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Fernwärme und Strom aus Holzheizkraftwerk mit ORC-Turbine

Kraft-Wärme-Kopplung sorgt für besonders hohen Wirkungsgrad.

Projektträger: Gemeindewerke Ainring / Mitterfelden

Projektstandort

Ainring

Ainring_georeferenzierung

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Mit der Anlage werden fossile Energieträger (ca. 2 Mio. Liter Heizöl bzw. die entsprechende Menge Erdgas) durch Holz in Form von Waldhackgut (Restholz) ersetzt und somit ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz im Berchtesgadener Land geleistet.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 3.800 t / Jahr
  Energieeinsparung: Ersatz von fossilen Energieträgern (20.000 MWh / Jahr)
  Kosteneinsparung: ca. 10 %

Nutzen: Die o. g. CO2-Einsparung gilt für die Wärmebereitstellung.

Kosten: Gesamtkosten: netto 5.500.000 Euro
  Weitere Angaben: EEG-Anlage (Förderung durch entsprechende Stromvergütung, NaWaRo-Bonus, KWK-Bonus, Technologie-Bonus)

Förderung: Kredit: 2.600.000 Euro
  Fördergeber: KfW Kommunalkredit

Beschreibung

Auslöser
Auslöser für die Entscheidung, auf den Energieträger Holz zu setzen, war der Wunsch, effektiven Klimaschutz zu betrieben und fossile Energieträger zu ersetzen bzw. einzusparen. Statt der fossilen Energieträger sollten Brennstoffe aus der Region verwendet und somit die Versorgungssicherheit erhöht und die regionale Wertschöpfung gestärkt werden.
Durchführung
Im Heizkraftwerk Mitterfelden erfolgte bisher die Wärmeerzeugung über eine Gasmotorenanlage mit einer Nennleistung von 1,5 MW thermisch und 0,9 MW elektrisch sowie über zwei gas- und ölbefeuerte Heißwasserkessel.

Die Erzeugungsanlagen wurden nun erweitert um einen Hackschnitzelkessel mit einer Nennwärmeleistung von 3,8 MW mit nachgeschaltetem Thermoöl-Kessel zur gekoppelten Stromerzeugung mittels ORC-Turbine mit einer elektrischen Leistung von 0,9 MW.

Nachdem 2004 mit ersten Machbarkeitsstudien begonnen und das Projekt vom Gemeinderat einstimmig beschlossen wurde, konnte 2006 der erste Spatenstich gesetzt und die Inbetriebnahme schließlich 2007 erfolgen.

In Kraft-Wärme-Kopplung werden nun durch die Verbrennung von Hackschnitzeln jährlich 3.300 MWh Strom und 16.000 MWh Fernwärme erzeugt. Das Brennmaterial kommt ohne lange Transportwege aus der heimischen Region, z. T. sogar aus der eigenen Gemeinde. Die Brennstoffbeschickung des Hackschnitzelkessels erfolgt aus einem Tagesbunker vollkommen automatisch.

Die Gasmotorenanlage wird weiterhin zur Eigenstromerzeugung der kommunalen Liegenschaften eingesetzt und dient zusammen mit der alten Kesselanlage noch zur Spitzenlastabdeckung.

Die Nutzwärme gelangt über das Fernwärmenetz, das sich über den Ortsteil Mitterfelden erstreckt, in Form von Warmwasser über erdverlegte, hochgedämmte Spezialrohre (Kunststoffverbund-Mantelrohre) zu den Wärmeabnehmern. Zu diesen gehören neben den wichtigsten öffentlichen Einrichtungen wie Schul- und Sportzentrum, Schwimmbad, Seniorenwohnheim, Polizeischule, Pfarrzentrum, Kindergärten, Rathaus, Feuerwehr und Bauhof auch der größte Teil des Gewerbegebietes und etwa 1.000 Haushalte. Die Vorlauftemperaturen sind witterungsgeführt und betragen 70 °C bis 90 °C.
Zitate
"Mit der Verwertung heimischer Holzhackschnitzel bleiben ca. 13 Mio. Euro in den nächsten 20 Jahren bei uns in der Region und landen nicht bei weltweit operierenden Energiekonzernen." (Hans Eschlberger, 1. Bürgermeister)

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