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Ökostrombelieferung für alle kreiseigenen Liegenschaften

Anforderungen bei der Ausschreibung waren 100 % Strom aus erneuerbaren Energien und mindestens 30 % CO2-Einsparung.

Projektträger: Landkreis Kulmbach

Projektstandort

Kulmbach

Kulmbach_georeferenzierung

Kontakt

Landkreis Kulmbach
Ingrid Flieger
Klimaschutzbeauftragte
Konrad-Adenauer-Straße 5
95326 Kulmbach
Tel: (09221) 707148
flieger.ingrid[at]landkreis-kulmbach.de

Nutzen und Kosten

besonders schnell – braucht nicht viel Zeit zur Umsetzung
Geringer Zeitaufwand durch externe Beratung und durch den unproblematischen Wechsel des Stromanbieters.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Lediglich die Kosten für die Ausschreibung fallen an.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 47 % zu vorher bzw. 430 t / Jahr
  Kosteneinsparung: 12 % zu vorher bzw. 14.000 € / Jahr

Beschreibung

Auslöser
Dem Klimaschutz wird im Landkreis Kulmbach ein hoher Stellenwert eingeräumt. Aus der Überzeugung heraus, dass Klimaschutz auch Geld kosten darf, wurde ein Klimaschutzfonds aufgestellt, um daraus Maßnahmen zur CO2-Reduzierung zu finanzieren. Im Rahmen der jährlichen Haushaltsplanung werden jeweils einzelne Schwerpunkte festgelegt.

Die Umstellung auf "Ökostrom" für die kreiseigenen Liegenschaften ist eine Möglichkeit, die Klimabilanz des Landkreises zu verbessern. Im Kreistag bestand hierfür fraktionsübergreifend Konsens.
Für die Unterstützung und fachliche Begleitung bei der Umsetzung der Maßnahme (Erarbeitung des Kriterienkatalogs, die Vorbereitung und Durchführung der europaweiten Ausschreibung, das Vergleichen der Angebote und die Vergleichsberechnungen mit konventionellem Strom) wurde die Energieagentur Oberfranken GmbH (nun Energieagentur Nordbayern) beauftragt, die zum Teil vom Landkreis Kulmbach getragen wird.
Durchführung
Die Strombelieferung wurde europaweit für eine dreijährige Vertragslaufzeit im EU-Amtsblatt ausgeschrieben. Bedingungen waren 100 % Strom aus erneuerbaren Energien und eine CO2-Einsparung von mindestens 30 %.

Die Berechnung der CO2-Einsparung erfolgte mit dem Programm GEMIS (Version 4.5 2009) und basiert auf dem Vergleich von CO2-Emissionswerten erneuerbarer Energieträger (z. B. Wasserkraft mit ca. 40 g / kWh) mit dem aktuellen Strommix (etwa 580 g / kWh). Für Strom aus Wasserkraft beträgt demnach die Einsparung rechnerisch 90 %.

Um gezielt den Neubau von Stromerzeugungsanlagen zu fördern, wird die Einsparung nach dem Alter der Anlagen gewichtet:
  • Volle Anrechnung der Einsparleistung für den Bezug aus einer neuen Anlage (bis 3 Jahre nach Inbetriebnahme)
  • 50 % bei neueren Bestandsanlagen (bis 6 Jahre)
  • 25 % bei älteren Bestandsanlagen (bis 12 Jahre)
  • Keine Einsparung für Anlagen älter als 12 Jahre

Bei der Gesamtbewertung der Vergleichsangebote – alle mit Strom zu 100 % aus Wasserkraft – erhielt der Anbieter mit der größtmöglichen CO2-Einsparung bei wirtschaftlichstem Angebot den Zuschlag.

Der Wechsel des Stromanbieters war im Großen und Ganzen problemlos. Aufgrund des konkreten Anforderungsprofils (feste Strommengen / Leistungsdaten) und des günstigen Zeitpunkts für die Ausschreibung konnten wir Ökostrom preiswerter als konventionellen Strom beziehen. Durch Mitteilung vor Vertragsbeginn und mit Abrechnung bei Jahresende können wir die Herkunft des Stroms nachprüfen.
Tipps
  • Die Formerfordernis für die Ausschreibung im EU-Amtsblatt ist für eine Kommune machbar, aber aufwendig. In unserem Fall war die externe Beratung durch die Energieagentur Oberfranken (nun Energieagentur Nordbayern) bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und vor allem für die Festlegung und Bewertung des Umweltnutzens sehr hilfreich.

Beispiel gemeldet:11/2016 

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