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Grenzüberschreitende Geothermie-Versorgung

Europas erste grenzüberschreitende, umweltfreundliche Fernwärmeversorgung.

Projektträger: Geothermie Fördergesellschaft Simbach Braunau mbH

Projektstandort

Simbach am Inn

Simbach am Inn_georeferenzierung

Kontakt

Geothermie Fördergesellschaft Simbach Braunau mbH
DI Oliver Bucher
Geschäftsführer
4021 Linz
Tel: (0043732) 90510-3847
oliver.bucher[at]energieagwaerme.at

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Reduzierung von ca. 16.300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr;Reduzierung der Abhängigkeit von importierten Brennstoffen

Einsparungen: CO2-Einsparung: 16.300 t / Jahr

Nutzen: Die o.g. Einsparung von Kohlendioxid bezieht sich auf einen Vergleich mit der Verbrennung von fossilen Engergierträgern (Heizöl und Erdgas).

Kosten: Gesamtkosten: 22.000.000 Euro

Förderung: Zuschuss: 8.300.000 Euro
  Fördergeber: EU, Freistaat Bayern, Republik Österreich
Fotos
  • Schema Tiefenbohrung
  • Bohrturm Tiefenbohrung
  • Schema Heizzentrale
  • Leittechnik
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(insgesamt 7 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Bereits 1974 wurden erste Gutachten über das geothermische Energiepotenzial in der Region Braunau-Simbach eingeholt, Wirtschaftlichkeits- und Durchführbarkeitsstudien wurden 1992 durchgeführt. In Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften und der Energiewirtschaft wurden dann im Jahr 1997 zwei Gesellschaften für den Betrieb der Fernwärmeversorgung gegründet.

Die Niederbringung der beiden Bohrungen erfolgte im Jahr 1999. Inbetriebnahme der Fernwärmeerzeugung sowie der Hauptausbau des Fernwärmenetzes fanden von 2000 bis 2003 statt. Im Jahr 2006 wurde die Gesamtanlage fertiggestellt.

Die Geothermie Fördergesellschaft Simbach Braunau mbH (GSB) und die Geothermie Wärmegesellschaft Braunau Simbach mbH (GBS) ist ein Gemeinschaftsunternehmen von:

Stadt Simbach am Inn, Landkreis Rottal-Inn, Stadt Braunau am Inn, EON Bayern Wärme, Evonik Industries, Erdgas Südbayern, Ferngas OÖ, Energie AG Oberösterreich Wärme GmbH
Durchführung
Für die innovative Form der Wärmegewinnung der beiden Städte Braunau (18.000 Einwohner) und Simbach (10.000 Einwohner) sind zwei Tiefbohrungen - eine Förder- und eine Verpressbohrung - notwendig:

Aus der Förderbohrung wird Thermalwasser gepumpt, das seine gespeicherte Wärme über einen Wärmetauscher an das angeschlossene Fernwärmenetz weitergibt. Das so genutzte Wasser wird dann über die an der Erdoberfläche nur 15 Meter versetzte Verpressbohrung in den Untergrund zurückgepumpt. Damit schließt sich der Kreislauf, dem Untergrund wird kein Wasser entzogen.

Die Bohrungen ermöglichen die Gewinnung von mehr als 7 MW Fernwärme. Rund zwei Drittel der 60 GWh an Wärme, die jährlich an die Kunden verkauft werden, ist über die Geothermie abgedeckt. Der Rest wird mit Hilfe zweier Gaskessel in der Heizzentrale Simbach erzeugt.

Diese Gaskessel dienen gleichzeitig dazu, um die in der Erde gespeicherte Wärme von rund 80 °C in besonders kalten Perioden auf die erforderliche Betriebstemperatur von max. 110 °C zu bringen.

Ein dezentrales Spitzenversorgungskonzept hilft, die Investitionen in die Heizzentrale und die Leitungskapazitäten niedrig zu halten. Bei diesem Konzept werden ausgewählte Großanlagen kurzzeitig vom Fernwärmenetz geschaltet und versorgen sich über eigene Kesselanlagen.

Weiter wurden 2 mit Pflanzenöl betriebene Blockheizkraftwerke in die Heizzentrale eingebunden, welche Abwärme in das Fernwärmenetz einspeisen.

Neben den Wärmeerzeugungsanlagen wurde 2009 zusätzlich eine Stromerzeugungsanlage (ORC Prozess) errichtet. Einzigartig dabei ist, dass diese Anlage mit einer Vorlauftemperatur von nur 80 °C betrieben wird. Die Errichtung erfolgte im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens, das durch die EU mitfinanziert wurde.
Stolpersteine
  • Besonders schwierig war es, die Finanzierung auf die Beine zu stellen und das finanzielle Risiko für die Kommunen so gering wie möglich zu halten. Ohne die finanzielle Beteiligung der Partner aus der Energiewirtschaft wäre das Projekt u. U. nicht zu realisieren gewesen.
Auszeichnungen
  • 02/2005: Climate Star 2004
    verliehen von: Klimabündnis

Beispiel gemeldet:10/2010 

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