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Mehr als nur heisse Luft: Biogasanlage und Nahwärmenetz

Fast das gesamte Gemeindegebiet wird auf nachhaltige Weise mit Wärme versorgt – und das ganz ohne Mais-Monokulturen.

Projektträger: Gemeinde Großbardorf

Projektstandort

Großbardorf

Großbardorf_georeferenzierung

Kontakt

Gemeinde Großbardorf
Josef Demar
Bürgermeister
Schulstraße 23
97633 Großbardorf
Tel: (09766) 9229
josef.demar[at]agrokraft.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Fossile Energieträger und somit Treibhausgasemissionen werden eingespart. Bei der Erzeugung der Biomasse werden Monokulturen vermieden.

Einsparungen: Energieeinsparung: 350.000 l Heizöl

Kosten: Gesamtkosten: 3.000.000 Euro

Förderung: Zuschuss: 693.000 Euro
  Fördergeber: KfW Zuschuss für Wärmeleitung

Beschreibung

Auslöser
Erste Denkanstöße für die Nutzung erneuerbarer Energien lieferte der Arbeitskreis Umwelt bereits vor langer Zeit bei der Erarbeitung des Dorferneuerungsplanes. Als dann, wegen der Dorferneuerung, ohnehin ökologische und gestalterische Verbesserungen des Ortsbildes anstanden, reifte die Idee, mit diesen zusammen eine zentrale Wärmeversorgung aufzubauen. So war letztendlich die Ausführung der großen Straßenbaumaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung in den Jahren 2009 bis 2012 ausschlaggebend für die Realisierung dieser Idee. Diese Baumaßnahmen boten nämlich die Gelegenheit, die Nahwärmeleitungen ohne großen zusätzlichen Aufwand und damit kostengünstig zu verlegen.
Durchführung
Für diesen Zweck wurde im Jahr 2009 die Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energie e.G. Großbardorf gegründet und das Konzept zur Nahwärmeversorgung von rund 40 Großbardorfer Bürgern erarbeitet. Das genossenschaftlich getragene Investitionsvolumen beträgt rund 3 Mio. €.

Inzwischen konnte das Nahwärmenetz fast auf die gesamte Ortschaft ausgedehnt werden. Über 120 Haushalte der 950 Einwohner zählenden Gemeinde sind somit bereits angeschlossen. Die Wärmeleitungen verlaufen auf einer Gesamtlänge von über 6.000 m.

Für die Bereitstellung der Energie wurde eine Biogasanlage gebaut, die Strom und Wärme erzeugt. Die Spitzenlast deckt ein Hackschnitzelkessel. Im Gegensatz zu vielen anderen Projekten wurde diese Biogasanlage von Anfang an für die Wärmeversorgung des Ortes geplant und dimensioniert.

Die Biogasanlage wird gemeinschaftlich von 41 haupt- und nebenberuflichen Landwirten getragen (davon 15 aus Großbardorf), die die Anlage mit Substrat beliefern und die Gärreste auf ihren Feldern ausbringen. Hierfür wurde die Agrokraft Großbardorf GmbH & Co. KG gegründet, die den Grundsatz verfolgt, dass möglichst viele landwirtschaftliche Betriebe jeder Betriebsgröße beteiligt werden und keine zusätzliche Konkurrenz der Fläche entstehen sollte.

Eine Besonderheit ist, dass die Substrate ausschließlich aus der Produktion der Anlageneigentümer kommen, wobei der Flächenanteil für Mais in keiner Gemarkung über sieben Prozent liegt. Zur Auflockerung der Feldflur werden Blühstreifen eingesät und das Biogassubstrat durch Kräutermischungen und Riesenweizengras ergänzt.

Neben dem Nahwärmenetz und der Biogasanlage wurden von den Großbardorfer Bürgern weitere energiebezogene Projekte durch genossenschaftlich getragene Investitionen verwirklicht, wie z. B. eine Gemeinschaftsphotovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 1,9 Megawatt. Wie gut das Konzept in Großbardorf aufgegangen ist, zeigt auch die Ansiedlung eines mittelständischen Unternehmens mit mehr als 150 Mitarbeitern, das den Anschluss an das Nahwärmenetz als entscheidenden Standortvorteil erkannt hat. Auch den beteiligten Landwirten bietet der Betrieb der Biogasanlage Vorteile, da sie ein zusätzliches Einkommen sichert.
Zitate
"Mit dem Bau dieser Energieanlagen werden sich für unsere Gemeinde noch weitere Projekte realisieren lassen. Ich bin mir sicher wir können noch einige Richtfeste feiern." (Josef Demar, 1. Bürgermeister von Großbardorf )
Tipps
  • Die Bevölkerung von Anfang an mit einbeziehen.
Stolpersteine
  • Die Finanzierung.
Auszeichnungen
  • 11/2012: Bioenergiedorf 2012
    verliehen von: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Beispiel gemeldet:04/2014 

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