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EnergieSparProjekt – ESP – EnergieSchuldenPrävention

Kostenlose Vorort-Beratung für einkommensschwache Haushalte zur Senkung des Energiebedarfs.

Projektträger: Stadt Nürnberg

Projektstandort

Nürnberg

Nürnberg_georeferenzierung

Kontakt

Amt für Existenzsicherung und soziale Integration – Sozialamt
Gundula Blaszyk
Projektleitung
Dietzstraße 4
90443 Nürnberg
Tel: (0911) 2315770

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Hohe Energieeinsparungen durch geändertes Nutzerverhalten und Austausch oder Reparatur von Energiefressern.
besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Die Haushalte sind durch die erläuterten Einsparmöglichkeiten sehr motiviert, ihr Verbraucherverhalten zu ändern.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Intensives Beratungsprojekt – low budget!

Einsparungen: CO2-Einsparung: durchschnittlich 0,7 t pro Jahr und Haushalt
  Kosteneinsparung: bis zu 30 %

Kosten: Gesamtkosten: jährlich rund 150.000 Euro

Förderung: Fördergeber: N-ERGIE AG

Beschreibung

Auslöser
Extrem steigende Energiepreise und die Selbstverpflichtung der Stadt Nürnberg zur Senkung des CO2-Ausstoßes gaben 2007 den Anstoß zur Entwicklung des Energiesparprojektes (ESP), das sich an Transferleistungsbeziehende und Geringverdienende richtet. Am 5. Juli 2007 beschloss der Sozialausschuss des Stadtrats die Durchführung des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts, das 2008 an den Start ging, bis heute erfolgreich läuft und verstetigt werden soll.
Das beim Sozialamt angesiedelte Projekt wurde von Beginn an vom regionalen Energieversorger finanziell gefördert und zur größtmöglichen Wirkung in der Kommune breit vernetzt. Eine enge Kooperation besteht mit den sozialen Diensten, den Sozialleistungsträgern (Jobcenter, Sozialamt), dem Forderungsmanagement des regionalen Energieversorgers, dem kommunalverbundenen Wohnungsunternehmen wbg, dem Mieterbund, der regionalen Tageszeitung (Spendenaktion Geräteaustausch) und dem Nürnberger Umweltamt.

Durchführung
ESP bietet Transferleistungsbeziehenden und Geringverdienenden eine kostenlose und umfassende Beratung und Unterstützung zur dauerhaften Senkung des Energiebedarfs und der Energiekosten.

Als Ansatzpunkte für eine wirksame und nachhaltige Energieeinsparung wurden folgende Schwerpunktbereiche definiert:

- Verbraucherverhalten
- Verbrauchserfassung und Abrechnung
- Geräteausstattung in den Haushalten
- Gebäudesubstanz der Wohnungen
- Heiztechnik und Warmwasseraufbereitung

Durchgeführt werden die Vorort-Beratungen von sozial geschulten, freiberuflichen Energieberatern und Energieberaterinnen. Im Mittelpunkt der Beratung steht das Nutzerverhalten. In der Praxis zeigt sich, dass besonders hohe Einsparungen durch eine veränderte Warmwassernutzung, richtiges Heizen und Lüften sowie durch eine optimale Bedienung der Heiztechnik und Warmwasseraufbereitung erzielt werden. Bei Bedarf wird Kontakt zum Vermieter aufgenommen, um Wohnungsmängel (z. B. undichte Fenster und Türen, defekte Heizungen, Boiler, Durchlauferhitzer) beheben zu lassen. Außerdem erhalten die beratenen Haushalte kostenlose Energiesparartikel, die auf die individuelle Situation abgestimmt sind (z. B. LED-Lampen, kostenloser Verleih von Strommessgeräten etc.). Einen wichtigen Stellenwert in der Beratung nimmt die Spendenvermittlung zum Kauf sparsamer Ersatzgeräte ein. Dabei handelt es sich in erster Linie um den Austausch von alten „stromfressenden“ Kühlschränken und Kühltruhen.

Bislang konnten rund 2.900 Haushalte (Stand: August 2014) über einen längeren Zeitraum (Erst- und Folgeberatungen) intensiv unterstützt und beraten werden.

Zur Wirkungskontrolle wurde das Projekt 2008 und 2009 wissenschaftlich begleitet durch die Fachbereiche Energietechnik und Soziale Arbeit der Georg-Ohm-Hochschule, Nürnberg, und das Institut für Technik und Marktstrategien (tms), Nürnberg, das auch für die Projektevaluation verantwortlich ist. Datenbasis waren 308 Haushalte, die 2008 beraten worden sind. Die ermittelte Stromkostenersparnis lag bei durchschnittlich 120 € und die ermittelte Heizkostenersparnis bei durchschnittlich 130 € pro Jahr und Haushalt. Durch die erzielten Einsparungen sank der CO2-Ausstoß im Durchschnitt um 0,7 t pro Jahr und Haushalt.

ESP wird mit kommunalen Mitteln der Armutsprävention finanziert und erhält seit 2008 jährlich eine namhafte Förderung durch den regionalen Energieversorger.
Zitate
Besonders gelungenes Beispiel zur Senkung des Energieverbrauchs bei einkommensschwachen Haushalten. (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie)
Tipps
  • Kooperationsvereinbarung mit Energieversorger
  • Kein "angelerntes", sondern hochqualifiziertes Personal
  • Enge Kooperation mit Sozialdiensten, Sozialleistungsträgern, Energieversorger und dem Umweltbereich der Stadt Nürnberg
Stolpersteine
  • Eine finanzielle Grundausstattung sollte früh gesichert sein.
Auszeichnungen
  • 10/2010: Label "Good Practice Energieeffizienz" in der Kategorie Information und Motivation
    verliehen von: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Beispiel gemeldet:09/2014 

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