschiedene Verfahren zur Steigerung der Gasausbeute im Faulraum erfolgreich durchgeführt und teils installiert.

Trinkwasserreduktion:
Für die Flockungshilfsmittelaufbereitung zur Entwässerung des Klärschlammes wird eine große Menge Wasser benötigt. Um nicht das "Lebensmittel Nr. 1" zu verschwenden, wird seit vielen Jahren ein eigenes Brauchwassernetz betrieben. Der nächste Schritt in eine Verbesserung der Ablaufqualität des Abwassers sowie dem effektiven Energieeinsatz ist der Bau einer Prozesswasserbehandlung. Hier wird energetisch effizient mit einem hohen Wirkungsgrad das konzentrierte Abwasser der internen Schlammbehandlung gereinigt.

Solare Klärschlammtrocknung vermindert Transporte:
In den 90er Jahren wurde der Klärschlamm von rund 8.000 m3 pro Jahr nass auf die Felder gefahren. Bei einem Transportvolumen von 30 m3 pro Lastzug waren 270 Fahrten von ca. 80 km notwendig, was in Summe 21.600 km betrug.
Heute wird eine eigene Zentrifuge zur Entwässerung verwendet. Daran angeschlossen befinden sich zwei Solarhallen, die die kostenlose Sonnenenergie zur Klärschlammtrocknung nutzen. Dieser wird in einer nah gelegenen Müllverbrennungsanlage mitverbrannt, so dass nur noch 650 km zur Entsorgung des Klärschlammes anfallen.
Tipps
  • Besichtigungen bestehender Anlagen durchführen
Stolpersteine
  • BAFA und BImSch-Genehmigungen beachten

Beispiel gemeldet:11/2016 

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