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Erneuerbare Energie-Effizienz im Kloster St. Ottilien

Durch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien konnten die CO2-Emissionen der gesamten Anlage rund um das Kloster St. Ottilien um 90 % reduziert werden.

Projektträger: Erzabtei St. Ottilien mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e. V.

Projektstandort

Eresing

Eresing

Kontakt

Erzabtei St. Ottilien
Bruder Josef Götz
86941 St. Ottilien
Tel: (08193) 71-206
kontakt[at]ottilien.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Fast vollständiger Verzicht auf fossile Brennstoffe

Einsparungen: CO2-Einsparung: 2.500 t / Jahr

Kosten: Gesamtkosten: 6.100.000 Euro
  Weitere Angaben: Finanziell gefördert wurde das Projekt über einen KfW-Kredit und über einen Zuschuss aus dem CO2-Minderungsprogramm in Bayern.

Förderung: Kredit: 175.200 Euro
  Fördergeber: KfW (Kredit), Bayerisches Landesamt für Umwelt (Zuschuss)
Fotos
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Beschreibung

Auslöser
Zunehmende Kosten und Umweltbedenken veranlassten das Klosterdorf St. Ottilien dazu, seine CO2-Emissionen durch Senkung des Verbrauchs von fossilen Brennstoffen (rund 700.000 Liter Heizöl im Jahr) um 90 % zu reduzieren.
Durchführung
Es wurden ein umfangreiches Programm zur Wärmedämmung durchgeführt und ein hocheffizientes Fernwärmesystem installiert, das 45 Gebäude, einschließlich einer Schule und des Klosters selbst, versorgen kann. Eine thermografische Analyse des Gebäudebestands führte zu einer energieeffizienten Renovierung. Hierbei wurden Wärmedämmmaßnahmen durchgeführt, Fenster ausgetauscht sowie das Heizsystem und die Dampferzeugung gemessen und optimiert.

Weiterhin wurden eine zentrale Wärmeversorgung mit zwei Holzpelletkesseln sowie eine mit Biogas arbeitende Kraftwärmekopplungsanlage installiert, die 95 % der Wärmeversorgung und 100 % der Stromversorgung des Klosters abdeckt.

Im Jahr 2010 wurde die Biogasanlage in Betrieb genommen, die 250 kW Elektroenergie liefert und so viel Wärme produziert, dass im Sommer die Wärme- und Warmwasserversorgung vollständig ohne Hackschnitzel oder Heizöl erfolgen kann. Im Jahre 2012 wurde ein zweites Blockheizkraftwerk (BHKW) (250 kWel) installiert, so dass nun insgesamt 500 kWel bereit stehen. Die Wärmeversorgung erfolgt so zu über 95 % über Hackschnitzel (50 %) und Abwärme des BHKWs (ca. 45 %). Heizöl (5 %) kommt nur bei Wartungsarbeiten oder während eines großen Kälteeinbruchs zum Einsatz.

Für die Spitzenlasten an Strom, zwischen ca. 9 Uhr bis 17 Uhr, wurde 2020 eine Photovoltaik-Anlage eingebaut (Leistung 80 kWp). Der Strom wird im Eigenverbrauch genutzt.

Die neue Energieversorgung der Erzabtei St. Ottilien ist bei einem Wettbewerb der Europäischen Kommission nominiert worden. Aus 300 Bewerbern ist die Erzabtei unter die ersten drei gekommen. Der Modellcharakter für die Energieversorgung eines ganzen Dorfes mit den vor Ort vorhanden Ressourcen Gülle, Gras, Mais und Holz war entscheidend.
Tipps
  • Dieses Projekt kann als Grundkonzept für andere Dörfer dienen, in denen Gebäude zu heizen sind, die teilweise unter Denkmalschutz stehen. Die Modernisierung von Gebäuden sorgt für erhebliche Einsparungen von Heizöl oder Gas. Um eine Überdimensionierung zu vermeiden, ist es wichtig, bei den Kalkulationen vom niedrigeren Energieverbrauch nach Durchführung der Dämmmaßnahmen auszugehen.
Auszeichnungen
  • 04/2011: ManagEnergy Local Energy Action Award
    verliehen von: Europäische Kommission

Beispiel gemeldet:07/2011
zuletzt aktualisiert:05/2021

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