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Deutschlands erstes interkommunales Geothermieprojekt

Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim bei München setzen gemeinsam auf Wärme aus Tiefengeothermie.

Projektträger: AFK-Geothermie GmbH

Projektstandort

Aschheim

Aschheim_georeferenzierung

Kontakt

Manfred Durner
Geschäftsführer
85609 Aschheim
Tel: (089) 1893999-10
info[at]afk-geothermie.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
CO2-Reduzierung, weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern, Ressourcenschonung

Einsparungen: CO2-Einsparung: 7.500 t / Jahr

Kosten: Gesamtkosten: 82.220.000 Euro

Förderung: Kredit: 38.670.000 Euro
  Zuschuss: 11.500.000 Euro
  Fördergeber: KfW-Bankengruppe/ LfA-Förderbank
Fotos
  • Bohrbeginn Oktober 2008; © AFK-Geothermie GmbH
  • Tag der offenen Tür; © AFK-Geothermie GmbH
  • Tag der offenen Tür; © AFK-Geothermie GmbH
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(insgesamt 3 Bilder)

Beschreibung

Auslöser
Die Gemeinde Aschheim erhielt am 17. Oktober 2005 vom Bayerischen Wirtschaftsministerium die Erlaubnis, Erdwärme im Claim Ascaim aufzusuchen. Machbarkeitsstudien prognostizierten in etwa 2,7 Kilometern Tiefe 82 bis 85 Grad heißes Wasser.

Im April 2007 schlossen sich die drei Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um die Aufsuchung von Erdwärme im Erlaubnisfeld "Ascaim" vorzubereiten. Im August 2007 folgte eine Fragebogenaktion an alle Haus- und Wohnungseigentümer der drei Gemeinden, ob Interesse an einem Anschluss für Geothermie besteht. Diese Umfragen ergaben, dass die Bewohner der Idee nicht nur eine hohe Akzeptanz entgegenbringen, sondern auch ein großes Interesse an eigenen Anschlüssen besteht.

Diese Entwicklungen führten im März 2008 schließlich zur notariellen Eintragung der AFK-Geothermie GmbH. Gleichberechtigte Gesellschafter sind die drei Gemeinden, Aufsichtsratsvorsitzende sind jeweils die Ersten Bürgermeister der Gemeinden Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim.
Durchführung
Die Gründung der AFK-Geothermie GmbH stellt das erste interkommunale Geothermieprojekt in Deutschland dar und bietet den beteiligten Gemeinden den Vorteil, die zentralen Investitionskosten von ca. 85 Mio. Euro gemeinsam zu tragen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz sowie zur regionalen Wertschöpfung zu leisten.

Den drei Gemeinden lag von Anfang an viel daran, die Bürger über das Geothermieprojekt aufzuklären und sie in die Planungen mit einzubeziehen. Neben Befragungen vor Baubeginn stellt die AFK-Geothermie den Bewohnern von Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim ein Expertenteam zur Verfügung, dass die einzelnen Haushalte individuell berät und einen Kostenvergleich zwischen aktueller Energieversorgung und der Versorgung mit regenerativer Geothermie erstellt. Neben den regelmäßigen Beratungsterminen in den Kommunen können die Bürger auch Hausbesuche mit den Kundenberatern vereinbaren.

Die AFK-Geothermie GmbH der Gemeinden Aschheim , Feldkirchen b. M. und Kirchheim b. M., als erstes interkommunales Geothermieprojekt, baut seit dem Jahr 2009 sukzessive ein flächendeckendes, regeneratives Fernwärmenetz in den fünf Orten Aschheim, Dornach, Feldkirchen, Kirchheim und Heimstetten aus. Dadurch werden zahlreiche Gebäude, die bisher mit fossilen Brennstoffen versorgt wurden, zukünftig mit Geothermie-Fernwärme versorgt.

In den Jahren 2009 bis 2013 wurde in fünf Bauabschnitten eine Netzinfrastruktur von rd. 64 km (inkl. Transportnetz) geschaffen. Zum Jahresende 2013 betrug die Summe der Anschlussleistung bestehender Kundenverträge rd. 46 MW (davon rd. 5 MW Optionen).
Die Wärmeerzeugung betrug im Jahr 2013 rd. 64 GWh. Davon wurden rd. 76 % mit Geothermie bereitgestellt. In 2014 wurde die Netzinfrastruktur um rd. 4 km erweitert.
Über 42 MW-Kundenanschlussleistung (Wohn- und Gewerbegebäude, ein Einkaufzentrum sowie kommunale Gebäude) werden über ein Transportnetz sowie Ortsnetzen mit insgesamt 68,4 Kilometern Trassenlänge zuverlässig mit Fernwärme versorgt. Aktuell sind 1.109 Wärmeverträge (davon 172 Optionsverträge) geschlossen.

Mit dem von den Gemeinden gewünschten weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung durch die AFK-Geothermie GmbH wird sich der Leistungs- und Energiebedarf der Energiezentrale in den nächsten Jahren sukzessive erhöhen.

Zur Reduktion von Kosten und Energieverbrauch wird eine Mittellastanlage in den Jahren 2014/2015 realisiert werden. Hierzu wird eine Gasleitung zur Energiezentrale verlegt und verschiedene Techniken mit dem Brennstoff Erdgas eingesetzt.

Ein Gas- Blockheizkraftwerk (BHKW) mit 800 kWel Leistung soll einerseits etwa die Hälfte des Jahresstromverbrauches abdecken, andererseits soll die BHKW-Abwärme (rd. 890 kWth) für die Fernwärmeversorgung genutzt werden.
Zur Abdeckung der Mittellast-Leistung soll im Jahr 2015 eine gasbefeuerte Absorptionswärmepumpe mit 5 MW Leistung installiert werden. Die aus der Wärmepumpe gelieferte Fernwärme stammt zu rd. 40 % aus dem Geothermie-Rücklauf.
Zur Erhöhung der Backupleistung (Versorgungssicherheit) wird der Spitzenlastkesselbestand im Jahr 2015 von 20 MW auf 30 MW aufgerüstet. Für die kommenden Jahre ist eine stufenweise Erweiterung der Anlage geplant.
Zitate
"Unser Ziel ist es, den Bürgern und Gewerbetreibenden eine klimaschonende und preisstabile Energieform zur Verfügung zu stellen". (ehemaliger 1. Bgm Aschheim)
"Ein Vorteil des interkommunalen Projektes ist, dass die Wertschöpfung hier vor Ort bleibt". (ehemaliger 1. Bgm Feldkirchen)
"Wenn wir als Gemeinden solche wertvollen Ressourcen vor Ort haben, sollten wir diese auch nutzen, um unabhängiger zu werden." (ehemaliger 1. Bgm Kirchheim)
Tipps
  • Hoher zeitlicher und personeller Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten Verwaltungen, Bürgermeistern, Gemeinderatsgremien.
Auszeichnungen
  • 12/2009: Energie-Kommune des Monats Dezember 2009
    verliehen von: Agentur für Erneuerbare Energien

Beispiel gemeldet:07/2012
zuletzt aktualisiert:12/2014

Links und Downloads

Internetseite der AFK-Geothermie

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