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"Haderner Modell" - Bürger-Solaranlagen machen Schule

Das erfolgreiche Organisationsmodell aktiviert Bürger zu Klimaschutz und "Enkel-tauglichem" Energiegebrauch.

Projektstandort

München

München_georeferenzierung

Kontakt

Eugen Kuntze
Tel: (089) 713759
ergon[at]t-online.de

Nutzen und Kosten

besonders wirkungsvoll – hoher Nutzen für die Umwelt
Die Initiativgruppe bestimmt die Ausgestaltung des Projekts: Die Projekte wirken bürgeraktivierend.
besonders kostengünstig – mit wenig Kapitaleinsatz machbar
Auch Kleinanleger bekommen die Möglichkeit, in die Erzeu- gung erneuerbarer Energie zu investieren: Sonne für alle

Einsparungen: CO2-Einsparung: 300 t / Jahr
  Energieeinsparung: 1.500 MWh

Kosten: Gesamtkosten: 1.500.000 Euro

Förderung: Zuschuss: 20.000 Euro
  Fördergeber: Rat für nachhaltige Entwicklung

Beschreibung

Auslöser
Der Arbeitskreis Energie der Gruppe Agenda 21 in München-Hadern entwickelte das Organisationsmodell seit dem Jahr 2001. Die Gruppe organisiert sich im Verein ergon e.V..

Der Verein ergon e.V., Verein für enkeltauglichen Energiegebrauch, unterstützt örtliche Initiativen bei der Realisierung ihrer Projekte. Inzwischen sind mehr als 45 Bürgeranlagen mit ca. 1,5 MW Leistung und ca. 1.500 Beteiligten am Netz.
Durchführung
Pro Anlage wird jeweils mit den Beteiligten eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Da bei einer GbR jeder Gesellschafter auch mit seinem privaten Kapital haftet und sich ein Geschädigter stellvertretend für die gesamte GbR an einem Gesellschafter schadlos halten kann, wurde die GmbH und Co KG nachgebildet, um dies zu vermeiden:

Die Rolle der GmbH übernimmt ein Verein, der für den Bau und Betrieb der Anlage verantwortlich ist. Er schließt eine Haftpflichtversicherung über 5 Mio. Euro Versicherungssumme ab. Sollte ein Haftpflichtschaden aus dem Bau und dem Betrieb einer Anlage diese Summe überschreiten, so haften die Vereinsmitglieder nicht persönlich, sondern der Verein mit seiner Vereinskasse begrenzten Inhalts. Ein Haftungsdurchgriff auf die GbR ist nicht vorstellbar. Die GbR übernimmt die Rolle der Geldgeber, vergleichbar der KG. Sie beauftragt den Verein mit dem Bau und dem Betrieb der Anlage und übernimmt alle daraus entstehenden Kosten.

Den Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber schließt die Geschäftsführung der GbR ab. Auch die Versteuerung der Einkünfte aus der Anlage findet bei der GbR statt. Der Verein ist nicht überwiegend gewerblich tätig und kann daher seine Anerkennung als gemeinnütziger Verein behalten.

Eine ausführliche Beschreibung zum genauen Vorgehen findet sich am Ende dieser Beschreibung zum Download als pdf: "Finanzierung von Energieprojekten mit Bürgerinnen und Bürgern".

Alle Aktivitäten wurden von Anfang an durch intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet, die weitgehend ehrenamtlich geleistet wurde. So finden sich bereits da und dort Initiativen, die nach einem Artikel in der Zeitschrift Photon (8/2002) auf das Haderner Modell aufmerksam wurden und es für ihre Bürgersolarkraftwerke übernahmen. Auf der Fachkonferenz in Freiberg/Sachsen (Ende März 2004), auf dem Bundestreffen der Solarinitiativen in Hammelburg (Mai 2004), auf der RegioSolarkonferenz in Fürstenfeldbruck (November 2005), dem Treffen bayerischer Solarinitiativen (Januar 2006), einem Workshop der Sächsischen Landesstiftung in Dresden (Juli 2006) und auf der RegioSolarkonferenz in Hannover (November 2006) wurde das Haderner Modell vorgestellt.
Tipps
  • Für größere Projekte haben wir eine Bürgerenergiegenossenschaft gegründet.
Stolpersteine
  • Die Suche nach geeigneten Dächern ist mühsam.
Auszeichnungen
  • 11/2003: Umweltpreis der Stadt München
    verliehen von: Landeshauptstadt München

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