Kontrast Gebärdensprachvideo Leichte Sprache Informationen zur Schriftgröße

Bioenergiedorf Schlacht

Bioenergiedorf produziert Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien - das Projekt hat das Dorf lebendiger und schöner gemacht.

Projektträger: Gemeinde Schlacht

Projektstandort

Schlacht

Schlacht_georeferenzierung

Kontakt

Aktionskreis Energiewende Glonn 2020 e.V.
Dr. Renate Glaser
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Gemeinderätin Markt Glonn
Lena-Christ-Straße 10
85625 Glonn
Tel: (08093) 902733
renate.glaser[at]hotmail.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmebedarf des Bioenergiedorfes Schlacht liegt bei über 90 %. Bei der Stromerzeugung sind wir noch weiter: Etwa 1/3 der ausschließlich regenerativ erzeugten Elektrizität können wir einspeisen. So profitiert nicht nur das Dorf (500 MWh), sondern auch weitere Haushalte (210 MWh), die damit ebenso aktiv das Klima schützen. Die bei der Stromerzeugung anfallende Abwärme wird im Winter ins Nahwärmenetz eingespeist und im Sommer zur Trocknung von Hackschnitzeln und zur Kühlung (Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, Kälteadsorptionsverfahren mit Wasser und Zeolith) verwendet. Dadurch sind die Anlagen ganzjährig ausgelastet und arbeiten effizient und wirtschaftlich. Die benötigte Biomasse stammt von Holz aus Forsten im näheren Umkreis, naturbelassenen Abschnitten und Restholz aus einem örtlichen Zimmereibetrieb. Die KWKK-Anlage wird derzeit noch mit Erdgas betrieben. Eine Umstellung auf Biogas aus dem Umkreis ist aber geplant.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 524 Tonnen CO2e

Nutzen: Emissionseinsparung Strom: 252 Tonnen CO2e, wenn man von einer ursprünglichen Stromversorgung mit dem EON Mix mit 504 g CO2e/kWh ausgeht. Wärme: 272 Tonnen CO2e.
Fotos
  • Hofladen Schlacht (Quelle: Dr. Renate Glaser)
  • Blick über die Felder zu den Dachflächen des Busunternehmers (Quelle: Fotofreunde Glonn e.V.)
  • Holzvergaser-Anlage (Quelle: Dr. Renate Glaser)
  • Ortseingang mit Blick auf Zimmerei (Quelle: Dr. Renate Glaser)
Klicken Sie auf ein Bild
(insgesamt 4 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Der ansässige Zimmereibetreiber suchte nach einem sinnvollen Konzept, seine Sägerestholzabfälle zu verwerten. Dabei bekam er schnell Unterstützung durch die Dorfbewohner.
Durchführung
Noch vor zwei Jahren war Schlacht ein verschlafenes Dorf und die Energiewende war hier kein Thema. Es gab einen Hofladen, der ausschließlich regionale und zum Teil selbst erzeugte Produkte anbot und einzelne Hausbesitzer, die ihr Gebäude mit Stückholz beheizten. Dann kam eine Bewegung ins Rollen, deren (positives) Ende noch kaum absehbar scheint: Der Besitzer des örtlichen Zimmereibetriebes konzipierte zusammen mit einem Öko-Landwirt die Holzvergaseranlage mit Wärmenetz. Dabei leisteten die beiden wesentliche Überzeugungsarbeit für eine regenerative Energieversorgung im Dorf. Bis auf zwei Privathäuser mit Ölheizungen sind nun alle Häuser in Schlacht regenerativ versorgt. Parallel dazu bot der Bau des neuen Möbelmarktes - komplett aus Holz gebaut am Rande des Ortes - die Gelegenheit, neueste Effizienztechnologie in Sachen Kühlung einzusetzen. Die erste Elektrotankstelle des Landkreises wird ebenfalls dort noch in diesem Sommer eröffnet. Der Strom hierzu wird durch die KWKK-Anlage geliefert. Zwei Elektroautos fahren in Schlacht und im Nachbarort. Die Fa. WBT, die die Anlage gebaut hat, ist im Nachbarort angesiedelt.

Hatten bisher nur einzelne Hausbesitzer PV-Anlagen oder Solarthermie-Anlagen auf ihren Dächern installiert, entschloss sich nun der örtliche Busunternehmer, seine riesigen Dachflächen für die Photovoltaik zu nutzen. Parallel dazu gab er sich hohe Umweltstandards und setzt diese Zug um Zug um (z. B. Hybridbusse im Fuhrpark). Spitzentechnologie und Innovation auf kleinstem Raum im Einklang mit bäuerlicher Grundstruktur! Der ökologisch arbeitende Landwirt mit seinen 70 Schafen verfolgt konsequent seinen nachhaltigen Weg nun auch in der Energiebereitstellung des Dorfes. Der Hofladen unterstützt das Konzept der regionalen Produktvermarktung und der kurzen Transportwege auch im Energiekonzept. Der ansässige Baggerbetrieb gräbt die Leitungen für das Nahwärmenetz. Das im Ort angesiedelte Elektrounternehmen ist für die Elektrik der Anlagen zuständig. Ein Dorf hat sich auf den Weg gemacht, alle machen mit und ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Schlacht zeigt: Die Energiewende ist möglich, sie ist in kurzer Zeit umsetzbar, sie erzeugt positive soziale Prozesse und der Ort wird dadurch lebendiger und schöner.
Zitate
Innovation und bäuerliche Grundstruktur in Einklang (Renate Glaser, Gemeinderätin Glonn)
Große Akzeptanz in der dörflichen Gemeinschaft (Peter Gröbmayr, 2. Bürgermeister Glonn)
Unsere Dorfversammlungen im Feuerwehrhaus waren ein großer Erfolg (Konrad Wachter, FFW Schlacht, Bio-Landwirt)
Tipps
  • Miteinander immer wieder persönlich reden, hilft Vertrauen aufzubauen.
Auszeichnungen
  • 09/2012: Energiepreis des Landkreises Ebersberg
    verliehen von: Landratsamt Ebersberg
  • 09/2012: Auf der Liste der Bioenergiedörfer geführt, Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft
    verliehen von: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Beispiel gemeldet:09/2014 

Zurück zu Übersicht