Errichtung einer Hackschnitzelanlage und eines Nahwärmenetzes

Dieses Projekt – durchgeführt durch die gemeindeeigene Energiegesellschaft – führt zu einer jährlichen Einsparung der CO2-Emissionen von etwa 560 t / Jahr.

Projektträger: Energiegesellschaft Adelsdorf mbH

Projektstandort

Adelsdorf

Adelsdorf_georeferenzierung

Kontakt

Energiegesellschaft Adelsdorf mbH
Wolfgang Mößlein
Geschäftsführer
Rathausplatz 1
91325 Adelsdorf
Tel: (09195) 9432120
wolfgang.moesslein[at]adelsdorf.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Fossile Energieträger wurden durch eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Alternative ersetzt.

Einsparungen: CO2-Einsparung: 80 % zu vorher bzw. 560 t / Jahr
  Energieeinsparung: 15 % zu vorher bzw. 300 MWh / Jahr
  Kosteneinsparung: 15 % zu vorher bzw. 20.000 € / Jahr

Kosten: Gesamtkosten: 440.000 Euro

Förderung: Kredit: 400.000 Euro
  Zuschuss: 50.000 Euro
  Fördergeber: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
Fotos
  • Westansicht der Hackschnitzelanlage mit Holzlager (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
  • Bau der Nahwärmeleitung im Ortskern von Adelsdorf (Quelle: Energie-Atlas Bayern)
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(insgesamt 2 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wollte die Gemeinde Adelsdorf die Energieversorgung ein Stück weit in die eigene Hand nehmen. Dafür wurde die gemeindeeigene Energiegesellschaft Adelsdorf mbH gegründet (s. Praxisbeispiel "Gründung einer gemeindeeigenen Gesellschaft zur Erzeugung regenerativer Energien"), deren Aufgabe die energetische Sanierung der kommunalen Liegenschaften sowie die Energieerzeugung und -verteilung ist. Dazu gehörten unter anderem die Errichtung einer Hackschnitzelanlage und der Bau eines Nahwärmenetzes.
Durchführung
Zur Umsetzung des Projektes wurden ein Nahwärmenetz und ein Kesselhaus mit Hackschnitzelbunker gebaut. Das Herzstück der Anlage ist ein UTSR-360 Heizkessel der Firma Schmid mit einer Leistung von 360 kW.

Über das Netz, welches zu Beginn eine Länge von 550 m hatte, wurden zunächst die gemeindlichen Einrichtungen Bauhof, Feuerwehr und Schloss sowie weitere Kunden wie Apotheke, katholisches Gemeindezentrum und das Landhotel Drei Kronen mit Wärmeenergie versorgt. 2010 wurde das Netz auf etwa 1.500 m verlängert und somit konnten auch das Hofhaus im Schloss, die Volksschule Adelsdorf mit Schwimmbad und die Aischgrundhalle angeschlossen werden. 2011 wurde die Anlage mit einem Wärmetauscher aufgerüstet. Die erwartete Leistungssteigerung der Anlage um ca. 5 bis 7 % wurde sogar übertroffen. Im selben Jahr wurde nach der Sanierung des ehemaligen Rathauses auch dieses Gebäude angeschlossen.

Durch die Anbindung der Kesselanlage sowie der Wärmemengenzähler der Energiekunden an ein Leitsystem ist es möglich, nicht nur das Bedienpersonal der Anlage bei Störungen über ein Meldesystem zu alarmieren, sondern auch die digitale Überwachung und Regelung des laufenden Betriebs zu ermöglichen. Durch die Online-Erfassung des Energiebedarfs der Energiekunden und die Regelung gemeindlicher Einrichtungen mit einer Gebäudeleittechnik können die Ergebnisse der Wärmebedarfsberechnungen niedriger angesetzt werden: Da es möglich ist, automatisch bei Maximalbedarf der Wärmekunden über eine Art "Lastabwurfverfahren" in gemeindeeigenen Gebäuden wie beispielsweise Fahrzeughallen niedrigere Vorgabewerte der Raumtemperatur zu geben, kann der Spitzenbedarf an Wärme reduziert werden. Das Ergebnis dieser Betriebsart ist, dass bei einer kleineren Kesselgröße mehr Wärmekunden beliefert werden können.

Die aufgrund der inzwischen erreichten Vollauslastung jährlich benötigten ca. 2.500 m3 Hackschnitzel werden gut zur Hälfte angekauft. Ca. 1.000 m3 Schnitzel pro Jahr werden von der GmbH selbst aus dem Landschaftspflegeholz der Gemeinde produziert, welches in der frostfreien Übergangszeit verheizt wird.
Tipps
  • Es sollten im Vorfeld viele Vergleichsanlagen besucht werden, um Erfahrungen auszutauschen.
  • Die Fördermöglichkeiten sollten umfassend geprüft werden.

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