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50/50-Einsparprojekt für Schulen

Mehrere Schulen beteiligten sich und bekamen die Hälfte der eingesparten Energiekosten ausbezahlt.

Projektträger: Abwasser- und Umweltverband Chiemsee

Projektstandort

Rimsting

Rimsting_georeferenzierung

Kontakt

Abwasser- und Umweltverband Chiemsee
Marlene Berger-Stöckl
Umweltbeauftragte
Stiedering 1
83253 Rimsting
Tel: (08051) 690110
berger-stoeckl[at]azv-chiemsee.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Schüler (und auch die Lehrer) wurden sensibilisiert für die Notwendigkeit des Energiesparens – ein Lerneffekt, der meist auch mit nach Hause genommen und an die Familien weitergetragen wird.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Das Projekt war ohne besondere technische Ausstattung und somit kostengünstig durchführbar.

Einsparungen: Kosteneinsparung: 10 % zu vorher bzw. maximal bis zu 10.000 € / Jahr

Kosten: Weitere Angaben: Ca. 500 € pro Schule und Jahr für Betreuer; zusätzlich freiwillige Sachkosten wie z. B. ein Energierad zu Lernzwecken (3.000 €)
Fotos
  • Übergabe des halben Energiesparbetrags durch die Gemeinde Seebruck (Träger) an die Schule. (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
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(insgesamt 1 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (10 Gemeinden als Mitglieder) startete 2001 einen regionalen Arbeitskreis Energie, von dem der Projektvorschlag 50/50-Einsparprojekt aufgegriffen wurde. An der Umsetzung haben sich über verschiedene Jahre vier Schulen mit engagierten Lehrern beteiligt: das Gymnasium Prien, die Volksschule Bernau, die Grundschule Seeon und die Hauptschule Chieming. Das Projekt wurde von 2003 bis 2009 durchgeführt.

Auch mit nur wenig oder kleinen Investitionen in die Technik kann eine engagierte Schule ihre Energierechnung um 4- bis 5-stellige Beträge senken. Das erfordert die Unterstützung der Schulleitung und mindestens einen engagierten Lehrer, der viele zum Mitmachen motiviert. Von der Einsparung profitieren die Schule/Schüler, die Gemeinde und die Umwelt. Am wichtigsten dürfte der Lerneffekt für die Schüler und Lehrer im Alltag sein. Wichtig sind aber auch "Nebeneffekte" wie die Entdeckung von Energie- oder Wasserlecks.
Durchführung
Als Einstieg in das Projekt haben wir einen Mitarbeiter des Umweltamtes der Stadt Rosenheim eingeladen, der uns ausführlich über das Projekt informiert und dazu ermuntert hat. Die Durchführung des Projekts an der Schule erfordert Zeit und Engagement, aber auch die Betreuung durch einen Mitarbeiter aus dem Arbeitskreis. Am aufwändigsten ist die umfangreiche Datenerhebung und Abrechnung, da alle Veränderungen während eines Schuljahres dokumentiert und berechnet werden müssen (baulich, technisch, Belegzahlen usw.). Das geht nur mit einem versierten Begleiter wie in unserem Fall einem pensionierten Energieberater.

Die Aufgaben des Verbands waren:
- Projekt bei den Schulen bewerben, Einsparvertrag mit dem Träger abschließen
- ehrenamtlichen Betreuer aus dem Arbeitskreis identifizieren, der die Schule bei der Datenmessung unterstützt, die Einsparungen erfasst und abrechnet
- Literaturkiste, Wetterdaten, Messkoffer, Energierad, Informationen/Referenten zur Verfügung stellen
- Einhaltung des Vertrags zwischen Schule und Sachaufwandsträger mitverfolgen
- Aufwandsentschädigung für Betreuer
- Öffentlichkeitsarbeit

Die Schulen übernahmen jeweils den pädagogischen Teil.

Zitate
"Am wichtigsten ist das, was die Kinder aus dem 50-50-Projekt mit nach Hause nehmen." (Gerold Schwarzer, ehemals 2. Direktor Ludwig-Thoma-Gymnasium Prien)
Tipps
  • Vor Projektstart sollte mit der Kommune ein Einsparvertrag abgeschlossen werden.
  • Alle Nutzer der Schule sollten mit einbezogen werden (Lehrerkollegium; Schüler; besonders wichtig: Hausmeister; Vereinsnutzer).
  • Das Projekt sollte nur durchgeführt werden, wenn in diesem Schuljahr keine größeren Umbaumaßnahmen erfolgen, denn sonst kann die Einsparung nur noch mit größtem Aufwand ermittelt werden.
  • Ideal ist es, wenn es einen Betreuer für mehrere Schulen gibt und sich dadurch zwischen den Schulen eine Kooperation beim Energiesparen entwickelt (gute Beispiele übernehmen).
Stolpersteine
  • Die Schule kann den pädagogischen Teil umsetzen, aber nicht oder nur in Teilen die aufwendigen Datenmessungen oder gar die Abrechnung machen. Die aufwändige Abrechnung ist der begrenzende Faktor für das Projekt, der Erfolg wird dadurch auf der anderen Seite aber überzeugend sichtbar. Deshalb muss das Projekt durch Dritte unterstützt und betreut werden – in unserem Fall ein pensionierter Energieberater, der das mit großem Einsatz leistete (s. o.). Hier wäre ein EDV-Programm hilfreich, das eventuell in der Oberstufe von der Schule selbst betreut werden könnte.
Auszeichnungen
  • 10/2009: Bayrischer Agenda-Wettbewerb 2009 "Gemeinsam für den Klimaschutz"; 1. Preis in der Kategorie "Bildung für nachhaltige Entwicklung"
    verliehen von: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Beispiel gemeldet:07/2014 

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